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08 Therapie, Pharmakologie und Pharmazie der Alchemie

Therapie, Pharmakologie und Pharmazie der Alchemie

Max Retschlag (1934)

Die Alchemie ist als Heilkunst zugleich Therapie, Krankheitsbehandlung, Pharmakologie, Arzneimittellehre und Pharmazie, Arzneimittelbereitung. In ihrer Therapie und Pharmakologie stützt sich die Alchemie auf die Astrologie, auf die hermetische Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen den Welten, insbesondere zwischen der astralen Welt, der Welt der Seele und der Gestirne, und der irdischen mit ihren Geschöpfen, mit dem Menschen.

Für die Linderung und Heilung der menschlichen Krankheiten gebrauchte die Alchemie hauptsächlich ihre Quintessenzen. Die Auswahl der Rohstoffe richtet sich nach den Signaturen, den Kennzeichen, die alle Wesenheiten aufweisen. Man bestimmte die Art einer Krankheit, dann den Planeten, der das erkrankte Organ regiert und das Tierkreiszeichen, welchem der erkrankte Körperteil zugehört, um dementsprechend die Stoffe für die Bereitung der Heilmittel auszuwählen.

Nach der hermetischen Lehre von der Analogie zwischen Weltall und Erde mit ihren Geschöpfen weist jede irdische Wesenheit durch ihre Signaturen auf den Gebrauch, den der Mensch davon machen kann. So entspricht beispielsweise die grüne Schale der Walnuss der äußeren Kopfhaut, die holzige Schale der Hirnschale, die beiden Kernhäute den Hirnhäuten, der Kern dem Gehirn. Auch die kleinen Blütenblätter der Päonie zeigen ein auf die Adern und die Hirnhaut weisendes Kennzeichen, und geben daher ein Heilmittel gegen bestimmte Gehirnerkrankungen, Epilepsie und anderes. Dasselbe lässt sich von den Meerzwiebeln sagen, sie haben Kopfform. Das Haar- und Baummoos weist auf die Kopfhaare, ebenso die pelzige Schale der Quittenäpfel, deren Aufgüsse, als Einreibung gebraucht, das Wachstum der Haare fördern und das Ausfallen hindern.
Die Haselwurz hat die Form des Ohres in ihren Blättern, sie stärkt Gehör und Gedächtnis, die Abkochung der Pflanze in Salzwasser bringt geschwächtes und verlorenes in Gehör wieder.
Sturmhutblüten haben die Signatur der Pupillen, das aus ihnen destillierte Öl ist heilsam bei verschiedenen Augenleiden. Auch Ginster, Augentrost, Skabiosen, Kamillen, Grindkraut und Fingerhut haben auf die Augen weisende Zeichen.
Die Blätter der wilden Minze haben annähernd Nasenform, ihr Extrakt bringt verlorenen Geruch wieder.
Die Hauswurz lässt sich in ihren fleischigen Blättern mit dem Zahnfleisch vergleichen, sie heilt dessen Schäden. Bei anderen Arten des Zahnleidens hilft das Bilsenkraut, eine Abkochung von Persicaria in Essig heilt alle Zahnschmerzen und dasselbe wird von der Abkochung der Pinienkerne behauptet wegen ihrer Zahngestalt.
Auf die Leber weisen Schwämme und Pilze, Pfifferlinge, Leberkraut und auch die Birnen.
Herzsignatur zeigen Zitronenmelisse, Quittenäpfel, Mais und Borstengras; eine Signatur der Lunge hat das Lungenkraut, auf die Milz weisen Hirschzunge und Lupinen, auf den Magen die Wurzelknolle des Alpenveilchens, Ingwer und Galgant.
Zeichen der Därme haben Kalmus und Kassienröhren, der Blase Alkekenge, Blasenschötchen, der männlichen Geschlechtsorgane Knabenkrautzwiebeln, Knoblauch, Bohnen, Kichererbsen, Fichtenzapfen, Eicheln. Gegen die von den Franzosen Aiguilette genannte geschlechtliche Störung hilft eine Abkochung von Zichorienstrünken, gegen Scheidenentzündung eine solche von Habichtskraut. Leiden der Gebärmutter bessert nach der Analogie Osterluzei, auch die innere Haut der Birkenrinde mit ihrer Aderzeichnung, Muskatnuss und Granatäpfel.
Auf die Nieren weist Portulak und Schachtelhalm, auf das Rückenmark Bärlapp, Farren, auf die Nerven Wegerich, auf die Haut Johanniskraut usw.

Die Tierorgane entsprechen den gleichen menschlichen Organen, sie geben, alchemistisch bereitet, entsprechende Heilmittel, und es ist nicht ein Organ im Menschen, das nicht sein Analogon im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich hätte, um nach der Bereitung das entsprechende Heilmittel darzustellen.

