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06 Der Mensch nach der Alchemie

Der Mensch nach der Alchemie

Max Retschlag (1934)

Mittelpunkt für die Alchemie als Wissenschaft vom Leben ist der Mensch, er ist das Abbild der Welt, eine kleine Welt im Weltall, der Mikrokosmos im Makrokosmos.

Hinter allen Erkenntnissen, allem Wissen steht immer der Mensch, stets ist er Subjekt, dem objektivierten Ich gegenüber ebenso, wie allen anderen Objekten. Der Mensch ist ein Dreifaches, wie das Weltall, er lebt auf drei Daseinsebenen, die den drei Welten entsprechen.

Das Dreifache des Menschen ist der Körper, das Leben und der Wille, drei Grundprinzipien, deren jedes weitere drei Grade enthält. Diese Grade ergeben zusammen sieben, wie die sieben Grade der Welt, von denen der dritte Grad eines unteren Prinzips zugleich den ersten des nächsten Prinzips bildet. Paracelsus nennt die sieben Stufen oder Grade erstens den elementischen Leib, zweitens den Archaeus, Spiritus vitae oder Mumia und Lebenskraft, drittens den siderischen Menschen, Evestrum oder astralen Leib, viertens den tierischen Geist, fünftens die verständige Seele, sechstens die Geistseele und siebentens den höheren Menschen des Olympi novi.

Von den drei Prinzipien lässt der tote Mensch nur das erste erkennen, den Körper, beim schlafenden Menschen sind zwei vorhanden, Körper und Leben, und beim wachen, tätigen Menschen drei, Körper, Leben und Wille oder Geist.

Ebenso, wie die Prinzipien der Welt, sind auch die des Menschen nicht scharf voneinander getrennt, sondern gehen ineinander über. Für diese Siebenteilung des Menschen, wie sie Agrippa von Nettesheim in seiner „Okkulta Philosophia“ und Paracelsus in der „Philosophia sagax“ darlegten, gab Papus (Dr. Encausse) in dem „Traité Methodique de Science Occulte“ ungefähr folgende Aufstellung:

I. Prinzip, der Körper, Nephesch der Kabbala

1. Grad: Der materielle Körper. Er wird durch die verschiedentliche Tätigkeit des Leibes unterhalten und erneuert, deren Produkte durch die Blutflüssigkeit verteilt werden.
2. Grad: Die Lebenstätigkeit des Körpers, das Eigenleben in den Zellen und kleinsten lebendigen Einheiten.
3. Grad: Der Astralkörper, das belebende Prinzip des materiellen Körpers, die Vergeistigung des Blutes durch das vegetative Nervensystem. Er wird erhalten und erneuert durch die Tätigkeit der Lungen.

II. Prinzip, Astral oder Seele, Ruach in der Kabbala

3. Grad: Die Materie des Astral, der siderische Mensch, ein mit dem großen Sympathikus in Verbindung stehender materieller Teil. Er ist das Abbild des materiellen Körpers in feinstofflicher Astralmaterie.
4. Grad: Das Eigenleben im Astral, die tierische Seele im Menschen, seine Instinkte, seine Leidenschaften, sein Triebleben.
5. Grad: Das belebende Prinzip des Astral, die verständige Seele, das denkende und bewusst handelnde Ich, Vermittler zwischen Körper und Geist.

III. Prinzip, der Geist, Neschamah

5. Grad: Die Verstandesseele, Materie des geistigen Körpers, die Intelligenz, das Gedächtnis, die Gelehrsamkeit.
6. Grad: Die Lebensfähigkeit des Geistes, die Geistseele, die innere Stimme, die höheren uneigennützigen Seelen- und Geistesregungen, die Intuition, bei den meisten Menschen erst im Beginn der Entwicklung, als Keim vorhanden.
7. Grad: Die göttliche Seele, der höhere, „wiedergeborene Mensch des Olympi novi“, das auf den Geist einwirkende göttliche Prinzip, die Weisheit.