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Dictum 35 – Turba Philosophorum

Dictum 35

Zimon (Zenon) aber sprach: Habt ihr einem noch irgend etwas zu sagen übriggelassen?

Und die Versammlung: Da die Aussprüche des Vitimerus (Pythagoras) und Bacsem (Paxamos) den Erforschern dieser Kunst zu wenig nützen, so sage, was du weißt, wie wir gesagt haben.

Und jener: Ihr redet die Wahrheit, alle Erforscher dieser Kunst; nichts anderes hat euch in Irrtum geführt, als die Aussprüche der Neider, weil das, was ihr sucht, offenkundig um billigsten Preis verkauft wird; hätten die Verkäufer seinen Wert gekannt, und wie viel sie in Händen halten, so würden sie (es) in keiner Weise verkaufen. Darum haben die Philosophen jenes ‘Gift’ geehrt und auf verschiedene und vielfache Weise von ihm gehandelt und es mit allen möglichen Namen benannt; weshalb gewisse Neider gesagt haben: „Es ist ein Stein und ist kein Stein, sondern das ‘Gummi’ der Akazie“. Und darum haben die Philosophen die Kraft dieses ‘Giftes’ verheimlicht. Denn dieser ‘Geist’, den ihr sucht, um damit irgend etwas zu färben, ist im ‘Körper’ verborgen und unsichtbar versteckt, wie die Seele im menschlichen Körper. Ihr aber, alle Erforscher dieser Kunst, wenn ihr nicht diesen ‘Körper’ zerstört, tränkt, zerreibt und sorgsam und fleißig behandelt, bis ihr ihn von seiner Dichte befreit und in einen feinen, unfühlbaren Geist verwandelt habt, so arbeitet ihr umsonst! Darum haben die Philosophen gesagt: „Wenn ihr nicht die ‘Körper’ in ‘Nichtkörper’ verwandelt und die ‘Nichtkörper’ in ‘Körper’, so habt ihr die Regel des Verfahrens noch nicht gefunden“.

Die Versammlung aber sagte: Zeige also den Nachfahren, wie die ‘Körper’ in ‘Nichtkörper’ verwandelt werden!

Und jener: Mit ‘Feuer’ und ‘Ethelia’ mögen sie zerrieben werden, bis ein Staub entsteht. Und wisst, dass er nicht entsteht außer durch starke Kochung und durch anhaltende Zerreibung, mittels des Feuers, nicht mit den Händen, (sondern) durch Tränkung und Faulung, und indem man ihn der ‘Sonne’ aussetzt und der ‘Ethelia’. In dieser Kunst haben sie die Menge in die Irre geführt, indem sie sagten, dass seine Natur gemein ist und um billigen Preis verkauft wird. Weiter haben sie gesagt, er sei eine Natur, kostbarer als alle Naturen, weshalb sie die in ihre Bücher Schauenden getäuscht haben. Dennoch aber haben sie die Wahrheit gesagt, zweifelt also nicht daran!

Die Versammlung aber antwortete: Aus welchem (Grunde) glaubst du den Aussprüchen der Neider? Zeige also das Verhalten der beiden Naturen!

Und jener: Ich zeige euch an, dass die Kunst zweier Naturen bedarf, denn das Kostbare entsteht nicht ohne das Gemeine, noch das Gemeine ohne das Kostbare. Ihr müsst also, Erforscher dieser Kunst, den Aussprüchen des Vitimerus (Pythagoras) folgen, wenn er zu seinen Schülern gesagt hat: „Nichts anderes nützt euch, als das ‘Wasser’ und den ‘Dampf’ aufsteigen zu lassen“.

Und die Versammlung: Das ganze Werk besteht in der Aufsteigung des ‘Dampfes’ und des ‘Wassers’. Zeige also jenen die Behandlung des ‘Dampfes’!

Und jener: Wenn ihr die Naturen von der Wärme des Feuers zu ‘Wasser’ werden und gereinigt seht, und den ganzen ‘Körper der Magnesia’ wie Wasser verflüssigt, dann ist alles zu ‘Dampf’ geworden. In Wahrheit aber hält dann der ‘Dampf’ sein Gleiches fest, weshalb die Neider beides ‘Dampf’ genannt haben, da beides bei der Kochung ähnlich verbunden ist und eines das andere festgehalten hat. Dann aber hat die Natur den Weg zur Flucht nicht gefunden, obwohl ihr die Flucht wesentlich ist; er hat sie dennoch festgehalten, weil er sie nicht fliehen ließ und (sie) keinen Raum zum Fliehen fand, und (so) sind sie nichtflüchtig gemacht worden. Wenn sie daher heimlich in den Körper eindringt, verfestigt sie sich mit ihm, und seine Farbe wird verändert, und sie zieht seine Natur aus durch die Anlagen, welche Gott seinen Auserwählten geschenkt hat, und macht sie zur Sklavin, damit sie nicht fliehen kann. Es erscheint aber Schwärze und Röte, und sie verfällt in Krankheit und stirbt in Rost und Faulung. In Wahrheit hat sie aber dann keine Flucht, weil sie es unterließ, die Knechtschaft zu fliehen. Dann wird sie dennoch frei, ihrem ‘Gatten’ folgend, und bringt wahre Gebete dar, damit ihre Farbe ihr und ihrem Gatten zukomme und daraus die Zierde, wie sie gewesen war; wenn sie aber dem Silber aufgelegt wird, verwandelt sie es in Gold. Diesen ‘Geist’ aber und diese ‘Seele’ haben die Philosophen als ‘Dampf’ bezeichnet; sie haben ihn den feuchten, schwarzen Geist genannt, der ohne Schmutz ist. Und wie im Menschen Feuchtigkeit und Trockenheit ist, so ist unser Werk, das die Neider verheimlicht haben, nichts anderes als ‘Dampf’ und ‘Wasser’.

Antwortete die Versammlung: Erläutere den ‘Dampf’ und das ‘Wasser’!

Und jener: Ich sage, dass das Werk aus Zweien besteht. Die Neider aber haben dies ‘die beiden Zusammengesetzten’ genannt, weil diese zwei vier werden, in welchen ‘Trockenheit’ und ‘Feuchtigkeit’ ist, ‘Geist’ und ‘Dampf’.

Antwortete die Versammlung: Du hast trefflich gesprochen, ledig des Neides; lasst uns also dem Cinon(Zenon) folgen!