Von den sieben Planeten der alten Astrologie beherrscht die Sonne die Blutzirkulation, das Herz, die Arterien, das rechte männliche, linke weibliche Auge und den Sehnerv. Mineralien der Sonne sind Gold und Antimon, Drogen sind Moschus, Weihrauch, Bernstein, Safran, Honig und Gewürznelken. Die der Sonne zugeteilten Pflanzen sind mittelgroß, haben gelbe Blüten, einen aromatischen Duft und angenehm säuerlich schmeckende Früchte. Polygonum heilt Herz-, Magenschmerzen und geschlechtliche Ausschweifungen, Euphrasia katarrhalische Augenentzündungen, Atenaria margaritacea Apoplexie, Fraxinus stärkt das Herz, Tamarix germanica ist hilfreich gegen Epilepsie und kräftigt das Gehirn, Melisse ist ein Tonicum, Enula campana in Wein behebt Asthma und stärkt die Sehkraft, Lorbeer ist giftwidrig und Zitrone reinigend.

Der Mond wirkt auf das Gehirn ein, auf das linke männliche und rechte weibliche Auge, auf Magen, Därme, Brüste, Blase, Uterus, auf die Menses und andere Körperausscheidungen. Mineralien des Mondes sind Silber, Bergkristall und Perlen. Drogen sind Kampfer, weißer Sandal, weißer Bernstein, Mohn. Seine Pflanzen haben meist eigenartige Formen, weiße Blüten, die entweder geruchlos sind oder fade riechen, und haben Früchte, die geschmacklos sind, oder widerlich schmecken. Destillierter Saft aus Melonen heilt Fieber und innere Entzündungen, Mandragora heilt Rose usw.

Merkur beeinflusst Hirn und Gedächtnis, Hände und Füße mit Fingern und Zehen, Zunge und Nerven. Seine Mineralien sind Quecksilber, Markasiten, Porphyr und Achat. Drogen sind Styrax, Benzoeharz und Eschensamen. Die Pflanzen, die dem Merkur zugeteilt werden, sind mittelgroß, oft gewunden, haben kleine, mehrfarbige Blüten mit unangenehmem Geruch und Früchte mit verschiedenerlei Geschmack. Die Quintessenz von Haselwurz stärkt Gehör und Sehkraft, die aus Majoran bereitete ist dienlich gegen Lethargie, Nervenschmerzen; Schlangenkraut heilt Asthma, Wacholder Koliken und Wassersucht, wohlriechender Klee Fallsucht und Harnverhaltung.

Venus wirkt auf Hals und Kehle, Brustwarzen, Unterleib mit Geschlechtsorganen, Nieren, Kiefern, Kinn. Mineralien sind Kupfer, Smaragd und Chrysolith, Drogen sind Moschus und Zibet. Die ihr unterstellten Pflanzen sind klein, haben schöne, große Blüten mit aromatischem Duft, süßschmeckende Früchte oder sie sind ohne Früchte. Die Rose heilt Gonorrhoe, Gebärmutter- und andere Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane, und dasselbe gilt von den Seeblumen, die auch Priapismus, Schwindel und Brennen in der Leber beseitigen. Die Lilien heilen Leibaufblähung, Lähmungen und Schwerhörigkeit.

Mars beeinflusst Gallenblase, Nieren, männliche Zeugungsorgane, Muskeln, Sehnen und linkes Ohr. Mineralien sind Eisen, roter Jaspis, Amethyst, Hyacinth, Onyx; Drogen sind Pfeffer, Ingwer, Nieswurz, Wolfsmilch, Schwefelblumen und Salmiak. Die Gewächse sind stachlig, dornig oder sie haben Brennhaare, sie sind klein mit kleinen, roten Blüten, und diese haben einen prickelnden, oft unangenehmen Geruch. Disteln heilen Brustfellentzündung, ihr Same Dysentene, Brennnesselblätter vertreiben Geschwülste, und ihr Same ist heilsam bei Brustfellentzündung und Schweratmigkeit.

Jupiter wirkt auf Lungen, Arterien der Luftröhre, Atmungsmuskeln und -nerven, Brustraum, Seiten, Zwerchfell, Leber und Venen. Mineralien sind Zinn, Saphir und Jaspis. Seine Pflanzen sind groß und voll, haben blaue oder helle Blüten ohne Duft, und süß oder säuerlich schmeckende Früchte. Betonie heilt Geschwüre, Balsamine Wunden, Ringelblume Gallenverstopfung usw.

