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Dictum 14 – Turba Philosophorum

Dictum 14

Sagte Arsuberes (Xenophanes): Meister, du hast soeben ohne Neid gesprochen, wie es sich gehört; möge es dir Gott vergelten!

Sagte Pythagoras: Und dich, Arsuberes (Xenophanes), möge Gott vom Neid befreien!

Und jener: Wisst, Versammlung der Weisen, dass die Schwefel von den Schwefeln festgehalten werden, und die Feuchtigkeit von ähnlicher Feuchtigkeit.

Antwortete die VersammlungArsuberes (Xenophanes), die Neider haben schon etwas Ähnliches gesagt; gib also an, was diese Feuchtigkeit ist.

Und jener: Wenn das ‘Gift’ den Körper durchdringt, färbt es ihn mit unveränderlicher Farbe, und niemals lässt der ‘Körper’ zu, dass die ‘Seele’, die seine Gefährtin ist, sich von ihm trennt. Darüber haben die Neider gesagt: „Wenn das ‘Verfolgende’ sich dem ‘Flüchtigen’ in den Weg stellt, wird von ihnen die Flucht beseitigt und es erreicht die (Natur der) Wahrheit“. Und weil die Natur ihn als ihren Gefährten genommen hat, nicht als einen Feind, haben sie sich gegenseitig festgehalten, weil aus dem mit ‘Schwefel’ gemischten Schwefligen eine höchst kostbare Farbe entsteht, die sich nicht verändert, noch vor dem Feuer flieht, wenn die ‘Seele’ in das Innerste des ‘Körpers’ eingeführt wird und den ‘Körper’ festhält und färbt.

Meine Worte aber werde ich wiederholen in bezug auf die ‘tyrische Färbung’. Nehmt das Tier, welches ‘Konchylion’ heisst, da sein ganzes ‘Wasser’ tyrische Farbe ist, und behandelt es mit gelindem Feuer, wie es üblich ist, bis es ‘Erde’ wird, in der (nur) wenig Farbe sein wird. Wollt ihr aber zur ‘tyrischen Färbung’ gelangen, so nehmt die Feuchtigkeit, die jenes (Tier) ausgeworfen hat, und bringt sie mit ihm nach und nach in das Gefäß, und bringt es in jene Tinktur hinein, deren Farbe euch nicht gefallen hat. Dann kocht es mit Meerwasser, bis es trocken wird, dann tränkt es mit jener Feuchtigkeit und trocknet nach und nach aus, und hört nicht auf, es zu tränken, zu kochen und auszutrocknen, bis es mit seiner ganzen Feuchtigkeit getränkt ist. Darauf lasst es einige Tage in seinem Gefäß, bis ihm die kostbarste tyrische Farbe darüber herauskommt.

Schaut, wie ich euch das Verfahren beschreiben werde. Versetzet den ‘Körper’ mit dem ‘Harn von Knaben’ und mit ‘Meerwasser’ und reinem ‘immerwährenden Wasser’, bevor es gefärbt wird, und kocht ihn mit gelindem Feuer, bis die Schwärze vergeht und ruht, und dies leicht zerrieben werden kann. Kocht ihn also mit seiner ‘Flüssigkeit’, bis er sich mit roter Farbe bekleidet. Wollt ihr ihn aber in ‘tyrische Farbe’ (über)führen, so tränkt ihn fortgesetzt mit dem ‘Wasser’ und mischt, wie ihr wisst, dass es ihm nach dem Augenschein genügt. Mischt ihn auch mit ‘immerwährendem Wasser’, und zwar so, dass es genügt, und kocht, bis die Röte das Wasser aufsaugt. Darauf wascht mit dem ‘Meerwasser’, das ihr zubereitet habt, das ist das ‘Wasser des getrockneten Kalkes’, und kocht, bis er seine Flüssigkeit aufsaugt, und tut das mehrere Tage hintereinander. Ich sage, da euch davon eine Farbe erscheinen wird, wie die Tyrier niemals eine ähnliche hergestellt haben. Und wenn ihr wollt, dass sie noch höher wird, als sie gewesen war, und leuchtender, so tut das ‘Gummi’ in das ‘immerwährende Wasser’ durch das ihr sie mehrfach färbt, dann trocknet in der Sonne, endlich bringt sie in das vorgenannte ‘Wasser’ zurück, so wird die tyrische Farbe noch mehr gesteigert. Und wisst, dass ihr mit Purpurfarbe nur im Kalten färben könnt. Nehmt also das Wasser, das die Natur der Kälte besitzt, und kocht mit ihm den ‘Mond’, bis er die Kraft der Färbung vom ‘Wasser’ annimmt. Und wisst, dass die Philosophen jene Kraft, die von jenem Wasser ausgeht, ‘Blüte’ genannt haben. Euer Vorhaben wird also vollendet durch jenes ‘Wasser’; setzt in dies, was im Gefäß ist, Tage und Nächte hindurch, bis es sich mit kostbarster tyrischer Farbe bekleidet.