ZOHAR – Das Buch des Glanzes

Rabbi Schimon Bar Yochai

Buch: Vorwort – Passagen 141-210
Übersetzung: Elias Rubenstein und Hermetik Team

141. „Dort ist weder Sprechen noch Sprache“ (Psalmen 19,4). Das Sprechen und die Sprache, welche zu den weltlichen Angelegenheiten gehören, sind weder gehört noch geäußert vor dem Heiligen König. Er ist nicht daran interessiert, sie zu hören. Aber die Worte: „Ihr Faden erstreckt sich über die ganze Erde,“ (Psalmen 19,4) bedeuten, dass diese Worte einen Faden zwischen den oberen Einwohnern und den unteren Einwohnern ziehen. Durch sie sind die Himmel geformt worden und durch sie und durch das Lobpreisen wurde die Erde geformt. Und wenn du sagen solltest, dass diese Worte um die Welt an einem Ort herumwandern, „Und Ihre Worte bis an das Ende der Welt (ThBL).“ (Psalmen 19,4).

142. Da die Himmel durch sie geformt wurden, wer wohnt dort? Er wiederholte, „Dort stellte er der Sonne ein Zelt auf“ (Psalmen 19,5) Diese geweihte und heilige Sonne, hat dort Seine Wohnstätte gemacht in ihnen und krönte sich selbst mit ihnen.

143. Weil sie inmitten dieser Himmel wohnt und sich mit ihnen krönt, ist sie „wie ein Bräutigam, der aus seinem Baldachin herauskommt“ (Psalmen 19,6). Sie ist glücklich und läuft diese Himmel entlang. Dann verlässt sie diese und betritt einen anderen Turm an einem anderen Platz. Dieser Turm kommt vom „Ende der Himmel“ (Psalmen 19,6). Er kommt sicherlich von der überirdischen Welt, welche das „Äußerste der Himmel“ oben ist, nämlich „und Sein Kreislauf“. Was ist Sein Kreislauf? Er ist das „Äußerste der Himmel“ unterhalb, ist der Kreislauf des Jahres, welcher um alle Enden kreist. Er ist an die Himmel angeschlossen und breitet sich von dort auf diese Ausdehnung aus.

144. „Und nichts bleibt vor Ihrer Hitze verborgen“ (Psalmen 19,6) um es darzulegen. Nichts von diesem Kreislauf bleibt vor ihrer Hitze verborgen, oder vom Kreislauf der Sonne, die in alle Richtungen umkreist. „Und nichts bleibt vor Ihrer Hitze verborgen“ bedeutet, dass es niemanden von allen überirdischen Ebenen gibt, der sich vor ihr verbergen kann; Alles umkreist und kommt zu ihr – alles und jedes. Nichts kann vor ihr verborgen werden. „Vor ihrer Hitze“ kann ausgelegt werden als „Sie heizt an (wird wütend) und kehrt zu den Begleitern zurück, augenblicklich sobald sie völlige Reue erreicht haben“. All diese Lobpreisungen und all diese Freude ist das Ergebnis ihres Studiums der Torah, so wie geschrieben steht, „Die Torah von HASCHEM ist vollkommen“ (Psalmen 19,7).

145. HASCHEM wird hier sechs Mal erwähnt, gleichsam gibt es sechs Verse von „Die Himmel verkünden“ bis „Die Torah von HASCHEM ist vollkommen“ (Psalmen 19,2-7). Und dies ist das Geheimnis des Verses „Im Anfang (BRASchYTh) „. Dieses hebräische Wort hat sechs Buchstaben und die Worte „ELOHIM erschuf die Himmel und die Erde“ (BRA ALHYM ATh HShMYM VATh HARTz) bestehen in Hebräisch aus sechs Worten. Die anderen Verse (Psalmen 19,8-11) sind nur wegen der sechs Erwähnungen von HASCHEM beachtlich. Die sechs Verse (Psalmen 19,2-7) entsprechen den sechs Buchstaben von „Im Anfang“, und die sechs Namen den sechs darauffolgenden Worten.

146. Während sie saßen, traten sein Sohn Rabbi Elazar und Rabbi Aba ein. Er sagte zu ihnen: „Gewiss ist das Antlitz der SCHECHINAH gekommen und deswegen habe ich dich PENIEL („PNY-EL“, „Angesicht Gottes“) gerufen (Passage 119). Du hast das Antlitz der SCHECHINAH von Angesicht zu Angesicht gesehen. Da du nun das Wissen empfangen hast, das dir bezüglich der Schriften über BENAJAHU BEN JEHOIADA offenbart wurde, ist es sicherlich eine Angelegenheit, die zum Heiligen Alten (OThYQA QDYShA) gehört. Die Heilige Schrift danach liest sich: „Und er erschlug einen ägyptischen Mann“ (1.Chronik 11,23)“. Und Er, der am verborgensten ist, sagte dies.

