Das dreizehnte Buch – Von dem gemeinen Gemüt.

Titelblatt der ersten Ausgabe in Deutsch, Hamburg 1706

1. Das Gemüt, lieber Tatius, ist aus Gottes Wesen selbst (wenn Gott auch ein Wesen und Eigenschaft hat), erkennt sich selbst allein vollkommentlich.

2. Darum ist das Gemüt nicht unterschieden von dem Wesen Gottes, sondern mit demselben vereinigt, gleich als das Licht mit der Sonne.

3. Und dasselbige Gemüt ist in dem Menschen ein Gott; darum sind etliche Menschen göttlich, und ihre Menschheit ist nahe der Gottheit.

4. Denn der gute Dämon hat bezeugt, dass die Götter unsterbliche Menschen seien, und die Menschen unsterbliche Götter.

5. Aber in den unvernünftigen Tieren ist das Gemüt die Natur; denn wo eine Seele ist, da ist auch das Gemüt, gleich als wo ein Leben ist, da ist auch die Seele; in den unvernünftigen Tieren aber ist die Seele und das Leben ohne Gemüt.

6. Denn das Gemüt ist ein Wohltäter der Seele des Menschen, und führt sie zu ihrem eigenen Gut.

7. In den Unvernünftigen wirkt es nach eines jeden Natur, aber es streitet gegen die Natur der Menschen.

8. Denn wenn die Seele in den Leib tritt, so wird sie von Stund an bös von Schmerzen und von Wollust, denn der Schmerz und Wollust fließen gleichsam als Feuchtigkeiten des zusammengesetzten Leibes, in welchen die eingegangene Seele wird eingetaucht.

9. In welcher Seele nun das Gemüt herrscht, an dieselbe weist es auch seinen Glanz, und stellt sich gegen ihr böses Vornehmen.

10. Als wie ein guter Arzt einem Leib, der von Krankheit ist angefallen, Pein antut mit Brennen und Schneiden, um der Gesundheit willen, auf gleiche Weise tut das Gemüt der Seele Schmerzen an, wenn es dieselbe aus der Wollust auszieht, von welcher alle Krankheiten der Seele entstehen.

11. Die größte Krankheit der Seele aber ist die Gottlosigkeit oder Verleugnung Gottes, woraus die Lust zu aller Bosheit folgt, und zu ganz nichts Gutes; wenn darum das Gemüt sich gegen dieselbe setzt, so bringt es der Seele das Gute bei, gleichwie der Arzt die Gesundheit dem Leibe.

12. Aber welche Seelen das Gemüt zu ihrem Verstande nicht bekommen haben, denen begegnet eben dasselbe, welches den unvernünftigen Seelen begegnet.

13. Denn wenn das Gemüt mit ihnen ist mitwirkend, und ihnen den Zaum los gibt, so strecken sie sich durch die Begierlichkeit (zu welcher sie mit so großem Eifer und Geschmack laufen) zu dem Unvernünftigen und erzürnen sich unvernünftiger Weise, nach der Art der unvernünftigen Tiere, gehen unvernünftiger Weise in Lust, und hören nicht auf, sogar, dass sie sich nicht genügsam an der Bosheit sättigen können.

14. Denn der Zorn, und die unvernünftigen Lüste, sind ein solches Übel, welches keine Maße hat, und solchen hat Gott das Gemüt vorgestellt gleich als einen Richter und zu einer Strafe.

15. Allhier dünkt mich, Vater, dass die Unterredung von dem Schicksal, welche du mit mir zuvor hast gehalten, umgestoßen wird; denn im Fall es notzwingend (Fatal) ist, dass jemand Ehe bricht, oder ein Heiligtum entheiligt, oder etwas anders Böses tut, so wird derselbe gestraft, welcher solches, doch gezwungen, tut, von Notswegen des Schicksals.

16. Mein Sohn, es sind alle zusammen Werke des Schicksals, und ohne das vermag nichts von den leiblichen Dingen weder gut noch böse zu werden.