Saturn beeinflusst Knochen, Zähne, Milz, Blase, Hüften und das rechte Ohr. Mineralien sind Blei, Stahl, Pechkohle, Auripigment, Zinnober, Achat, Chalzedon, Topas. Drogen sind Resina Scammonii, Opium, Schwefel, Alaun; seine Pflanzen sind groß, trist, haben dunkle Blüten mit üblem Geruch und bittere, zusammenziehende und auch narkotische Früchte. Affodill, Hanf, Mandragora, Klette, Farn haben blutstillende Eigenschaft, Zypresse, Pinie, Tamariske und Eibe heilen Lepra, Blasenverstopfung, Milzleiden usw.

Je nachdem sich die Planeten in einem der Zeichen aufhalten, werden entsprechende Erkrankungen ausgelöst. Besonders kennzeichnet sich diese Einwirkung, wenn sich der Mond in einem dieser Zeichen aufhält, weil er gewissermaßen als Sammellinse der übrigen PlanetenstrahIen zu betrachten ist.

So zeigt sich sein Einfluss im Widder mit der Elementareigenschaft warm-trocken, Haus des Mars, auf den Kopf, auf Gehirn, Augen, Ohren, Nase, Mund, Zunge, Zähne, Haare. Heilstoffe sind außer den entsprechenden Tierorganen Paeonien für den Kopf, ebenso Nux moschata, Papaver, Agaricum, Lilium; für die Augen Scabiosa, Euphrasia für die Ohren Austernschalen, Schnecken; für die Nase Agaricum, Lycopodium; für die Zunge Cyno-glossum, Buglossum; für die Zähne Hyoscyamus, Chelidonium, Basilicum.
Im Stier, kalt-trocken, Haus der Venus, bringt er eine Einwirkung auf Schilddrüse, Hypophyse, Thymus, Hals und Kehle. Heilstoffe geben die betreffenden Tierorgane und Scrofularia.
In den Zwillingen, feucht-warm, zeigt sich ein Einfluss auf Atmungssystem, auf Schultern, Arme, Hände und Brust. Heilmittel für die Schultern sind Enula campana, Hissopus; für Arme und Hände Calamus aromaticus, Palma Christi; für die Milchsekretion Lactuca sativa und Taraxacum.
Im Krebs, kalt-feucht, Haus des Mondes, wird Brustraum, innerer Lungenflügel, Brustfell, Leber und Milz angegriffen. Heilmittel für die Brust sind Pulmonaria und Viscum Quercus; für die Milz Scolopendrium; für die Leber Lichen und Quercus. Gallenstauung heilt Crocus, Rheum, Absyntliium, AIe; gegen die schwarze Galle dienen alle Pflanzen mit violettem oder schwärzlichem Milchsaft, während solche mit weißem Milchsaft Antiphlegmatica sind. Tierische Heilstoffe geben Lungen, Ziegen- und Taubenleber, Schafmilz.
Im Löwen, Haus der Sonne, warm-trocken, wird das Blutsystem angegriffen, Blut- und Nervensubstanz, Magen, Zwerchfell, Rückenmark und Herz. Blutungen heilen Runkelrüben Fragaria, und alle Pflanzen mit rotem Saft, roten Stengeln oder Blättern. Blutvergiftung beseitigen Schlangen, Spinnen und Skorpione.
In Jungfrau, Haus des Merkurs, zeigt sich der Einfluss der Mondstrahlung auf Magenmund, Solarplexus, Pankreas und Därme. Heilmittel geben Regenwürmer, für den Magen Aristolochia, für die Därme Cassia, Calamus und Carminativa sind Lorbeer- und Ginsterbeeren, Kümmel- und Anissamen.
In Waage, warm-feucht, Haus der Venus, werden Nabelgegend, Weichen, Nieren, Blase, Keimdrüsen angegriffen. Diuretica sind Daucus carota, Humulus lupulus, Asparagus, Symphitum, und alle Pflanzen mit blassgelben Blüten und salzigem Geschmack; Blasen- und Nierenstein heilen Saxifraga und Mujum.
In Skorpion, kalt-feucht, Haus des Mars, erstreckt sich der Einfluss auf die Geschlechtsorgane, Nase und Schlund, Nebennieren. Heilmittel geben neben den entsprechenden tierischen Organen die Orchideen, Eicheln, Kichererbsen, und spermatisch wirken alle Pflanzen mit Milchsaft.
In Schütze, warm-trocken, Haus des Jupiter; wird das Muskelsystem beeinflusst, Blutgefäße, Darmhäute, Gesäß, After und Schenkel. Heilstoffe geben Ruta, Scrof ularia.
In Steinbock, kalt-trocken, Haus des Saturn, sind Knie, Beinnerven, Zellgewebe, Haut und Schleimhäute bedroht. Heilstoffe sind alle Giftpflanzen.
In Wassermann, warm-feucht, Haus des Saturn, werden Zellwände, Kniekehlen, Unterschenkel und Blutumlauf beeinflusst, eine von den Heilpflanzen ist Geranium, Storchschnabel, in den rot und violett blühenden Arten.
In Fische, kalt-feucht, Haus des Jupiter, sind Knöchel, Füße, Synovialkapseln, sehnige und fibröse Häute, sowie das Lymphsystem bedroht. Heilmittel geben alle Wasserpflanzen.