147. Dieser Vers (1. Chronik, 11:34) ist in dieser Art an einer anderen Stelle. Er eröffnete das Gespräch, indem er sagte: „Und er erschlug einen ägyptischen Mann, ein Mann von großer Statur, fünf Ellen hoch“ (1.Chronik 11,23) und alle beziehen sich auf das gleiche Geheimnis. Dieser Ägypter ist jener, der bekannt ist als ein „sehr großer im Land von Ägypten, in den Augen der Diener“ (2.Mose 11,3) bedeutend und geehrt. So beschrieb ihn der alte Mann (Passage 99).

148. Diese Schrift wurde in der himmlischen Schule studiert. „Ein Mann von großer Statur“ (1.Chronik 11,23). Alles ist eins, wie „ein stattlicher Mann“ und ein Mann von großer Statur“ beide dasselbe sind, weil sie das Maß und die Grenzen von die SCHABATH darstellen. So wie geschrieben steht „Und ihr sollt außen an der Stadt abmessen“ (4.Mose 35,5). Es ist ebenso geschrieben „Du sollst keine Ungerechtigkeit tun beim Urteil, beim Maß der Gewichte oder Inhalt“ (3.Mose 19,35). Deshalb ist dies ein Mann von großer Statur, der sich von einem zum anderen Ende der Welt ausstreckt, wie Adam. Und wenn du sagst, es steht aber geschrieben „fünf Ellen“ (1.Chronik 11,23), dann beachte, dass sich diese fünf Ellen von einem Ende der Welt zum anderen erstrecken.

149. „Und in der Hand des Ägypters war ein Speer, wie ein Weberbaum“ (1.Chronik 11,23). Dies ist, wie die heiligen Schriften sagen, „ein Weberbaum“ bezugnehmend auf den göttlichen Stab (der Stab von HASCHEM), welcher in seiner Hand war und auf welchem der göttliche unaussprechliche Name durch Betzal-el (BTzLAL) und seine Schule eingraviert wurde durch das Strahlen der Buchstabenkombinationen. Das wird „Weben“, genannt, so wie geschrieben steht: „Diese hat er mit Weisheit des Herzens erfüllt … um die Arbeit des geschickten Handwerkers und des Kunststickers….und des Webers zu tun“ (2.Mose 35,35). Und der eingravierte Name leuchtete aus diesem Stab in alle Richtungen durch die Erleuchtung der weisen Männer, welche den unaussprechlichen Namen auf 42 Arten eingravierten. Der Rest der Passage von hier an, ähnlich welchem, der alte (auch: „weise“) Mann, bereits erklärt hat. Wie glücklich ist sein Los!

150. Setzt euch meine Lieben. Setzt euch und lasst uns die Vorbereitungen der Braut für diese Nacht erneuern. Denn wer auch immer sie diese Nacht trifft, wird für das restliche Jahr von oben und unten beschützt sein und wird sein Jahr in Frieden beenden. Das wird beschrieben im Vers: „Der Engel von HASCHEM lagert rund um jene, die Ihn fürchten und er wird sie retten. Oh schmeckt und seht, wie gut HASCHEM ist“ (Psalmen 34,8-9)

151. Rabbi Schimon eröffnete das Gespräch mit den Worten: „Im Anfang schuf ELOHIM“ (BRASchITh BRA ALHIM) (1.Mose 1,1). Dieser Vers sollte sorgfältig untersucht werden, denn wer behauptet, dass es eine andere Gottheit gäbe, der soll vom Antlitz der Welt vertilgt werden. Wie bereits geschrieben steht: „So sollt ihr zu ihnen sagen: „Die göttlichen Wesen (ALHIA), die Himmel und Erde nicht gemacht haben, sollen vertilgt werden von der Erde und von unterhalb dieser Himmel“ (Jeremia 10,11), denn es gibt keinen anderen Schöpfer neben dem Heiligen selbst, gesegnet sei Er!