17. Also ist es auch durch das Schicksal geordiniret, dass der, der etwas Böses tut, leiden muss, und darum tut er’s, dass er solches leidet, welches er leidet, weil er es getan hat.

18. Doch wir verlassen für dieses Mal die Rede von dem Bösen und vom Schicksal; denn wir haben hiervon an einem andern Orte gesprochen. Gegenwärtig ist unsere Unterredung von dem Gemüte, was es vermag, und wie es so unterschiedlich sei, nämlich in dem Menschen so, und in den unvernünftigen Tieren anders, und wie es wiederum ganz wohltuend ist, in den unvernünftigen Tieren anders als in dem Menschen: wie es den Zorn und Begierlichkeit auslöscht; man muss aber wissen, dass unter den Menschen einige fromme und ausgelesene Männer, und die andern unvernünftig sind.

19. Alle Menschen sind dennoch dem Schicksal unterworfen, wie auch der Geburt, und der Veränderung; denn dieselben sind der Anfang und das Ende des Schicksals.

20. Es ist wohl wahr, dass alle Menschen leiden, das, was dem Gesetze unterworfen, oder fatal ist; die Frommen aber, welche (wie wir gesagt haben) das Gemüt zu ihrem Führer haben, leiden es nicht auf solche Weise, wie die andern, sondern weil sie von dem Bösen frei, und selbst nicht böse sind, so leiden sie das Böse ganz nicht.

21. Wie sagest du wiederum, Vater, ist ein Ehebrecher nicht bös, ein Totschläger, ist der nicht bös, und die andern alle?

22. Mein Sohn! Es leidet ein frommer, auserwählter Mensch, der die Ehe nicht gebrochen, eben wohl gleich wie ein Ehebrecher, und der nicht totgeschlagen hat, ebenso wohl als ein Totschläger; und es ist unmöglich der Eigenschaft der Veränderung und der Geburt zu entfliehen, aber dem, welcher mit dem Gemüte ist begabt, ist es wohl möglich, dem Übel zu entfliehen.

23. Darum, lieber Sohn, habe ich dem Zureden des guten Dämons allezeit Gehör gegeben, welcher dem menschlichen Geschlechte sehr würde geholfen haben, wenn er es in Schriften verfasst hätte, weil derselbe, mein Sohn, wahrhaftig (als der erstgeborene Gott und alle Dinge sehend) göttliche Worte hat ausgesprochen.

24. Und ich hörte ihn einmal also sprechen: Alle und vornehmlich die verständlichen Leiber sind eins, wir leben durch Kraft, durch Wirkung und durch die Ewigkeit, und darum ist das Gemüt gut, gleich wie auch desselben Seele gut ist.

25. Nachdem sich dieses also verhält, so ist ja nichts Verständliches von seines gleichen Verständlichem unterschieden, so ist es denn möglich, dass das Gemüt (welches ist das Haupt aller Dinge und die Seele Gottes) kann machen, was es will; bedenke dieses, und diese Rede habe ich getan auf die Frage, die du mich vor diesem hast gefragt, nämlich von dem Schicksal des Gemütes.

26. Wenn du von den Streitwörtern willst ablassen, so wirst du finden, dass wahrhaftig das Gemüt (die Seele Gottes) über alles herrsche, über das Schicksal, über das Gesetz, und über alle Dinge, und dass demselben nichts unmöglich ist, auch ’nichts von den Not-zwinglichen Dingen.

27. So ist denn die menschliche Seele (im Fall sie nicht ohnmächtig oder unachtsam wird) höher denn die Dinge, die unter dem Schicksal stehen; und soweit sei hiervon gesprochen.

28. Die Worte des guten Dämons, Vater, sind über die Maßen vortrefflich, göttlich, wahrhaftig und heilsam gesprochen. Aber erkläre mir doch dieses: Du sagest, dass das Gemüt in den unvernünftigen Tieren nach der Art ihrer Natur wirkt, nämlich mit der Zuneigung und Rührung. Ich achte aber, dass die Rührungen der unvernünftigen Tiere Leidenschaften sind; wenn denn das Gemüt mitwirkt mit den Rührungen, und die Rührungen der unvernünftigen Tiere Leidenschaften sind, so ist das Gemüt auch eine Leidenschaft, welches also mit der Leidenschaft übereinkommt?

