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07 Das Astral des Menschen und seine Aura

Das Astral des Menschen und seine Aura

Max Retschlag (1934)

Zwischen dem materiellen Plan, der Welt der Wirkungen, und dem geistigen Plan, der Welt der Ursachen, vermittelt der astrale Plan, dem die Seele des Menschen zugehört. Der Mensch hat nur eine Seele, nur eine denkende und handelnde Psyche, die sich sowohl auf materiellen, wie auf astralem und bei weit vorgeschrittenen Menschen sogar auf geistigen Plan betätigen kann.

Einfache Äußerungen intuitiver Seelenkräfte sind Sympathie, Antipathie, Ahnungen, weiter dann Wahrnehmung der Aura, körperliche und geistige Durchschauung anderer, und in höchster Entwicklung bringen diese Kräfte Änderungen der für den menschlichen Organismus gültigen Gesetze. Auf materiellem Plan macht die Seele des normalen Menschen im wachen Zustand ihre Wahrnehmungen durch die Sinnesorgane, deren Eindrücke vom Gehirn aufgenommen, kontrolliert und auch aufbewahrt werden. Sie wirkt auch über das Gehirn, und steht stets in enger Verbindung mit dem Körper. Im Schlaf, aber auch bei medial veranlagten und furchtsamen Menschen im Wachsein, ist die Verbindung der Seele mit dem Körper mehr oder weniger lose, sie kann sich im Traum, in der Hypnose, in der Ekstase, bei Sterbenden und bei manchen Menschen auch gewollt fast völlig vom Körper lösen. In diesen Fällen vermag die Seele oder das Astral unkontrolliert vom Gehirn und unbegrenzt durch Raum und Zeit alles wahrzunehmen, was sich auf der astralen Ebene abspielt. Dem Wachbewusstsein bleiben diese Wahrnehmungen entweder verborgen, oder sie erscheinen als vage Erinnerungen, Visionen, Halluzinationen und können, unbewusst im großen Sympathikus aufbewahrt, einen wesentlichen Einfluss auf den Menschen ausüben.

Das Astral und sein Körper, die Aura, ist der Sitz des leitenden Urprinzips. Alles in der Natur ist daher lebendig, und nichts ist körperlich, das nicht einen ,,Spiritus“, einen Geist ein organisierendes Prinzip in sich verborgen hätte. Die sinnlich wahrnehmbare Substanz aller Wesenheiten der drei Naturreiche entsteht durch Verdichtung feinstofflicher, vierdimensionaler Astralmaterie zu dreidimensionaler des Materiellen. Alles, was wahrnehmbar im Stofflichen entsteht und ist, war vorher bereits und ist zugleich in Astralmaterie vorhanden, und diese Astralmaterie umhüllt und durchdringt jeden stoffIichen Körper als Aura.

In den Mineralien ist das Astral die Mineral- oder Kristallseele, von Paracelsus Stannar oder Truphat genannt. Es wird nur langsam und unmerklich vom lebendigen Prinzip beeinflusst, weshalb die Mineralien der menschlichen Beobachtung leblos erscheinen In den Pflanzen ist das Astral die Pflanzenseele, von Paracelsus Lefias genannt. Sie ist empfänglich für die Emanationen des lebendigen und lebensschaffenden Urprinzips, aber nicht für die höher schwingenden psychischen Wellen. Die Pflanzen sind daher ohne Gefühl. Evestrum, wie Paracelsus die Seele des Tieres nennt, ist aufnahmefähig für die lebendigen und psychischen Schwingungen, aber nicht für die hohen einer Vernunft.

Das Astral des Menschen empfängt sowohl die lebendigen, wie die psychischen Emanationen und die der höheren Vernunft. Dem Menschen ist es in sein freies Ermessen gestellt, sein Astral weiter aufnahmefähig zu machen für die höchsten Schwingungen des göttlichen Geistes, um diesen in sich wirken zu lassen, die Vereinigung mit dem höchsten Prinzip und damit die Unvergänglichkeit zu erlangen. Die Aura ist unter bestimmten Voraussetzungen für den Menschen wahrnehmbar.

Die Aurastrahlungen des Menschen, die von dafür Empfänglichen bemerkt werden, konnte in neuerer Zeit ein Arzt in London der allgemeineren Beobachtung zugängig machen. Durch Versuche fand er, dass die Strahlen sichtbar werden, wenn man irgendeine Versuchsperson durch einen besonderen Schirm betrachtet. Der Schirm besteht aus einer flachen, verschlossenen Glasflasche, die eine alkoholische Dicyaninlösung enthält. Die durch diesen Schirm sichtbar werdende Aura wird beschrieben als farbiger, schwachleuchtender Brodem verschiedener Dichte und Form je nach den einzelnen Individuen, ihrem vorherrschenden Charakter, ihrem Temperament, ihrem Gesundheitszustand. Im Allgemeinen erkennt man drei Zonen, von denen die erste eine dunkle Umrahmung von der Breite eines halben Zentimeters ist. Sie umgibt den ganzen Körper, hüllt ihn ein und verbreitert sich bei Krankheit und Neurosen. Ihre Struktur erscheint körnig mit Neigung zu Streifenbildung. Die zweite Zone hat eine Breite von zwei bis acht Zentimeter, sie umgibt die erste und verwischt sie stellenweise. Sie besteht aus senkrechten gebündelten Streifen ohne besondere Färbung und ist am äußeren Rand gewunden und ausgezackt. Die dritte, äußere Zone hat ebenfalls keine besondere Färbung und verläuft nach außen in den Raum.