152. Dieser Vers ist in Aramäisch (Jeremia 10:11) geschrieben, mit Ausnahme des Wortes „ELOHI“ (ALHI), das am Ende des Verses erscheint. Wenn du meinst, dass dies so ist, da die Heiligen Engel nicht auf die übersetzte Fassung hören oder ihr keine Aufmerksamkeit schenken und nicht vertraut damit sind, so würde dieser Vers in der heiligen Sprache gesagt worden sein (Hebräisch), sodass die Heiligen Engel hören sollten und aufmerksam sind und dass diese es annehmen. Dies ist sicherlich der Grund, warum er in der übersetzten Form geschrieben ist (Aramäisch), da ihn die Heiligen Engel weder beachten, noch hören. Deshalb beneiden sie weder den Menschen, noch tun sie ihm Böses. Denn in diesem Vers sind die Heiligen Engel einbezogen, da sie ELOHIM genannt werden und in dem Begriff ELOHIM enthalten sind, und sie haben nicht die Himmel und Erde erschaffen!

153. Es steht „und arka“ (V-ARQA), wenn es doch, „und arah“ (V-AROA) heißen sollte? Denn arka ist einer der sieben unteren Bereiche. An diesem Ort leben die Nachkommen von Kain. Nachdem er vom Antlitz der Erde verbannt wurde, ging er dort hinunter und zeugte Kinder. Dort wurde er verwirrt und verlor alles Wissen. Es ist ein zweifaches Land, das aus Finsternis und Licht besteht.

154. Es gibt dort zwei herrschende Befehlshaber. Einer herrscht über die Finsternis, der andere über das Licht. Sie sind einander feindlich gesinnt. Als Kain (QYN) nach unten ging, verbündeten sie sich und schlossen Frieden. Alle erkannten, dass sie die Nachkommen von Kain waren. Daher haben sie zwei Köpfe wie zwei Schlangen. Außer wenn der, der über das Licht herrscht, über das Seine, nämlich das Licht, und über das andere herrscht. Dementsprechend wurden jene, die zur Dunkelheit gehören, im Licht mit einbezogen, somit wurden sie wie eins.

155. Diese beiden Befehlshaber sind Afrira (OPRYRA) und Qestimon (QSTYMVN), und ihre Gestalten sind wie die Gestalten der Heiligen Engel mit sechs Flügeln. Einer hat die Gestalt eines Ochsen und der andere die eines Adlers. Nur wenn sie vereint werden, nehmen sie die Gestalt von Adam an.

156. Wenn sie mit Dunkelheit verhüllt sind, ändern sie ihre Formen in eine Schlange mit zwei Köpfen und bewegen sich wie eine Schlange. Sie fliegen im Abyss umher und baden im Großen Meer. Wenn sie die Ketten der Oza (OZA) und Ozael (OZAL) erreichen, verwirren sie sie und rütteln sie auf. Dann springen sie in die „Berge der Finsternis“, und denken, dass der Heilige, gesegnet sei Er, sich wegen dem Urteil an sie zu wenden wünscht.

157. Diese beiden Befehlshaber schwimmen im Großen Meer und fliegen von dort aus davon. Dann gehen sie in der Nacht zu Namah (NOMH) der Mutter der Dämonen, von der die ersten „Söhne der ELOHIM“ (BNY ALHIM) irregeführt wurden (1.Mose 6,2). Obwohl sie in ihre Nähe gehen wollen, springt sie 6.000 Parasangen weg. Dann verwandelt sie sich in viele verschiedene Formen in den Augen der Menschen, so dass sie durch sie irregeführt werden können.

158. Und diese beiden Befehlshaber fliegen davon und wandern um die ganze Welt. Dann kehren sie zu ihren Stätten zurück. Sie erregen die Nachkommen von Kain, mit dem Geist des Bösen Triebs, um Kinder zu zeugen.

159. Die Himmel, die dort regieren, sind anders, und das Land trägt weder Samen noch Früchte durch ihre Arbeit. Und das wird es auch nicht, bis viele Jahre und Zyklen vergangen sind. „Die göttlichen Wesen (ALHIA), die Himmel und Erde nicht gemacht haben, sollen vertilgt werden von der Erde“ (Jeremia 10,11), bezieht sich auf die obere Erde, die Thebel (ThBL) genannt wird, sodass sie nicht über sie herrschen können, und sie nicht begehen können, noch bewirken können, dass Menschen durch nächtlichen Samenerguss verunreinigt werden. Deshalb „sollen vertilgt werden von der Erde und unter den Himmeln“ (Jeremia 10,11), die durch den Namen ELOAH (ALH) (Passage 14) erschaffen wurden, wie wir bereits gelernt haben.

160. Somit ist dieser Vers in der übersetzten aramäischen Form geschrieben, damit die Heiligen Engel nicht meinen, dass dies über sie gesagt wird und sie uns gegenüber nicht feindlich gesinnt sind. Daher ist das Geheimnis von „ELOAH“, jenes das wir bereits dargelegt haben. Es ist ein heiliges Wort, das nicht ins Aramäische übersetzt ist.

