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Dictum 32 – Turba Philosophorum

Dictum 32

Sagte Bonellus (Apollonios): Alle Dinge sterben und leben gemäß deiner Lehre, Pythagoras, auf den Wink Gottes; diese sind jene Natur, der die ‘Feuchtigkeit’ genommen wird; sie empfängt etwas, wodurch jenes Ding die Nächte hindurch stehengelassen wird, (und) erscheint dann einem Toten ähnlich. Dann aber, ihr Söhne der Lehre, bedarf jenes ‘Ding’ des Feuers, bis der ‘Geist’ jenes ‘Körpers’ umgewandelt und die Nächte hindurch stehengelassen wird, wie der Mensch in seinem Grab, und zu Staub wird. Nachdem dies geschehen ist, wird ihm Gott seine Seele und seinen Geist wiedergeben, und nach Beseitigung der Schwäche wird jenes Ding verstärkt und nach der Zerstörung verbessert, so wie der Mensch nach der Auferstehung stärker und jünger wird, als er in dieser Welt gewesen war. Darum ziemt es euch, Söhne der Lehre, jenes Ding ohne Furcht zu verbrennen, bis es zu ‘Asche’ wird. Und wisst, dass ihr aufs beste gemischt habt, weil jene ‘Asche’ den ‘Geist’ empfängt und mit jener ‘Flüssigkeit’ getränkt wird, bis sie in eine schönere Farbe verwandelt wird, als sie zuvor gewesen war. Beachtet auch, Söhne der Lehre, wie die Maler mit ihren Farben nicht malen können, bis sie diese in Staub verwandelt haben! Ähnlich können auch die Ärzte für ihre Kranken die Arzneien nicht bereiten, bis sie diese in Staub verwandelt haben, wobei die einen gekocht werden, bis sie zu Asche werden, andere aber mit den Händen zerrieben werden. Ähnlich (verfahren) auch jene, die Bildwerke aus Marmor ausführen. Ihr aber, wenn ihr das eben Gesagte versteht, werdet wissen, dass ich durchaus die Wahrheit gesagt habe. Darum habe ich euch empfohlen, den Körper zu verbrennen und in ‘Asche’ zu verwandeln. Denn wenn ihr ihn sorgfältig behandelt, so geht vieles aus ihm hervor, wie vom Geringsten jedes Dinges vieles hervorgeht, weil das Kupfer wie der Mensch sowohl Körper wie Geist besitzt. Denn die Einatmung des Menschen besteht aus der Luft, die für ihn, abgesehen von Gott, das Leben ist. Ähnlich atmet das Kupfer eine Feuchtigkeit ein, von der jenes Kupfer Kraft empfangend vervielfacht und vermehrt wird wie die übrigen Dinge. Und darum behaupten die Philosophen, dass das Kupfer, wenn es verbrannt wird und (dies) vielfach wiederholt wird, besser wird, als es gewesen war.

Antwortete die Versammlung: Zeige also, Bonellus (Apollonios), den Nachfahren, wie es besser wird, als es gewesen war!

Und jener: Sehr gern! Weil es vermehrt und vervielfacht wird, und Gott aus Einem Vieles herauszieht, der nichts erschaffen hat, das der Behandlung und der Anlage entbehrt, durch die es vervollkommnet werden kann. Ähnlich wird ‘unser Kupfer’, wenn es zuvor gekocht wird, zu ‘Wasser’, darauf wird es, je mehr es gekocht wird, um so mehr verdichtet, bis es ein ‘Stein’ wird, den dann die Neider den Stein nennen, ‘der jedes Metall bedrängt’. Nachher wird es gebrochen, getränkt und mit einem stärkeren Feuer als das frühere geröstet, bis es sich färbt und ‘verbranntem Blut’ ähnlich wird; dann wird es dem ‘Silber’ aufgelegt und färbt dies zu Gold, so Gott will. Seht ihr nicht, dass aus dem Blut kein Samen entsteht, wenn es nicht fleißig in der Leber gekocht wird, bis es eine starke Röte besitzt? Und wenn es (nicht) geschieht, so geschieht nichts Neues in jenem Samen. Ähnlich unser Werk; wenn es nicht fleißig gekocht wird, bis es zu Staub, und durch Faulung zu einem geistigen Samen wird, wird aus ihm nicht die Farbe hervorgehen, der ihr nachforscht. Wenn ihr aber zur Grenze dieses Verfahrens gelangt, so werdet ihr nach Erreichung des Gewollten die Fürsten eurer Zeitgenossen sein.