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Dictum 07 – Turba Philosophorum

Dictum 7

Sagte Lucusta: Alle Schöpfungen, die Lucas (Leukippos) beschrieben hat, sind nur zwei, von denen die andere weder gewusst noch beschrieben werden kann, ausser durch den Glauben; denn sie wird weder gesehen, noch wahrgenommen haben.

Sprach Pythagoras: Du hast eine Sache angefangen, die du sorgfältig beschrieben hast; wenn du vollenden möchtest, so gib bekannt, was das ist, was weder wahrgenommen noch gesehen und gewusst wird.

Antwortete er: Was nicht gewusst wird, gehört zum Himmel; was aber wahrgenommen und gesehen werden kann, ist das, was unter dem Himmel bis zur Erde reicht. Und was in dieser Welt ist, kann durch die Vernunft nicht gewusst werden ohne ihre fünf Diener, nämlich das Gesicht, das Gehör, den Geschmack, den Geruch und das Gefühl. Seht ihr nicht, Versammlung der Philosophen, dass die Vernunft nur durch das Gesicht das Weiße vom Schwarzen unterscheiden kann, und dass die Vernunft nur durch das Gehör ein gutes Wort von einem bösen unterscheiden kann? Ähnlich kann die Vernunft einen guten Geruch von einem stinkenden nur durch das Riechen, das Süße vom Bittern nur durch das Schmecken und das Glatte vom Rauhen nur durch das Berühren unterscheiden.

Antworteten sie: Davon handelnd hast du gut geredet, du hast jedoch unterlassen, von dem zu handeln, was nicht gewusst und nicht beschrieben werden kann ausser durch die Vernunft und den Glauben.

Sprach er: Habt ihr etwa Eile? Wisst, dass die Schöpfung, die durch keinen dieser fünf (Sinne) erkannt werden kann, die obere Schöpfung ist, die weder gesehen, noch wahrgenommen, sondern nur durch die Vernunft aufgefaßt wird; durch diese Vernunft auffassend bekennt die Natur, daß es einen Gott gibt.

Antworteten sie: Du hast wahr und aufs beste geredet!

Und jener: Ich werde euch noch mehr auseinandersetzen. Wisst, dass diese Schöpfung, nämlich die Welt, ein Licht besitzt, das die Sonne ist; die feiner ist als alle Schöpfung, die Gott als das Licht gesetzt hat, durch das die Geschöpfe in dieser Welt zum Sehen gelangen. Ohne dieses feine Licht aber werden sie finster, indem sie ausser durch das Licht des Mondes oder der Sterne oder des Feuers nichts sehen, die alle vom Licht der Sonne abgeleitet sind und den Geschöpfen Licht gegeben haben. Für diese Welt hat Gott also die Sonne als Licht gesetzt wegen der feinen Natur der Sonne. Und wisst, dass die obere Schöpfung dieses Sonnenlichts nicht bedarf, weil die Sonne unterhalb jener Schöpfung steht, die feiner und leuchtender ist als sie. Jenes Licht aber, das feiner ist als das Licht der Sonne, haben sie vom Lichte Gottes empfangen, das feiner ist als ihr Licht. Und wisset, dass die (niedere) Schöpfung, nämlich die Welt, aus zwei dichten und zwei feinen Elementen geschaffen ist, und dass von den dichten nichts in den oberen Schöpfung enthalten ist. Darum ist sie auch feiner als die Sonne und alle unteren Geschöpfe.

Antwortete die Versammlung: Du hast bestens beschrieben, was du erzählt hast. Und wenn du (nun), guter Meister, etwas sagen möchtest, wodurch du unsere Herzen, die der Unverstand getötet hat, lebendig machst, so schenkst du uns eine große Wohltat.