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Dictum 65 – Turba Philosophorum

Dictum 65

Sagte Orfultus (Herakleios): Man muss wissen, alle Freunde der Weisheit, dass (jeder), nachdem Eximedrus (Anaximandros) über diese Kunst gehandelt und euch klarere Schlüsse vorgelegt hat, ein stumpfsinniges Tier ist, der nicht kennt, was er gesagt hat. Ich aber will euch das Verfahren dieses ‘geringen (Dinges)’ auseinandersetzen, damit der in diese Kunst Eingeführte kühner wird und zuversichtlicher Geld ausgibt, und obgleich es gar wenig ist, er nicht dennoch das Wertlose um Wertvolles und das Wertvolle um Wertloses kauft. Und wisst, dass ihr beim Beginn des Mischens die ‘Elemente’ roh, angenehm, wahr und nicht gekocht auf gelindem Feuer mischen müsst. Und hütet euch vor einer Verstärkung des Feuers, bis die ‘Elemente’ sich verbunden haben und sich gegenseitig folgen und sich in Umarmung mischen, wobei sie nach und nach verbrennen, bis sie in jenem leichten Feuer getrocknet werden. Und wisst, dass ein (Geist) einen (Körper) verbrennt und zerstört, und dass ein (Körper) einen (Geist) verstärkt und ihn lehrt, gegen das Feuer zu fechten. Nach der ersten Verbrennung aber muss es gewaschen, gereinigt und im Feuer geweißt werden, bis alle Dinge zu einer einzigen Farbe werden. Damit müsst ihr hernach den ganzen Rest der ‘Feuchtigkeit’ mischen, und dann wird seine ‘Röte’ erhöht werden. Denn die Elemente, im Feuer fleißig gekocht, freuen sich und werden in andere Naturen umgewandelt, weil das flüssig gemachte ‘Kupfer’, das das ‘Haupt’ ist, zu Nichtflüssigem wird, das Feuchte aber zu Trocknem, der dichte Körper zu ‘Geist’, und der flüchtige Geist zu etwas Starkem, das gegen das Feuer kämpft. Darum sagt der Philosoph: „Wandle die Elemente um, und du wirst finden, was du suchst“. Die Elemente umwandeln heisst aber, das Feuchte trocken und das Flüssige festmachen. Nachdem dieses Verfahren durchgeführt ist, werde es im Feuer gelassen, bis das Grobe sich verfeinert und das Feine als Färbendes zurückbleibt. Und wisst, dass der Elemente Tod und Leben vom Feuer kommt, und dass das Zusammengesetzte sich selbst zum Keimen bringt und das erzeugt, was ihr mit Gottes Beistand sucht. Wenn die Farben aber (zu erscheinen) begonnen haben, werdet ihr die Wunder der Weisheit Gottes schauen, bis die ‘tyrische Farbe’ hervorkommt. O wunderbare Natur, die die übrigen Naturen färbt! O himmlische Naturen, die die Elemente durch das Verfahren trennen und verwandeln! Nichts ist daher kostbarer, als diese Naturen für die Färbung, die das Zusammengesetzte vervielfältigt und bewirkt, dass es purpurfarbig und fest wird.