29. Wohl, mein Sohn, du fragst rechtschaffen; es ist billig, dass ich dir auch antworte.

30. Mein Sohn, alle Dinge, welche in dem Leibe unleiblich sind, dieselben sind der Leidenschaft unterworfen, ja eigentlich die Leidenschaften selbst, denn alles, was da bewegt, das ist unleiblich und alles was bewegt wird, das ist ein Leib, und die Leiber werden von dem Gemüte bewegt.

31. Aber die Bewegung ist eine Leidenschaft, darum leiden alle beide, sowohl dasjenige, welches bewegt, als dasjenige, welches bewegt wird, jenes als das Herrschende, dieses als welches beherrscht wird; doch wenn es von dem Leibe befreit wird, so wird es auch befreit von der Leidenschaft.

32. Ist also nichts ohne Leidenschaft, mein Sohn, sondern alle Dinge sind der Leidenschaft unterworfen; es ist aber ein Unterschied zwischen der Leidenschaft und dem, das da leidet; denn jenes ist wirkend, und dieses leidend.

33. Aber die Leiber wirken auch durch sich selbst; denn diese sind entweder unbeweglich, oder werden bewegt, es sei nun von den beiden, was es wolle, so ist es doch eine Leidenschaft; die unleiblichen Dinge wirken allezeit, und darum sind sie der Leidenschaft unterworfen.

34. Darum müssen dich die Namen nicht verwirren, denn Wirkung und Leidenschaft ist ein Ding; es schadet aber nicht, dass man den Namen gebraucht, der sich am besten schickt.

35. Vater, du hast uns dieses Wort ganz klar und offenbar gemacht.

36. So siehe nun auch dieses, mein Sohn, dass Gott den Menschen vor allen sterblichen Tieren mit zwei Dingen hat begabt, nämlich mit dem Gemüt und mit der Sprache, welche der Unsterblichkeit an Würde gleich geht.

37. Wenn jemand jemand dieselbe rechtmäßig gebrauchte, dazu man dieselbe gebrauchen muss, der würde von der Unsterblichkeit nicht unterschieden sein, vielmehr aber aus dem Leibe gehend, von allen beiden in die Schaar der Götter und Seligen eingeführt werden.

38. Gebrauchen denn die andern Tiere die Sprache gar nicht?

39. Nein, mein Sohn, sondern nur die Stimme; die Sprache ist demnach von der Stimme sehr unterschieden, denn die Sprache ist allen Menschen gemein, aber ein jedes Geschlecht der Tiere hat seine eigene Stimme.

40. Es ist ja eines Menschen Sprache nach einer jeden Landschaft unterschieden.

41. Ja, es ist unterschieden, mein Sohn, es ist aber nur ein Mensch, also ist auch nur eine Sprache, und wenn man sie verdolmetscht, findet man sie einerlei in Ägypten, in Persien, in Griechenland und so weiter.

42. Aber mich dünkt, mein Sohn, dass du die Kraft und die Größe des Wortes oder der Sprache nicht verstehst; denn der selige Gott, der gute Dämon, hat bezeugt, dass die Seele in dem Leibe sei, das Gemüt in der Seele, das Wort oder Sprache in dem Gemüt, das Gemüt in Gott und Gott ist deren aller Vater.

43. Der Ursache ist das Wort oder Sprache ein Bild des Gemütes, und das Gemüt ein Bild Gottes, aber der Leib ein Bild der Einbildung, die Einbildung ein Bild der Seele.

44. Und darum ist das Allersubtilste von der Materie die Luft, das Allersubtilste von der Luft die Seele, das Allersubtilste von der Seele das Gemüt, und das Allersubtilste des Gemütes Gott.