161. Rabbi Elazar sprach zu ihm: „Es gibt einen Vers, der besagt, „Wer sollte Dich nicht fürchten, Oh König der Nationen? Denn das gebührt Dir“ (Jeremia 10,7). Welche Art von Lobpreisung ist dies?“ Er antwortete: „Elazar, mein Sohn, dieser Vers ist an vielen Stellen gesagt worden. Und gewiss ist es nicht so, denn es steht geschrieben: „denn unter allen Weisen der Nationen und in allen ihren Königreichen ist niemand wie Du“ (Jeremia 10,7). Dies ist als ein Vorwand für die Sünder geschrieben, die meinen, dass der Heilige, gesegnet sei Er, sich nicht ihrer Zweifel und Gedanken bewusst ist. Deshalb soll ihre Torheit offen bekannt gemacht werden. Denn einst begegnete mir ein Philosoph einer fernen Nation und sagte: „Du behauptest, dass deine Gottheit die gesamten Höhen der Himmel regiert, und alle himmlischen Heerscharen und Legionen sind nicht in der Lage, sich Ihm zu nähern, noch kennen sie Seine Wohnstätte.“ Jedoch hier fügt dieser Vers nicht viel zu seiner Ehre hinzu. Wie geschrieben steht „denn unter allen Weisen der Nationen… ist niemand wie Du.“ Welche Art von Vergleich ist dies, mit Menschen verglichen zu werden, die keine ewige Existenz haben?““

162. „Weiters, weil du kommentiert hast „Und es erhob sich seither kein Prophet wie Moses in Israel“ (5. Mose 34,10). Dass nicht nur in Israel, so wie auch bei den anderen Nationen der Welt, keiner wie er hervorgegangen ist. So behaupte ich das Gleiche, dass unter allen Weisen der Nationen, es keinen gibt wie ihn! Aber unter den Weisen von Israel gibt es einen! Aus diesem Grund ist ein Schöpfer, der einen Gleichgestellten unter den Weisen von Israel hat, keine allmächtige Gottheit. Betrachte den Vers genau, und du wirst erkennen, dass ich richtig liege!“

163. Ich sagte zu ihm „Was du gesagt hast, ist jedenfalls richtig, denn wer erweckt die Toten und bringt sie wieder zum Leben? Es ist der Heilige, gesegnet sei Er, allein! Doch Elias und Elischa kamen und erweckten die Toten wieder zum Leben. Wer bewirkt, dass Regen fällt? Es ist der Heilige, gesegnet sei Er, allein! Doch Elias kam und verhinderte den Regen, dann bewirkte er durch sein Gebet, dass er fällt. Wer hat die Himmel und die Erde erschaffen? Es war der Heilige, gesegnet sei Er, allein! Doch Abraham kam und die Himmel und die Erde wurden um seinetwillen ordnungsgemäß errichtet.“

164. Wer regiert die Sonne? Es ist einzig der Heilige, gesegnet sei Er! Doch Josua kam und brachte sie zum Stillstand, befahl ihr an ihrer Stelle stillzustehen – und sie stand still. Wie geschrieben steht: „Und die Sonne stand still und der Mond blieb stehen“ (Josua 10,13). Der Heilige, gesegnet sei Er, erlässt Dekrete, doch erließ Moses ebenso ein Dekret, und es wurde erfüllt. Darüber hinaus erlässt der Heilige, gesegnet sei Er, Dekrete, während sie die Gerechten von Israel verwerfen. Wie geschrieben steht: „Der Gerechte herrscht über die Furcht vor ELOHIM“ (2. Samuel 23,3). Sogar mehr, Er hat ihnen angeordnet „in Seinen Fußstapfen“ zu gehen und Ihm in jeder Hinsicht gleich zu sein. Der Philosoph ging dann nach Kfar Schachalajim und war bekehrt. Sie nannten ihn Yosi Ha-Katan (Yosi den Demütigen). Er studierte viel und schloss sich den weisen und frommen Männern dieses Ortes an.

165. Wir sollten nun einen genaueren Blick auf diesen Vers werfen. Es steht geschrieben: „Alle Nationen sind wie nichts vor Ihm“ (Jesaja 40,17). Was ist das Besondere daran? Vielmehr „Wer sollte Dich nicht fürchten, König der Nationen?“ (Jeremia 10,7), ist Er der König der anderen Völker und nicht der König von Israel?! Der Heilige, gesegnet sei Er, will von Israel verherrlicht werden und stolz auf sie sein. Deshalb wird Er immer in Bezug auf den Namen Israel genannt, wie geschrieben steht: „HASCHEM von Israel“, „HASCHEM der Hebräer“ (2. Mose 5,1-3). Auch steht geschrieben: „So spricht HASCHEM, König von Israel“ (Jesaja 44,6) – ausdrücklich der König von Israel! Die anderen Völker der Welt sagten: „Wir haben oben in den Himmeln einen anderen Wächter, denn euer König regiert über euch allein, und nicht über uns.

