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Dictum 21 – Turba Philosophorum

Dictum 21

Sprach Pandolfus (Empedokles)Bellus (Apollonios), du hast so viel von dem Stein gesprochen, dass du keinem deiner Brüder etwas zu sagen übrig gelassen hast.

(Sprach Pythagoras:) Ich lehre außerdem die Nachfahren, dass dieser verachtete Stein das ‘immerwährende Wasser’ ist. Und wisst, all ihr Erforscher der Weisheit, dass das ‘immerwährende Wasser’ das ‘reine Wasser’ und das ‘Wasser des Lebens’ ist, von dem nämlich die Philosophen gesagt haben: „Die Natur freut sich der Natur, die Natur hält die Natur fest, und die Natur besiegt die Natur“. Dieses kurze Wort aber haben die Philosophen als Grundlage des Werks für die Verständigen gesetzt. Und wisst, dass kein ‘Körper’ kostbarer oder reiner als die ‘Sonne’ (das Gold) ist, und dass kein färbendes ‘Gift’ erzeugt wird ohne die ‘Sonne’ und ihren ‘Schatten’. Wer also von den Philosophen das ‘Gift’ ohne diese (Stoffe) zu machen unternimmt, ist bereits irrend in das gefallen, wodurch seine Traurigkeit fortbesteht. Wer aber von den Weisen das ‘Gift’ mit der ‘Sonne’ und ihrem ‘Schatten’ gefärbt hat, gelangt zum höchsten Geheimnis. Und wisst, dass ‘unser Silber’, wenn es rot wird, ‘Gold’ genannt wird. Wer also den ‘verborgenen Zinnober’ der Philosophen kennt, dem ist das Geheimnis schon bekannt.

Antwortete die Versammlung: Du hast diesen Stein gut beschrieben, Noficus (Pythagoras); während dessen hast du weder sein Verfahren angegeben, noch seine Zusammensetzung; komme also in der Beschreibung darauf zurück!

Sprach Noficus (Pythagoras): Ich empfehle euch das verborgene und verehrungswürdige Geheimnis zu nehmen, nämlich die ‘weiße Magnesia’, die gemischt und zerrieben ist mit dem ‘Lebendigen’. Und hütet euch, dies anders als fein und rein zu nehmen. Dann bringt es in sein Gefäß und bittet Gott, er möge euch diesen ‘größten Stein’ sehen lassen. Dann kocht allmählich, wenn ihr ihn aber herauszieht, schaut nach; wenn der Stein schwarz geworden ist, so habt ihr sehr gut gearbeitet, wenn aber nicht, so behandelt ihn mit dem ‘Weißen’, das das große Geheimnis ist, bis er zu mit Schwärze bedecktem ‘Kuhul’ wird. Wenn diese Schwärze entstanden ist, so wisst, dass sie nicht länger als 40 Tage anhält. Zerreibt (ihn) also mit seinen Zubereitungen, die die folgenden sind: ‘Kupferblüte’ (oder) ‘indisches Gold’, deren Wurzel dieselbe ist, (eine,) und von ‘Salbe’ eine, und von ‘Krokus’ eine, und von ‘verfestigtem Alaun’ eine. Diese vier kocht also vorsichtig 40 Tage oder 42 Tage. Denn wenn diese Tage vorausgegangen sind, wird Gott euch den Anfang dieses Steines zeigen, welcher der Stein ‘Athichos’ ist. Wenn ihr diesen durch Gottes vielfältig erwiesene Gnade zu Gesicht bekommen habt, kocht tüchtig und tränkt ihn mit dem Rückstand des ‘Gummi’. Und wisst, dass so oft ihr diese ‘Asche’ tränkt, er ebenso viele Male getrocknet und wieder feucht gemacht wird, bis seine Farbe in das, was ihr sucht, umgewandelt wird. Ebenso werde ich gütig beginnend für euch vollenden, was ich begonnen habe. Wisst, dass die Vollendung des Werkes dieses kostbaren Steins darin besteht, ihn mit dem Rest seiner ‘Medizin’, das sind zwei Drittel dessen, was ihr zurückbehalten habt, zu behandeln. Von diesen zwei übrigen Dritteln tränkt ihn mit dem einen, um ihn zu tränken, und setzt ihn zum Kochen in die Wärme, und es sei das Feuer für ihn stärker als das frühere. Wenn das in ‘Wachs’ Verwandelte getrocknet wird, hält es sich gegenseitig fest. Kocht daher das ‘Wachs’, bis es das ‘Goldlot’ aufsaugt, und wenn dies getrocknet ist, so tränkt auch mit dem übrigen ‘Wachs’ siebenmal, bis jene zwei Drittel zu Ende sind und die richtige ‘Erde’ sie alle einsaugt. Endlich setzt es auf heißes Feuer, bis die ‘Erde’ seine ‘Blüte’ auszieht, und es hinreichend gefällt. Wenn ihr das versteht, so seid ihr glücklich; wenn aber nicht, so wiederhole ich euch die Vollendung des Werkes: Nehmt das ‘reine Weiß’, das das größte Geheimnis ist, in dem die wahre Färbung enthalten ist, und tränkt damit den ‘Sand’, der hergestellt ist aus dem siebenmal getränkten Stein, bis er das ganze Wasser eingesaugt hat, und verschliesst die Mündung des Gefäßes fest, wie ich euch oft empfohlen habe, weil das, was ihr aus ihm herstellt, euch erscheinen wird, so Gott will, nämlich der ‘Stein von tyrischer Farbe’. Nun habe ich euch die Wahrheit vollendet; darum beschwöre ich euch bei Gott und eurem Meister, dass ihr dieses größte Geheimnis nicht preisgebt; und hütet euch vor den Übeltätern!