Der Kopf ist bedroht, wenn sich der Mond im Widder befindet, warm-trocken, die Füße, wenn er sich in den Fischen aufhält, kalt-feucht. Krebs, Jungfrau, Skorpion und Steinbock mit der Elementareigenschaft kalt wirken auf die linke Körperseite, Zwillinge, Löwe, Waage, Schütze und Wassermann mit der Eigenschaft warm auf die rechte. Nach dieser uralten Einteilung hat die rechte Körperseite die Elementareigenschaft warm, die linke kalt. Trocken und feucht wechseln ab, das Trocken-Feuchte der linken Seite ist schwächer, wie das der rechten, nämlich links kalt, rechts warm. Die Erfahrung bestätigt, dass die linke Körperseite empfindlicher ist, wie die rechte, und dass man den Kopf kalt, die Füße warm halten soll, um Störungen zu vermeiden.

Die in einen Kreis nach ihrer Reihenfolge eingezeichneten zwölf Tierkreiszeichen stehen sich je zwei gegenüber und stehen auch gegenseitig in bestimmten Winkeln zu einander. Es weist dies auf Beziehungen, die zwischen den Zeichen und damit zwischen den von ihnen vertretenen Körperteilen und Organen bestehen.

Krankheiten, die unter die einzelnen Zeichen fallen, sind in
Widder: Gehirnleiden, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervenschmerzen und -entzündungen, Augenleiden, Ohrenleiden, Taubheit, Schwindel;
Stier: Halsleiden, Kropf, Krupp, Diphtherie, Apoplexie, Mandelentzündung, Stimmbandleiden;
Zwillinge: Bronchialleiden, Asthma, Pneumonien, Lungentuberkulose, Nervenleiden, Störungen in Armen und Händen;
Krebs: Verdauungsstörungen, Magenleiden, Wassersucht, Krebs, Bleichsucht;
Löwe: Herzleiden, Blutkreislaufstörungen, Ohnmacht, Halsleiden;
Jungfrau: Darmleiden, Durchfall, Verstopfung, Kolik, Tuberkulose, Cholera, Würmer, Bauchfellentzündung, Anämie;
Waage: Nierenleiden, -steine, Diabetes, Nephritis, Blasenkrankheiten, Reißen in den Lendenmuskeln;
Skorpion: Blasen- und Geschlechtskrankheiten, Nierenbecken- und Kelchentzündung, Uterusleiden, Harnverhaltung, Syphilis, Halsleiden;
Schütze: Husten, Hüftgelenkentzündung, Nervenleiden, Gicht, Ischias;
Steinbock: Hautkrankheiten, Gelenkrheumatismus, Melancholie;
Wassermann: Blutverderbnis, Herzschwäche, schlechte Säftezirkulation, Nervenleiden, Bleichsucht, Krampfzustände;
Fische: Ödeme, Wassersucht, Drüsenleiden, Alkoholismus usw.

Die zwölf Zeichen werden eingeteilt in vier Gruppen (Trigon) als
drei feurige Zeichen: Widder, Löwe, Schütze;
drei luftige Zeichen: Zwillinge, Waage, Wassermann;
drei wässrige Zeichen: Krebs, Skorpion, Fische;
drei irdische Zeichen: Stier, Jungfrau, Steinbock.

Weiter ergeben die zwölf Zeichen drei Gruppen zu vier Zeichen, nämlich
vier Hauptzeichen: Widder, Waage, Krebs, Steinbock;
vier feste Zeichen: Stier, Skorpion, Löwe, Wassermann;
vier bewegliche Zeichen: Zwillinge, Schütze, Jungfrau, Fische.