166. Somit bedeutet dieser Vers: „Wer sollte Dich nicht fürchten, König der Nationen?“ (Jeremia 10,7), dass Er ein überirdischer König ist, der Herrschaft über sie hat, der sie bestraft und über sie regiert, so wie Er es will. „… Denn es gebührt Dir, sowohl oben als auch unten gefürchtet zu werden“ (Jeremia 10,7). „Denn unter allen Weisen der Nationen“ (Jeremia 10,7), bezieht sich auf die Fürsten und Herrscher, die sie regieren. „Und in allen ihren Königreichen“ (Jeremia 10,7), bezieht sich auf das obere Königreich. Oben gibt es vier herrschende Königreiche, die alle anderen Nationen nach Seinem Wunsch regieren. Sogar mit all diesem, sind sie nicht in der Lage, selbst das kleinste Werk zu vollenden, ohne dass Er es ihnen anordnet. Wie geschrieben steht: „Er macht es, nach Seinem Willen, mit der Heerschar im Himmel und mit den Bewohnern der Erde“ (Daniel 4,35). Die „Weisen der Nationen“ sind die oberen Fürsten und Herrscher, von denen die Weisheit stammt. „Und in allen ihren Königreichen“ bezieht sich auf das oben genannte herrschende Königreich. Und dies ist die genaue Bedeutung des Verses.

167. Aber: „denn unter allen Weisen der Nationen und in allen ihren Königreichen“ (Jeremia 10,7). Diese Worte fand ich in den Büchern der Alten. Selbst wenn die Heerscharen und Legionen, die Verantwortung für die weltlichen Angelegenheiten übertragen bekommen haben und Er jedem befohlen hat Seine Mission zu erfüllen, wer kann dies so tun wie Du? Niemand von ihnen! Denn Du überragst sie in all Deinen Fähigkeiten und Deinen Taten. Und dies ist die Bedeutung von „Es gibt niemanden wie Dich“ (Jeremia 10,7), der der Heilige Unbekannte ist, sowohl oben als auch unten. Wer kann das tun, was Du tust, oder das sein, was Du, in all den Taten des Heiligen Königs oben in den Himmeln oder unten auf der Erde bist? Daher: „alle von ihnen sind nutzlos und die Dinge, woran sie sich erfreuen helfen ihnen nicht“ (Jesaja 44,9). Während über den Heiligen, gesegnet sei Er, geschrieben steht: „Im Anfang schuf ELOHIM“ (1.Mose 1,1-2). Und über ihr Königreich steht geschrieben: „Und die Erde war formlos und leer“ (1.Mose 1,1-2).

168. Rabbi Schimon sprach zu seinen Gefährten: „Mitglieder dieser Hochzeit, jeder von euch schmücke die Braut mit einem bestimmten Schmuck von sich“ Er sagte zu Rabbi Elazar, seinem Sohn: „Elazar, beschenke die Braut mit einem Geschenk! Damit du vor Ihm stehen mögest, wenn Er am folgenden Tag unter dem Hochzeitsbaldachin eintritt, gefolgt von Liedern und Lobpreisungen, welche die Mitglieder des Brautgemachs ihr darbringen.“

169. Rabbi Elazar begann das Gespräch, indem er zitierte: „Wer ist dies, die heraufsteigt aus der Wüste?“ (Hohelied 3,6). „Wer ist dies“, das ist die Verbindung von zwei Systemen der Heiligkeit, von den zwei Welten in ein festes Band. „Heraufsteigt aus der Wüste“, bedeutet, dass es tatsächlich „heraufsteigt“, um das Allerheiligste zu werden. Denn „Wer“ (MI) ist das Allerheiligste und hat sich mit „dies“ verbunden, so dass sie wie eine Rauchsäule zum Allerheiligsten „heraufsteigt“. „Aus der Wüste“, bedeutet, dass Sie von außerhalb der Wüste erbt, um eine Braut zu werden und den Hochzeitsbaldachin zu betreten.