45. Und Gott ist rund um alles und in allem, das Gemüt ist rund um die Seele, die Seele rund um die Luft, die Luft rund um die Materie; die Notwendigkeit oder die Vorsehung und die Natur sind Werkzeuge der Welt, und der Ordnung der Materien.

46. Und ein jedes von den unverständlichen Dingen ist ein Wesen, ihr Wesen aber ist ihnen selbst durchaus gleich, ein jedes aber der Leiber dieses ganzen Wesens ist vielfältig.

47. Denn welche von den zusammengesetzten Leibern die Gleichförmigkeit oder Einheit haben, und das Eine in das Andere verwandelt wird, dieselben behalten allezeit die Unvergänglichkeit der Gleichförmigkeit.

48. Aber in allen den andern zusammengesetzten Leibern hat ein jedes seine Zahl, denn ohne Zahl ist es unmöglich, dass die Zusammensetzung oder Auflösung kann geschehen.

49. Aber die Einheiten gebären und vermehren die Zahl, wenn sie wiederum werden aufgelöst, und kommen in sich selbst, und ist also nur eine einige Materie.

50. Diese ganze Welt aber (seiend der große Regent oder Gott, und ein Bild von dem noch größeren, mit welchem, sie vereinigt ist, und die Ordnung mit dem Willen ihres Vaters hält) ist die Vollheit des Lebens, und es ist in ihr nichts durch die Herstellung der ganzen Ewigkeit, weder in dem Ganzen, weder in den Teilen, welche nicht leben.

51. Denn da ist niemals ein totes Ding gewesen, da ist auch keines in der Welt, da wird auch keines sein, denn Gott hat gewollt, dass sie ein Tier sei, so lange sie währt, darum ist sie auch notwendig Gott.

52. Wie kann nun, mein Sohn, in Gott (in dem Bilde dessen, der alles ist, in der Vollheit des Lebens) etwas sein, welches tot ist, denn der Tod ist eine Verderbung und die Verderbung ein Untergang; wie kann denn ein Teil dessen vergehen, welches unverderblich ist, oder etwas von der Welt vernichtet werden?

53. Vater, sterben die Tiere denn nicht, die da ein Teil von derselben sind?

54. Gedenke was Besseres, lieber Sohn, du irrest in der Natur von dem Geborenen, denn sie sterben nicht lieber Sohn, sondern sie werden als zusammengesetzte Leiber entbunden.

55. Die Entbindung aber ist kein Tod, sondern eine Auflösung von dem Zusammengesetzten; sie werden aber darum aufgelöst, nicht dass sie zunichte gehen, sondern dass sie neu werden.

56. Aber was ist die Wirkung des Lebens, ist es nicht eine Bewegung, was ist denn unbeweglich in der Welt?

57. Nichts, mein Sohn.

58. Dünket dir, lieber Vater, nicht, dass die Erde unbeweglich sei?

59. Nein, Sohn, sondern dieselbe ist vielfältig beweglich und auch allein standfest.

60. Denn wie sollte das nicht möglich sein, dass der Unterhalter aller Dinge unbeweglich sein sollte, welcher doch alles herbringt und gebiert; denn es ist unmöglich, dass dasjenige, welches etwas vorbringt, solches kann vorbringen ohne Bewegung.

61. Gewiss hast du nun eine spöttliche Sache, und so viel gefragt, als ob das vierte Teil nicht ledig sei? Denn der Name unbeweglich bezeichnet nichts anderes als eine Ledigkeit.

62. Darum wisse, mein Sohn, überhaupt, dass das Wesen, welches in der Welt ist, bewegt werde, es sei durch das Zunehmen oder durch das Abnehmen; was demnach bewegt wird, solches lebt auch.

63. Denn es müssen nicht alle Geschöpfe notwendig einerlei sein: denn die Welt (nämlich die ganze Welt zugleich und zusammen) ist unveränderlich, Sohn! aber alle ihre Teile sind veränderlich.

64. Es ist nichts Verderbliches, oder das zunichte wird; die Namen machen allein die Menschen irre; denn die Geburt ist kein Leben, sondern ein Sinn oder Fühlen; also ist die Veränderung kein Tod, sondern eine Verbergung.