Es bilden die zwölf Zeichen demnach eine Dreiheit, die ihren Ausdruck in einer Vierheit findet. Die vier Zeichen jeder Dreiheit stehen zueinander im Geviert- oder im Gegenschein, sie bilden einen unharmonischen Aspekt, und damit wird es erklärlich, dass eine Krankheit, die unter das eine Zeichen fällt, auch in den damit durch den unharmonischen Aspekt in Verbindung stehenden anderen Zeichen derselben Gruppe sich äußern wird je nach Konstitution und Temperament. So zum Beispiel Wassermann: Blutverderbnis mit mangelhafter Zirkulation, wirkt auf Stier: das Kleinhirn ist in Mitleidenschaft gezogen, weiter auf Skorpion: die Sexualfunktion ist beeinträchtigt, Löwe: es treten Herzstörungen, Rückenschmerzen auf und Wassermann: Krampfzustände sind die Folge.
Waage: chronische Nierenentzündung, bei der das Nierengewebe geschädigt wird, steht in Verbindung mit Krebs: Magen- und Darmleiden, Widder: Anämie und Augenleiden, und Krebs-Skorpion-Waage: Hautwassersucht tritt auf
Diphtherie hat oft Herzschwäche und eine sich rasch entwickelnde Anämie: Stier-Löwe-Wassermann.
Zwillinge: Lungentuberkulose, steht nicht selten im Zusammenhang mit Jungfrau: Darmleiden, die sich in der Jugend in Wurmbeschwerden äußern, und mit Fische: Drüsenleiden, und zeigt im Beginn den charakteristischen kurzen, trockenen Husten: Schütze.
Neurasthenie, Widder, zeigt häufig Schlaflosigkeit: Widder, geschwächtes Gedächtnis: Widder und Krebs, sowie Kopfschmerzen infolge gastrischer Störungen.
Die männliche Geschlechtsreife: Skorpion, zeigt sich im Stimmwechsel: Stier. Sondert die Haut reichlich Schweiß ab: Steinbock, so werden die Nieren entlastet: Waage, und so ließen sich noch viele Beispiele anführen.

Auch der menschliche Organismus zeigt die drei Hauptprinzipien Schwefel, Merkur und Salz, und zwar in den drei Vierergruppen. Die normale Beschaffenheit dieser Prinzipien und ihres Verhältnisses zueinander bedeutet Gesundheit des Menschen, eine Änderung darin lässt Krankheiten entstehen.

Nach den Aufzeichnungen, die David de Planis Campy über die paracelsische Alchemie hinterlassen hat, sind diese krankmachenden Veränderungen verschiedener Art. Im Schwefel zeigen sie sich als Gerinnung, Entzündung und Auflösung. Die Gerinnung des Schwefels verursacht Gehirnerkrankungen, Schwindel, Apathie, Koma. Solche Schäden werden behoben durch „den warmen Schwefel der Sonne“, eine Gold-Schwefel-Verbindung mit der Tinktur aus Convallaria und dem Öl aus Caryophyllum. Die Entzündung des Schwefels bildet die Ursache für putride und pestilenzielle Fieber, sie erzeugt Erysipelas, Gangrän, Phlegmone und Ophthalmien. Beseitigt werden diese Erkrankungen durch einen schweißtreibenden Schwefel, wie der aus dem Knallgold bereitete, der mit dem Salz aus Artemisia Absynthium zu mischen ist.

Die Auflösung des Schwefels hat Dysenterien, Diarrhöen, Vomitus, Diabetes und andere unnormale Ausscheidungen zur Folge, die heilbar sind durch eine Mischung der Öle aus Caryophyllum und Citrum, oder durch das Oleum Petri mit der Konserve aus Pfefferminze.

Veränderungen, denen der Merkur im Menschen unterworfen sein kann, sind Destillation, Sublimation und Präzipitation, die stets erst nach vorangegangenen Störungen im Schwefel und Salz entstehen. Eine Destillation des Merkur kann trocken oder feucht sein. Ist sie trocken, so erzeugt sie Blähungen, Koliken, Bauchauftreibung, Skropheln, Mandelentzündung und Wassersucht. Geheilt werden diese Schäden durch „das Primum Ens Hydrargyn“ mit oder auch ohne die Essenzen von Hypencum und Acorus Calamus. Eine feuchte Destillation verursacht Apoplexie, Paralysen, Spasmen, Incubus und Tenesmus. Dagegen hilft das Öl aus dem Calomel mit Salbeiessenz.

Die Sublimation des Merkurs zeigt sich in Manien, Brustfell- und Lungenentzündung, Schwindsucht, Anthrax, Lepra, Lues, Pestbeulen oder Migränen. Geheilt wird dies durch das Bezoarticum minerale mit dem Salz aus Artemisia. Die Präzipitation des Merkurs zeigt sich an Gliedern und Knochen, sie verursacht Gicht, Ischias, Knochenleiden. Ein Heilmittel bildet das durch Sublimation kristallisierte Quecksilber mit dem Extrakt von Helleborus. Das Salz hält Schwefel und Merkur zusammen, es hat koagulierende, läuternde und erhaltende Eigenschaften, doch bringt seine Destillation, Kalzination und Reverberation Schaden. Die Destillation zeigt sich durch Ödeme, Wasseransammlung in Bauch, Brust, Kopf und Füßen, als Diabetes und Kachexie. Man heilt dies durch das „Primum Ens vegetabile“, gegeben mit dem Extrakt aus Esula minor.