170. Außerdem kam sie aus der Wüste, wie geschrieben steht: „Und deine Rede (MDBRK) ist anmutig“ (Hohelied 4,3), bezogen auf die Aussprache (MDBAR) der Lippen, die „heraufsteigt (hebr. olah)“ (Hohelied 3,6). Wir haben auch gelernt, warum in der Schrift geschrieben steht, „diese mächtigen Gottheiten (ELOHIM), das sind die Götter (ELOHIM), welche die Ägypter mit allerlei Plage in der Wüste schlugen“ (1.Samuel 4,8). Aber ist es möglich, dass alles, was der Heilige, gesegnet sei Er, hervorrief, nur „in der Wüste“ geschah? Geschah es nicht auch an Wohnstätten? Aber der Ausdruck „in der Wüste“ (BMDBR) entspricht der Macht des gesprochenen Wortes (BDBVR). Wie geschrieben steht, „und deine Rede ist anmutig.“ Es steht auch geschrieben, „…noch aus der Wüste (MDBAR) kommt Aufstieg“ (Psalmen 75,7). Genauso wie „heraufsteigen aus der Wüste „(Hohelied 3,6) bedeutet: „von dem Wort, das durch den Mund geäußert wird“. Sie erhebt sich und tritt zwischen den Flügeln der Mutter ein. Anschließend, durch Artikulation, sinkt Sie hinab und ruht auf den Häuptern der Führer des heiligen Volkes.

171. Wie steigt Sie, durch das geäußerte Wort auf? Denn sobald ein Mensch morgens aufwacht – zu dem Zeitpunkt, an dem er seine Augen öffnet – sollte er zunächst seinen Meister lobpreisen und segnen. Wie soll er den Segen vollziehen? So taten es die Frommen: Sie bereiteten neben sich ein Gefäß mit Wasser vor, und wenn sie in der Nacht aufwachten, wuschen sie ihre Hände, erhoben sich, und studierten die Torah. Auch segneten sie ihre Torah-Rezitation. Wenn der Hahn kräht, und es genau Mitternacht ist, dann gesellt sich der Heilige, gesegnet sei Er, zu den Rechtschaffenen in den Garten Eden. Es ist verboten, irgendeine Segnung mit unreinen Händen zu äußern, unabhängig der Tageszeit.

172. Denn wenn jemand einschläft, verlässt ihn sein Geist. Wenn der Geist ihn verlässt, kommt der Geist der Unreinheit hervor und verunreinigt sie. Darum ist es verboten irgendeine Segnung zu äußern ohne sich davor zu waschen. Wenn dies so ist, und ein Mensch nicht schläft und sein Geist ihn nicht verlässt, dass der Geist der Unreinheit seine Hände nicht verunreinigt – dennoch wenn er die Toilette betritt, soll er keine Segnung aussprechen noch die Torah lesen – kein einziges Wort – bis er seine Hände gewaschen hat. Obwohl man vielleicht sagen könnte, dass dies so ist, weil sie beschmutzt sind, so ist dies nicht so! Denn wie wurden sie schmutzig?

173. Wehe jenen Menschen, die sich nicht der Ehre ihres Meisters bewusst sind und Seine Majestät nicht achten und den Zweck dieser Welt nicht kennen. Denn es gibt einen bestimmten Geist, der in jeder Toilette der Welt haust, ein Geist der sich am Eintrüben und der Verunreinigung erfreut, und sich sofort auf den Fingern festsetzt, die zu den Händen der Menschen gehören.

174. Rabbi Schimon eröffnete das Gespräch, indem er sagte: Derjenige, der sich an Festtagen erfreut, aber verabsäumt, seinen Teil dem Heiligen, gesegnet sei Er, zu geben, den wird das Böse Auge  – Satan – hassen, verfolgen und von der Erde beseitigen. Und er wird Elend über Elend bringen.

175. Die Rolle des Heiligen, gesegnet sei Er, ist es, den Bedürftigen entsprechend seinen Fähigkeiten glücklich zu machen. Denn an diesen Tagen kommt der Heilige, gesegnet sei Er, um alle Seine gebrochenen Gefäße zu sehen. Er kommt, um sie zu sehen, aber erkennt dann, dass sie nichts haben um glücklich zu sein. Und Er weint ihretwegen bevor er wieder zurück nach oben aufsteigt, in der Absicht, die Welt zu zerstören.

