Gulden Gedicht

 

Gulden Gedicht aus dem Theatrum chemicum Band (1613)

Gulden Gedicht aus dem Theatrum chemicum Band (1613)

Ein Ding der Welt vor Augen steht
So in sich nimmt des Golds Secret
Seine Form der Mann/die Weibliche Gestalt
Ist sein Materie also kalt
Der Mann bleibt fest/das Weib das fließt
Wenn man das aus seiner Miner zeucht
Ist doch nur eins/ Anfang und Endt /
Hiermit der Mann zum Weib sich wendt
Solvier/fewl/wasch/Coagulier
Bis sich der guldin jung figier
Den speise mit seiner Milch aufs neu
und wiederhol das Werk ohn Scheu
Bis alles fließt und penetriert
wie Wachs danach sein Goldt addiert
So wird der Leibgeist gefeuert wohl
Zum Werk bereit der färben soll
Die sechs unzeitigen Metall
Durch Kunst / auch heilen alle Qual
Dies ist das Geheim der Alchimey
Den Weisen von Gott gegeben frey.