Wenn das Salz im Körper kalziniert wird, so entsteht daraus ein Tartarus, der die Ursache für Gries- und Steinleiden bildet. Diese Krankheitserscheinungen werden durch das aus Bergkristall zu bereitende Salz geheilt, das mit dem aus Ononis spinosa destillierten Wasser, mit präparierten Krebsaugen oder mit Weinsteinöl gegeben wird. Das dekrepitierte Salz wird Ursache für Hautschäden, Lepra, Skorbut, Elephantiasis, Ekzeme und dergleichen, was vom Balsam des süßen Schwefels, aus Schlangengift bereitet, mit Öl und Extrakt aus Guajacum und China geheilt wird.

Die für die Bereitung der Heilmittel ausgewählten Rohstoffe aus dem Mineral-, Vegetal- und Animalreich haben ebenso, wie der Mensch, einen wahrnehmbaren Körper und einen nicht wahrnehmbaren, das Astral, und dies ist besonders bei den tierischen und pflanzlichen Stoffen zu beachten. Der stoffliche Teil enthält allerlei, was im Medikament überflüssig ist, was sogar eine wesentlich schädliche Wirkung auf den Menschen haben kann. Diese überflüssigen Teile müssen als Phlegma und Caput mortuum durch die Bereitung abgeschieden werden, und wenn dies sorgfältig auf alchemistische Weise geschieht, erhält man die Quintessenz.

In der Quintessenz, dem fünften Wesen der vier Elemente, aus den Stoffen des lebendigen Pflanzen- und Tierreiches bereitet, vereinen sich dann alle feinstofflichen, heilwirksamen Teile. Durch die Putrefaktion wurden diese Stoffe auf naturgemäße Weise in ihre feinsten Bestandteile zerlegt, sie vermochte es, den Körper völlig aufzuschließen, löste die Zellen aus ihren Verbänden, befreite das Astral, das wirksame Prinzip jedes Wesens, und wurde Ursache für das Entstehen neuer Verbindungen, die jene Quintessenz bilden, das an die kleinste Menge des Feinstofflichen gebundene Astral. Diese Quintessenz ist eine stark dynamisierte Lösung und als solche fähig, tief auf das Astral des Menschen als den Träger seiner Lebenskraft einzuwirken. Sie bewirkt in kleiner Dosis eine wahre alchemistische Transmutation, indem sie das Kranke, Unreine, Vergiftete in den reinen, gesunden Zustand verwandelt. Und diese Wirkung erzielt sie durch das Lebendige, das in ihr ist, nicht durch ihre chemischen oder physischen Eigenschaften.

Den von allem Verweslichen befreiten und daher unbegrenzt haltbaren Quintessenzen wurde nicht nur eine weitgehende Heilwirkung zugeschrieben, sondern sie sollten den Organismus auch erhalten, vor Verfall bewahren und den alternden wieder verjüngen. Keine Quintessenz kann aber auch nur annähernd die heilende und erneuernde Wirkung des großen Universalelixiers erreichen, des „Aurum potabile“. Viele Alchemisten, die nicht Adepten waren, haben geglaubt, ein solches Universalmittel aus dem Golde bereiten zu können, getäuscht durch den Ausdruck Aurum potabile. Die aus dem Golde bereitete Tinktur sollte besonders das Herz günstig beeinflussen, denn das Herz ist ebenso der Mittelpunkt für das Leben im Menschen, wie die Sonne, der Planet des Goldes, Mittelpunkt für das Leben in unserem Planetensystem ist. „Das Gold kräftigt das Herz durch seinen Magnetismus“, sagt Kircher im „Mundum Subterraneum“, „aber es nährt nicht, denn das ist die Eigenschaft der vegetabilen Drogen. Kein Mixtum kann uns nähren, wenn es nicht selbst vorher ein animales oder vegetabiles Leben in sich gehabt hat. Das Gold wirkt nur ebenso, wie die Edelsteine durch radioaktive Strahlung (radioso quodam effluvio).“

Darum müssen der Tinktur des Goldes solche Elemente zugefügt werden, die lebendig sind und durch sich selbst wirken, Malven-, Melissen- oder Saffranwein wie Crollius lehrt. Auch den Weingeist wollte man durch eine lange, gelinde Putrefaktion zu einer Alkohol-Quintessenz erhöhen, die viele für ein Universalelixier hielten. Dieses „Lebenswasser, Aqua vitae“ ist unzersetzlich(,) und hat keine Elementareigenschaften mehr. Es ist warm und trocken, wie das Feuer, und wärmt deshalb die Körper; es ist aber auch kalt und feucht, wie das Wasser, und kühlt die hitzigen Krankheiten. Es vermag vor Verwesung zu bewahren, und wenn es tote Körper erhalten kann, sagt Rupescissa, sollte es dieses nicht um vieles mehr bei lebendigen können? Er nennt dieses Lebenswasser einen Himmel, dem man Planeten zufügen solle, nämlich Tinkturen aus den sieben Planeten, den Metallen, oder aus den irdischen Sternen, den Pflanzen.