176. Die Mitglieder der Himmlischen Schule standen dann vor Ihm und sprachen: „Meister des Universums, Ihr werdet gnädig und barmherzig genannt. Habt Gnade mit Euren Kindern!“ Er sagte zu ihnen: „Habe Ich die Welt nicht auf dem Fundament der Gnade erschaffen?“ Wie geschrieben steht: „Denn ich habe gesagt, dass die Welt durch Gnade erbaut ist“ (Psalm 89,3). Deshalb ist das ganze Universum darauf errichtet. Aber wenn sie nicht ist, dann sagten die himmlischen Engel zu Ihm: „Meister des Universums, es gibt eine bestimmte Person, die sich satt gegessen und getrunken hat und zu den Bedürftigen gütig hätte sein können, aber nichts mit ihnen teilte! Dann kommt der Widersacher und erhält die Erlaubnis, diese Person zu verfolgen.

177. Wer ist größer in der Welt als Abraham, der mit allen lebendigen Geschöpfen Gnade hatte? Was steht über den Tag geschrieben, an dem er ein Festmahl bereitete? „Und das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Und Abraham machte ein großes Festmahl an jenem Tag, an dem Isaak entwöhnt wurde.“ (1.Mose 21,8). So bereitete Abraham ein Festmahl und lud alle Führer und wichtigen Persönlichkeiten dieser Generation zu diesem Festmahl ein. Und wir haben gelernt, dass bei jedem Bankett, der „Widersacher“ umherwandert, um zu beobachten, ob jeder zunächst Almosen an die Bedürftigen verteilt. Wenn Bedürftige in seinem Haus sind, dann verlässt der Widersacher das Haus und tritt nicht hinein. Ansonsten betritt er das Haus. Wenn er die Feierlichkeiten ohne Bedürftige sieht, und ohne vorherige Verteilung von Almosen an die Bedürftigen, steigt er hinauf und erhebt Anklage gegen den jenigen.

178. Da Abraham alle großen Führer jener Generation versammelt hatte, stieg der Widersacher von den Himmeln herab und stand als armer Mann verkleidet an der Tür. Und niemand schenkte ihm Aufmerksamkeit. Abraham war mit den Königen und den edlen Männern. Sarah stillte all deren Söhne, weil sie nicht glauben konnten, dass sie ein Kind geboren hatte, sondern behaupteten, dass Isaak ein Findelkind sei, das sie vom Marktplatz mitgenommen hätten. Darum brachten sie ihre Söhne mit, damit Sarah sie vor deren Eltern stillen konnte. Wie es geschrieben steht: „Wer hätte zu Abraham gesagt, dass Sarah Söhne (Kinder) stillen würde?“ (1.Mose 21,7). Es sollte geschrieben stehen Kind, dennoch gibt es keinen Zweifel, dass es Söhne (Kinder) heißen sollte. Und jener Widersacher stand an der Tür. Sarah sagte: „Ein Lachen hat mir ELOHIM bereitet!“ (1.Mose 21,6). Sogleich stieg der ‚Widersacher‘ hinauf und stand vor dem Heiligen, gesegnet sei Er, und sagte zu Ihm: „Oh Meister des Universums, Ihr habt gesagt, „Abraham ist derjenige, der mich liebt“, und er bereitete ein Festmahl vor, gab jedoch nichts an Euch oder an die Bedürftigen. Er opferte nicht mal eine einzige Taube Euretwillen. Und außerdem behauptet Sarah, dass Ihr Euch einen Scherz mit ihr erlaubt habt!“

179. Der Heilige, gesegnet sei Er, antwortete: „Wer in der Welt kann mit Abraham (ABRHM) verglichen werden?“ Doch der Widersacher verließ den Ort nicht, bis er das gesamte Festmahl zerstört hatte. So ordnete der Heilige, gesegnet sei Er, an, dass Isaak als Opfergabe gegeben werden sollte. Und Sarah war dazu bestimmt, aus Kummer um ihren Sohn zu sterben. All diese Pein wurde verursacht, weil er den Bedürftigen nichts angeboten hatte!

180. Rabbi Schimon eröffnete das Gespräch mit einem Zitat, in Übereinstimmung mit dem, was geschrieben steht: „Dann wandte Chitzkijahu (ChTzQYHV) sein Angesicht zur Wand und betete zu HASCHEM“ (Jesaja 38,2). Komm und sieh, wie kraftvoll die Macht der Torah ist, und wie hoch sie über alles emporsteigt! Denn wer sein Leben nach der Torah führt, hat weder Angst vor jenen oben noch unten, weder Unfälle noch Krankheiten dieser Welt betreffen ihn. Durch die Torah ist er verbunden mit dem Baum des Lebens und lernt jeden Tag davon.