Während der Beobachtung sieht man verschiedene glänzende Strahlen auftauchen und wieder verschwinden. Es sind erstens Strahlungen, die von einer Körperstelle auf eine andere derselben oder einer benachbarten Person übergehen. Sie erscheinen als stark glänzende, bläulich vibrierende Pünktchen. Eine zweite Strahlung geht von der inneren Zone rechtwinklig zum Körper aus bis an die Grenze der äußeren Zone und macht den Eindruck elektrischer Funken. Drittens erscheinen hier und da rings um den Körper leuchtende Punkte, die plötzlich auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden.

Versuche haben ergeben, dass diese Ausstrahlungen nicht polarisiert sind und sich nicht bestimmen lassen, sie werden von einer Kraft hervorgebracht, die weder magnetisch, noch elektrisch, noch radioaktiv ist. In der Allgemeinfärbung der Aurastrahlung konnten drei typische Arten festgestellt werden: weiß bei solchen Versuchspersonen, deren Intelligenz den Durchschnitt übertrifft, graublau bei mittelmäßiger Intelligenz und grau bei Intelligenzen unter dem Durchschnitt.

Jenen Personen, die durch Veranlagung oder Ausbildung dieser Fähigkeit die menschliche Aura erkennen, erscheint sie bedeutend reicher, wie die durch das materielle Hilfsmittel des Dicyaninschirmes sichtbar werdende. Sie sehen sie als eine vielfarbige Hülle, die in jedem Augenblick der Beobachtung die Synthese einer Unmenge von sekundären Auren ist, von Ausstrahlungen aller Lebenselemente, Nerven, Zirkulationssystem, Verdauungssystem, Organe und Zellen. In dieser Unzahl lassen sich dann zwölf Strahlungsarten unterscheiden, entsprechend den zwölf Strahlungsfeldern des Tierkreises und den zwölf Tönen der Tonleiter, sieben Töne der diatonischen und fünf der chromatischen. Jede dieser Auren ist veränderlich nach den temporären Modifikationen des Bewusstseins, wodurch ein weiteres Wechselspiel in der Aura als Ganzes gesehen entsteht.

Drei Gruppen bieten in dem Strahlungs- und Farbendurcheinander einen Anhalt zur Unterscheidung, die Gruppe der physischen, die der animistischen und die der mentalen Auren. Die Lebensenergie des Astral, die in ihm vorhandene lebendige Kraft des Ur-Prinzips bewirkte die Involution, die Verdichtung zu Stoff, zum körperlichen Menschen. Nach dem leiblichen Tode bleibt diese Kraft dem körperlosen Ich erhalten, sie wirkt weiter als Wille zum Leben, und dieser Wille schafft unbewusst die Bedingungen zu neuen Inkarnationen. Sie erfolgen unter verschiedenen Verhältnissen je nach den selbstgeschaffenen Bedingungen, nach der Rückwirkung derjenigen astralen und geistigen Kräfte, die während eines Lebens in Bewegung gesetzt wurden. Diese Kräfte, die der Mensch durch seine Gedanken, seine Triebe, Leidenschaften, Taten im irdischen Dasein selbst bestimmte, formen sein Schicksal während der nächsten Verkörperung.

Dass die fortschreitende Entwicklung bei den Wesen und bei den einzelnen Menschen verschieden ist, ergibt sich aus dem allgemein herrschenden Gesetz von der Ungleichheit. So übereinstimmend die Geschöpfe in ihren Arten erscheinen mögen, ist doch jedes ein besonderes, unterscheidet sich von allen anderen der gleichen Art, denn die Natur erschafft niemals Kopien, sondern stets Originale. Jeder Mensch ist unterschieden von seinesgleichen, er hat seine eigene Welt, deren Mittelpunkt er ist, und deren Horizont weiter oder enger ist je nach seiner bisherigen Evolution. Eine allgemeine Gleichheit der Menschen zu fordern, ist ein Wahn kranker Gehirne, ein Blick um sich herum genügt, um zu erkennen, dass die Welt in allen ihren physischen und moralischen Erscheinungsformen vom Gesetz der Ungleichheit regiert wird.