Auf vereinfachte Weise bereitete man Metalltinkturen, indem man das betreffende Metall glühte oder schmolz, und es in Alkohol ablöschte, fünfzig und mehrmals hintereinander. Die aus dem Golde auf diese Weise bereitete Tinktur ist blutreinigend und allgemein erneuernd, diejenige des Silbers heilt Auswurf, Schweiße, Gehirn- und Magenleiden, die des Zinns ist wirksam bei den Krankheiten der Leber, der Lungen, der Arterien, bei Gelbsucht, Gicht und Nervenstörungen. Die Tinktur aus dem Kupfer heilt Leiden der Geschlechtsorgane, der Eingeweide und Nasenlöcher, diejenige des Bleis Knochen-, Magen-, Nerven-, Blasen-, Augen- und Ohrenerkrankungen usw.
Gegeben wurden diese Tinkturen in kleinster Dosis und in einem nach Art der Krankheit ausgewählten Pflanzenvehikel.

Von den vielerlei Heilmitteln, die von Paracelsus und seinen Nachfolgern in der von ihm zu neuem Leben erweckten und erweiterten Alchemie bereitet und verwendet wurden, sind außer den bereits von Planis Campy genannten noch erwähnenswert die verschiedenen Cathartica, Diuretica, Diaphoretica und Emetica, die Unreinigkeiten in den Körperflüssigkeiten, in den Humores beseitigen sollten. Krankhafte Störungen in den Temperamenten wurden durch die vier Arcana und die vier Temperantia beseitigt.

Für das „Diaphoreticum Paracelsi“ digerierte man Gold in einer Lösung von Antimonchlorid und Königswasser. Nach der Destillation wurde der Rückstand sorgfältig ausgewaschen und getrocknet, um bei Wassersuchten, Gicht und ähnlichen Leiden Verwendung zu finden. Ein weiteres Diaphoreticum war der Spiritus aus dem Weinstein, gebraucht gegen Syphilis, Paralysen und Leberleiden.

Aus Kupfervitriol und Weinstein bereitete man das „Specificum purgativum Paracelsi“, das bei den meisten Krankheiten wirksam war, um eine Entleerung und Reinigung zu erzielen.
Das Perlsalz gebrauchte man gegen Kontrakturen, Lähmungen, Schlaganfall, Nieren- und Blasenstein, das Korallensalz als blutbildend und blutverbessernd gegen Bleichsucht, Verstopfung, und bei venösen Blutstauungen mit den damit in Zusammenhang stehenden Spasmen und Geschwüren.

Das „Elixier proprietatis Paracelsi“ galt als ein Mittel, alle Arten von Alterserscheinungen zu beseitigen, Migräne, Wechselfieber, Nierenleiden zu heilen, vor Lähmungen zu bewahren und das Leben zu verlängern.
Andere Mittel sind das Turbith minerale, das Electuarium Antimonii, das Spanchymagogum, Spermatietim, Bezoarticum, Laudanum, Manna, Gillae Theophrasti, Asa und Phalcüda Basilii usw.

Von den Metallen wurde das Salz Saturni in äußerlicher Anwendung bei Wunden und Augenkrankheiten gebraucht, die Quintessentia Antimonii gegen verschiedene schwere Leiden, bei denen auch der Mercurius vitae und das Vitriolum Solis, beides Präparationen aus dem Antimon, Verwendung fanden.
Der Spiritus Jovis diente gegen Leberleiden, und von Oleum Jovis wurde gesagt, dass es „in suffocatione matricis remedium mirabile et efficatissimum“ sei.

Die Essentia Martis brauchte man gegen Ruhr, Nieren- und Blasenleiden, das Oleum Martis gegen Bruchleiden äußerlich.

Weitere Medikamente waren das Hermaphroditicum Martis et Veneris, das Oleum Veneris, Aqua und Oleum Mercurii, die aus dem Golde bereitete Essentia Aun und der Liquor solis rubeus, sowie ein „Confortativum ac preaservativum sanitatis maximum“. Aus dem Silber bereitet ist zu erwähnen der Liquor Lunae und die Essentia oder Anima Lunae, „gut den Maniacis und Phreneticis, so in dem Haubte verwirret seyn; die auch ein blöd und schwach Gedächtnis haben“, und anderes.

Bei ihren Bereitungen unterschieden die Alchemisten in Ermangelung eines Thermometers hauptsächlich sieben verschiedene Wärmegrade als Bäder.

