Aussteiger aus den traditionellen Kirchen und Sekten

Elias Rubenstein (2017)

In diesem Artikel behandelt Elias Rubenstein die Gründe der Aussteiger und  Austritte aus christlichen Kirchen und Sekten. Hierbei werden Inhalte der allgemeinen Menschenrechte, Religionsfreiheit und dem Zeitalter der Aufklärung berücksichtigt. Elias Rubenstein ist Autor, Vortragender und Kunstschaffender.

Wie der kritische und aufgeklärte Leser aus den modernen Medien entnehmen kann, mehrt sich seit Jahrzehnten im modernen westlichen Kulturraum die Zahl der Aussteiger aus den etablierten Kirchen und christlichen Sekten. Weder protestantische noch katholische Gemeinschaften scheinen im Westen an Popularität dazuzugewinnen. Ganz im Gegenteil wird es sogar immer unpopulärer einer christlichen Gemeinschaft anzugehören, in der skandalöse Missbrauchsfälle oder andere verwerfliche unethische Handlungen zu Tage treten.

Viele Aussagen von modernen Kirchenvertretern erscheinen sogar kritisch betrachtet besonders bibelfeindlich und inhaltlich als auch formal widersprüchlich. Es wundert kaum, dass so viele moderne und akademisch gebildete Personen diesen religiösen und widersprüchlichen Gemeinschaften den Rücken kehren. Die säkulare Schulausbildung trägt ihren Teil dazu bei, diese traditionellen Kirchen kritisch zu hinterfragen.

Es stellt sich hierbei die gewichtige Frage, ob die modernen Kirchenvertreter, Päpste, Bischöfe und Kardinäle, Pfarrer, Pastoren und ihr Personal, aus Unwissenheit oder willentlich bestimmte Informationen verbreiten. Verständlich ist, dass jeder Austritt diesen Kirchen eine beträchtliche Summe an Geld kostet, da die zwanghaften und oftmals unfreiwilligen Kirchenbeiträge das finanzielle Fundament dieser Kirchen darstellen. Pfarrer, Pastoren und Kirchenangestellte verschiedener kirchlicher Sektionen, missionarische Unterorganisationen und Abteilungen finanzieren ihren Lebensunterhalt aus diesen Pflichtbeiträgen. So ist deutlich, weshalb manche Abteilungen so viel Personal, Zeit und Geld investieren um kirchenfreundliche Propaganda zu verbreiten und gleichzeitig jeden anders denkenden Menschen unchristlich und abfällig verteufeln und als gefährlich böse oder lächerlich darstellen versuchen. Auf diese Art und Weise werden durch Propaganda, Public Relations (PR) und Marketing-Maßnahmen Menschen gezielt manipuliert und vor allen anderen religiösen oder spirituellen Gemeinschaften gewarnt, da diese angeblich für Menschenopfer oder die finanzielle Ausbeutung ihrer Anhänger verantwortlich seien, oder dass ihre Anhänger daran gehindert werden würden, diese sogenannten Sekten zu verlassen. Besonders medienaktive Personen mögen sich wundern, dass die skandalhaften Medienberichte über sogenannte Menschenopfer (die eine höchst kriminelle Handlung darstellen) fehlen!! Wer eine Organisation nicht verlassen kann und gegen seinen Willen festgehalten wird, ist Opfer eines kriminellen Verbrechens, das als Freiheitsraub bezeichnet wird. Auch hierzu fehlen die modernen Medienberichte. Die Erfahrungsberichte zeigen ein anderes Bild. Vor Jahrzehnten wurde diese Methode der Fake-News als „Bauernfängerei“ bezeichnet, zum Glück ist das kritische Bildungsbürgertum kaum durch solche Lügengespinste zu überzeugen. Unverblümt werden hierbei unwissenschaftliche Quellen, die nicht universitär anerkannt sind, wie Wikipedia, Fernsehberichte und Selbstpublikationen missbraucht um diese haarsträubenden Märchen, die nur der Eisgipfel sind, zu verbreiten. Ein wenig historische Vorkenntnisse über beispielsweise christliche Religionskriege, Inquisition, Menschenverbrennungen, Folter etc. wirft schnell ein anderes Licht auf die Sachlage. Erstaunlicherweise meinen manche Personen, dass unliebsame dogmatische Gehirnwäsche samt Absolutismuswahn besonders in christlichen Kirchen zu finden seien. Schlussfolgernd sehen viele Personen nur einen Ausweg: den Ausstieg aus solchen bigotten und religionsfanatischen Kreisen.

Es ist klar: Es geht diesen Kirchenvertretern um Macht, Geld und ihre Existenz – damals wie heute! Hier werden sogar bewusst moralische und ethische Werte blindlings ignoriert, quasi nach dem überholten Motto: „Der Zweck heiligt die Mittel.“ Einen echten Christen erkennt man an seinen Taten! Jene selbsternannten Christen, die täglich damit beschäftigt sind, den Ruf ihrer Mitmenschen zu schädigen, da diese einem anderen Glauben nachgehen, verstoßen selbst gegen Gebote der Bibel und machen sich schuldig vor dem Richterstuhl Gottes! Denn: „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen!“

Jeder Bürger hat nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen. Wenn eine Organisation die Menschenrechte willentlich bekämpft oder diese Grundfreiheiten ignoriert, dann ist sie einerseits intolerant und andererseits im höchsten Maße gesellschaftlich gefährlich und sollte unter Beobachtung der Justiz stehen.

Die Freiheit und das Wohl der Menschheit hat das höchste Augenmerk für die Hüter der westlichen Mysterientradition. Weder blutrünstige Inquisitoren noch selbsternannte Moralapostel können sich diesen diskreten Bünden in den Weg stellen – denn letztlich gewinnt das Licht der Wahrheit.