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Dictum 17 – Turba Philosophorum

Dictum 17

Sprach Cinon (Zenon): Ihr habt schon, Versammlung der Philosophen und Schüler, über das ‘Weißmachen’ gesprochen; es muss daher (jetzt) über das ‘Rotmachen’ gesprochen werden. Wisst, all ihr Erforscher dieser Kunst, dass wenn ihr nicht weißt, ihr auch nicht rotmachen könnt, weil die zwei ‘Naturen’ nichts anderes sind, als das ‘Rote’ und das ‘Weiße’. Weißt also das Rote und rötet das Weiße! Und wisst, dass das Jahr in vier Zeiten geteilt wird. Die erste Zeit aber ist von kalter Beschaffenheit, das ist der Winter; die zweite jedoch ist von warmer Beschaffenheit, das ist der Frühling, dann die dritte, das ist der Sommer, dann die vierte, in der die Früchte reifen, das ist der Herbst. Auf diese Weise nun müsst ihr die Naturen behandeln: (Zuerst) durch die Feuchtigkeit des Winters, dann durch die Wärme des Frühlings und das Erscheinen der Blüten, dann durch die Wärme und die Schärfe des Sommers, und (endlich) wie der Herbst die Früchte reift und weich macht, so dass sie von den Bäumen gesammelt werden. Gemäß diesem beschriebenen Beispiel färbend behandelt die ‘Naturen’; wenn (ihr) aber nicht (zustande kommt), dann tadelt niemand als euch selbst!

Antwortete die Versammlung: Du hast sehr gut gesprochen; füge daher für die Nachfahren noch etwas anderes von dieser Rede hinzu!

Und jener: Ich will über das ‘Rotmachen’ des Bleis sprechen. Nehmt das Blei, das der Meister euch am Anfang seines Buches zu nehmen vorgeschrieben hat, und setzt dazu Kupfer (soviel) wie Blei und kocht, bis es sich verdichtet; verfestiget und trocknet, bis es rot wird. Dies also ist das ‘rote Blei’, von dem die Weisen gesagt haben: ‘Kupfer und Blei werden ein kostbarer Stein’. Mischt sie gleichmäßig und röstet mit ihnen das Gold; wenn ihr das gut ausführt, so wird es ein Geist, färbend unter Geistern. Denn wenn das ‘Männliche’ und das ‘Weib’ verbunden werden, so wird das Weib nicht flüchtig, das ‘Zusammengesetzte’ jedoch geistig. Aus dem in ‘roten Geist’ verwandelten Zusammengesetzten aber entsteht der Ursprung des Wissens. Siehe, dieses ‘Blei’, das wir das ‘rote Blei’ genannt haben, gehört zu unserem Werk, ohne das nichts geschieht!