Der erste Grad ist das Wasserbad, Balneum Maris oder Mariae, B. M., das Verwendung findet für Putrefaktion, Zirkulation, Digestion und Dissolution.
Der zweite Grad ist das Dampfbad, Wasserdampf, oder eine Grube mit fermentierenden Stoffen, Rossmist und dergleichen, für Digestion oder Zirkulation.
Der dritte Grad ist das Aschebad, B. C., leicht trocken-warm, gemäßigt, gebraucht für Digestionen und langsame Destillationen.
Als viertes folgt das Sandbad, B. R., für Destillation und Gerinnung, und das fünfte Bad ist das Eisenfeilbad, ebenso, doch in stärkerem Maße heiß-trocken, wie das Sandbad, für schwerere Destillationen und Sublimationen.
Das sechste Bad ist das Kohlenfeuer, für Reverberationen und Sublimationen, und
das siebente ist das Holzflammenfeuer für Schmelzen und Zementieren.

Wasser-, Dampf-, Asche- und Sandbad hatten drei, Eisenfeilbad, Kohlen- und Holzfeuer vier verschiedene Grade.
Von besonderen Geräten für alchemistische Bereitungen sind zu nennen Cucurbita mit Helm und Vorlage, Pelikan, Phiala, Diota für Zirkulationen, Aludel für Sublimationen und andere mehr. Als etwas Besonderes ist der Ofen für das große Werk zu erwähnen, der „Ofen der Philosophen“, genannt Athanor, da das Feuer in ihm nicht ausgehen darf. Er wurde auch für Putrefaktionen benutzt und war bei den einzelnen Adepten verschieden eingerichtet, um eine dauernde, mäßige Wärme erzeugen zu können. Das eigentlich Wirksame im großen Werk ist das innere Feuer der Materie, das Naturfeuer, deshalb konnte Philalethes mit Recht sagen: „Wir haben nur ein Gefäß, einen Ofen, ein Feuer, und das alles ist nur ein Ding, nämlich unser Wasser.“

Die Verwendung tierischer Organe zu Heilzwecken wurde von der Medizin in neuerer Zeit aufgenommen und hat als Organ- oder Opotherapie steigend Bedeutung erlangt. Man verwendet in erster Linie die endokrinen Drüsen, weiter dann aber auch andere tierische Organe in der Voraussetzung, dass auch sie bestimmte Agentien an die Blut- und Lymphbahnen abgeben, die nicht unnütze Stoffwechselschlacken allein darstellen, sondern die von anderen Organen aufgenommen und weiterverarbeitet werden, oder die andere Organe in ihrer Tätigkeit anreizen oder hemmen.

Nach ihrer hermetischen Lehre von den Entsprechungen gebrauchte die Alchemie außer den Stoffen des Stein- und Pflanzenreiches stets auch solche aus dem Tierreich für die Bereitung ihrer Heilmittel. Im Mittelalter blieben sie hauptsächlich auf tierische Auswurf- und Abwurfstoffe beschränkt, wie Klauen, Gehörn, Haare, zu denen dann noch Blut, Leber, Milz, Lungen gebraucht wurden.

Die Alchemie führt ihre Kenntnisse auf diejenigen der ägyptischen Weisen zurück und, dass diese Tierorgane und unter anderem auch die Hormone mit ihren Eigenschaften und Funktionen nicht unbekannt waren, geht aus einem ungefähr fünftausend Jahre alten Papyrus hervor, dessen vordem völlig unverständlicher Text erst neuerdings auf Grund der Forschungsergebnisse über die Hormonwirkung verstanden werden konnte.

Die Bereitungsweise der Alchemie weicht von der gebräuchlichen ab, sie suchte das allein Wirksame, das Astral zu erhalten, und bearbeitete daher die organischen Substanzen entweder nach dem Quaternär: Putrefaktion, Separation, Purifikation, Union, oder vereinfacht nach dem Ternär: Putrefaktion, Zirkulation, Destillation
Das höchste Ziel wahren alchemistischen Strebens ist das große Universalheilmittel, die „Tinctura Physica“ nach paracelsischer Benennung, der „Stein der Weisen“.

Es gibt nur dieses eine Meisterwerk, alles, was von einem besonderen vegetabilen oder animalen Stein berichtet wird, ist absichtliche Irreführung oder freie Phantasie Unwissender. Falsch ist auch die Ansicht, dass der „Merkur der Weisen“ für etwas Gesondertes anzusehen sei. Nur auf Grund umfassender Kenntnisse konnte dieses Universal aufgefunden werden, und dass solche Kenntnisse in urfernen Zeiten vorhanden gewesen sind, bezeugt der Papyrus. Allerdings blieben sie auf einige wenige beschränkt und sind mit ihnen verschwunden, wie es aus den primitiven anatomischen und biologischen Kenntnissen des Mittelalters hervorgeht. Das große Werk selbst aber überdauerte die Jahrtausende.