Jeder Mensch hat nach der sozialen und familiären Gruppierung seine bestimmten Pflichten, die er erfüllen muss, bevor er Rechte beanspruchen kann. Diese Pflichten ergeben sich aus seiner Stellung im Leben, und die Stellung wurde durch seine Handlungen in früheren Daseinsformen bestimmt. So lehrte die Alchemie als hermetische Philosophie mit der Selbsterkenntnis die Pflichterfüllung, und die soziale Verschiedenheit der Menschen ist der Ausdruck der Verschiedenheit ihrer Pflichten. Nicht das tatenlose Sichergeben in ein scheinbar unverdientes Geschick, das Hadern mit dem Schicksal, das Sichabsondern, sondern Pflichterfüllung je nach dem Platz, auf den der Einzelne gestellt wurde, führt wahrhaft aufwärts, führt mit dem Aufstieg zu einem immer mehr sich erweiternden Pflichtenkreis mit größerer Verantwortung, mit sich weitendem Horizont.

Die individuelle Evolution aber bedingt den Tod, denn wenn auch oft scheinbar stillstehend und sogar rückwärtsführend, ist sie doch mit wenigen Ausnahmen eine fortschreitende Entwicklung nach oben, nach der geistigen Seite hin, ein Entfernen vom Materiellen. Der Geist war es, der den Körper des Menschen bildete als sein Werkzeug für die Arbeit am Ich. Mit der sich ändernden geistigen Beschaffenheit, mit der Entwicklung nach oben wird dieses Werkzeug ungenügend, es muss den neuen Bedingungen entsprechend von Grund aus umgestaltet, durch den Tod zerstört und völlig neu gebildet werden.

So ungleich aber auch die Stufen der Entwicklung sein mögen, auf denen sich die einzelnen Menschen befinden, ein Band verbindet sie alle, in allen ist der Keim für einen neuen, wiedergeborenen Menschen, der „Odem Gottes“, den er dem Menschen allein einblies nach der Darstellung der Genesis. Das Ich des Menschen inkarnierte sich unter den geeigneten, zur Zeit der Empfängnis herrschenden kosmischen Emanationen, sie prägen die Grundanlage, die geistigen Eigenschaften, und entsprechen der Stufe seiner bisherigen Entwicklung. Bei seiner Geburt empfängt der Mensch weiter den Einfluss der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Planeten und des aufsteigenden Tierkreisfeldes, er empfängt ihn in dem Augenblick, zu dem seine Lungen zu atmen beginnen, womit die Verbindung dieses Mikrokosmos mit dem Makrokosmos als selbständiges Lebewesen aufgenommen wird. Die körperliche und seelische Anlage des Menschen, seine charakteristische Konstitution, zeigt sich im Vorherrschen von einer der vier Elementareigenschaften warm, feucht, kalt und trocken, die zusammen mit einer zweiten Elementareigenschaft das Temperament prägen. Die Konstitution ist der Mensch selbst, sie ist bleibend, das Temperament ist die Art und Weise, wie er in Erscheinung tritt, es ist veränderlich.

Den vier Elementareigenschaften entsprechen vier Temperamente: das cholerische, warm, das sanguinische, feucht, das lymphatische, kalt, das melancholisch-nervöse, trocken. In jedem Temperament ist eine der vier Körperflüssigkeiten, der Humores, vorherrschend, in dem warm-cholerischen die Galle, in dem feucht-sanguinischen das Blut, in dem kalt-lymphatischen die Lymphe, der Schleim, und in dem melancholisch-trockenen die Schwarzgalle.

Das cholerische Temperament zeigt sich energisch, großherzig, ehrgeizig, verachtet das Geld, ist ein unermüdlicher Arbeiter, aber leidenschaftlich, jähzornig und halsstarrig.
Das sanguinische Temperament ist lebhaft, lustig, großzügig, wird leicht heftig, ebenso schnell wieder besänftigt, ist aber auch flüchtig und unbeständig.
Das lymphatische Temperament ist phlegmatisch, unentschlossen, furchtsam, allen größeren Anstrengungen abgeneigt und keusch aus Gefühlskälte.
Das nervöse Temperament ist von wechselvoller Stimmung, es geht allem auf den Grund, doch neigt es zu Traurigkeit, Zornesausbrüchen und Furcht, ist grüblerisch und auch rachsüchtig.

Jedes Temperament ist zu bestimmten Krankheiten geneigt, das cholerische neigt zu Krankheiten, die durch Stauungen in Leber, Galle, Milz, Pfortadersystem entstehen, oft heftig sind und leicht chronisch werden.
Das sanguinische Temperament neigt zu Krankheiten durch Blutüberfüllung und -stauung, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Krampfadern, Hämorrhoiden, Schlaflosigkeit, Herz- und Blutgefäßentzündungen.
Das lymphatische Temperament neigt zu chronischen Erkrankungen des Drüsensystems, zu Skrophulose, Tuberkulose, Katarrhen, Hautkrankheiten und Wurmbeschwerden, das nervöse Temperament zu Verstopfung, Durchfall, Gefräßigkeit, Neurosen, Neuralgien, Lebensüberdruss.