65. Weil dieses sich also verhält, so sind alle Dinge unsterblich: Die Materie, das Leben, der Geist, die Seele, das Gemüt, aus welchen das ganze Geschöpf ist zusammengesetzt; darum sind alle Tiere unsterblich wegen des Gemütes, am allermeisten aber der Mensch, welcher Gott empfängt, und mit Gott eines Wesens ist.

66. Denn mit diesem Tiere allein geht Gott um, des Nachts durch Träume, des Tags durch Zeichen, und sagt ihm zuvor, was zukommend ist, durch alle Dinge, durch Vögel, durch das Eingeweide, durch den Geist, durch die Eiche, dadurch versteht der Mensch, dass er wisse das Vergangene, das Gegenwärtige und das Zukommende.

67. Nimm auch in acht, mein Sohn, dass ein jedes von den andern Tieren sich allein in einem Teil der Welt aushalte, nämlich die Wasserhaltigen in dem Wasser, die Irdischen auf der Erde, die Fliegenden in der Luft, aber der Mensch gebraucht dieselben alle zusammen, das Wasser, die Erde, die Luft, das Feuer, ja, er sieht auch den Himmel an, und erreicht denselben mit den Sinnen.

68. Aber Gott ist rund um alles und durch alles; denn er ist die Wirkung und die Kraft, und es ist gar kein schwer Ding, Gott zu verstehen.

69. Im Fall du ihn willst sehen, so siehe aus der Notwendigkeit der Dinge, die vergangen, und aus der Vorsehung derselben, die geworden sind, und die da werden; siehe auf die so überflüssig (mit Leben) angefüllte Materie, auf den so großen Gott (die Welt), wie derselbe sich bewegt, mit allen den guten und herrlichen Regenten, Dämonien und Menschen.

70. Lieber Vater, das sind doch alle zusammen miteinander Wirkungen?

71. Mein Sohn, wenn es denn alle zusammen miteinander Wirkungen sind, von wem anders werden sie bereitet, als von Gott?

72. Oder weißt du nicht gleich, wie der Himmel, die Erde, das Wasser, die Luft Teile der Welt seien, dass sie eben auf solche Weise Gottes Glieder seien, das Leben, die Unsterblichkeit, die Ewigkeit, der Geist, die Notwendigkeit, die Vorsehung, die Natur, die Seele, das Gemüt und alle derselben Mitteilung, was da nur gut genannt wird? Ja, es ist nichts unter den Dingen, die da werden oder geworden sind, da Gott nicht inne ist.

73. Vater, ist er denn in der Materie?

74. Mein Sohn! Die Materie ist außerhalb Gott, auf dass du also ihren eigenen Platz abteilest.

75. Aber was meinst du, was die Seele sei? Ein nicht zubereiteter Klumpen (Massa), aber im Fall sie zubereitet wird, so wird er von ihm zubereitet, denn wir haben gesagt, dass die Wirkung Teile Gottes sind.

76. Von wem werden denn alle Dinge lebend gemacht, von wem werden die unsterblichen Dinge unsterblich gemacht, von wem werden die veränderlichen Dinge veränderlich gemacht?

77. Es sei nun, dass du sie nennst eine Materie oder Leib oder Wesen; so wisse gleichwohl, dass es dieselbigen Wirkungen Gottes seien, und dass die Wirkung der Materie sei die Materialität, die Wirkung der Leiber die Leiblichkeit, die Wirkung der Wesen die Wesentlichkeit.

78. Und dasselbe ist Gott, das alles und in dem alles und ist nichts, welches nicht Gott sei.

79. Deshalb ist weder Größe, noch Ort, noch Eigenschaft, noch Gestalt, noch Zeit bei Gott, denn Er ist das alles. Doch das alles ist durch alles und um alles.

80. Mein Sohn! Nimm dies Wort mit Ehrerbietung entgegen. Es ist nur ein Gottesdienst, dass man nicht böse ist.