181. Die Torah lehrt jeden Menschen, wie man einen geradlinigen Pfad schreitet. Sie gibt Anweisung, wie man bereuen und zu seinem Meister zurückkehren kann, um das Urteil gegen sich aufzuheben. Denn obwohl ein Erlass erteilt wurde, das Urteil gegen ihn nicht aufzuheben, wird es dennoch aufgehoben und in dieser Welt nicht mehr auf ihn angewandt. Deshalb sollte sich der Mensch Tag und Nacht mit dem Studium der Torah beschäftigten und sie sollte immer in seinem Geist sein. Wie geschrieben steht: „Du sollst Tag und Nacht darüber meditieren“ (Josua 1,8). Wenn sein Geist von der Torah abschweift, oder wenn er sie verlässt, dann ist es so, als ob er den Baum des Lebens verlässt.

182. Komm und sieh: Eine gute Anweisung für alle Menschen. Wenn ein Mensch nachts auf seinem Bett liegt und schlafen geht, sollte er mit ganzem Herzen das Joch der völligen Unterordnung zum himmlischen Königreich auf sich nehmen. Und er sollte sich zügig vorbereiten, um seine anvertraute Seele Ihm zurückzugeben. Dann wird er unweigerlich von allen schlechten Krankheiten und bösen Geistern verschont bleiben, und sie werden keine Macht über ihn haben.

183. Und am Morgen, wenn er aus seinem Bett steigt, soll er seinen Meister lobpreisen, in Sein Haus eintreten und sich vor Seinem Heiligtum in großer Ehrfurcht niederbeugen. Danach soll er seine Gebete rezitieren. Denn er soll den Rat der heiligen Patriarchen befolgen, wie geschrieben steht: „Ich werde in deiner unermesslichen Güte in dein Haus eintreten und werde den Tempel Deiner Herrlichkeit anbeten in Ehrfurcht vor dir.“ (Psalm 5,8).

184. Dieser Vers wurde wie folgt erläutert: Jemand sollte nicht in den Tempel eintreten, bevor er Abraham, Isaak und Jakob zu Rate gezogen hat. Denn sie haben das Gebet an den Heiligen, gesegnet sei Er, vorbereitet und errichtet. Wie geschrieben steht: „Ich werde in deiner unermesslichen Güte in dein Haus eintreten“ (Psalm 5,8), bezieht sich auf Abraham; „werde den Tempel Deiner Herrlichkeit anbeten“ (Psalm 5,8), bezieht sich auf Isaak; „in Ehrfurcht vor dir“ (Psalm 5,8), bezieht sich auf Jakob. Deshalb sollte er sich mit ihnen zusammenschließen und dann in den Tempel eintreten und seine Gebete rezitieren. Des Weiteren steht geschrieben: „Und Er sprach zu mir: Du bist mein Diener, Israel, in dem ich verherrlicht sein werde“ (Jesaja 49,3).

185. Rabbi Pinchas besuchte regelmäßig Rabbi Rachumai, der am Ufer des Sees Genezareth lebte. Er war ein großer Mann, der reich an Jahren war und sein Augenlicht verloren hatte. Er sagte zu Rabbi Pinchas: „Ich habe gehört, dass unser Freund Yochai ein Juwel hat, einen Edelstein. Und ich habe das Licht beobachtet, dass von dem Juwel strahlt; und es leuchtet wie das Strahlen der Sonne, wenn es aus der Umhüllung hervortritt und die ganze Welt erleuchtet.“

186. Und das Licht breitet sich von den Himmeln bis hinunter zur Erde aus, wo es die ganze Welt erhellt, bis der Alte der Tage (OThYQ YVMYN) erscheint und ordnungsgemäß auf den Thron gesetzt wird. Diese Strahlung ist vollständig in deinem Zuhause enthalten. Von diesem Glanz, der in deinem Zuhause enthalten ist, geht ein winziger Lichtstrahl hervor und erhellt die ganze Welt. Wie glücklich ist dein Los. Geh mein Sohn, geh! Folge dem Juwel, das strahlt und die ganze Welt erleuchtet, denn die Stunde ist günstig für dich.

187. Er nahm Abschied von ihm und war dabei, in ein Boot einzusteigen, begleitet von zwei Leuten. Er sah zwei Vögel über den See auf ihn zufliegen. Er erhob seine Stimme und sagte: „Vögel, oh Vögel, die ihr über das Wasser fliegt, habt ihr den Ort gesehen, wo der Sohn von Yochai ist?“ Er wartete eine Weile und sagte dann: „Vögel, oh Vögel, fliegt und bringt mir eine Antwort zurück!“. Sie flogen weg; sie flogen weg in die Mitte des Sees hinein und verschwanden.

188. Bevor er ging und abreiste, erschienen die beiden Vögel wieder. Im Mund von einem diesen war ein Brief, der ihm mitteilte, dass der Sohn von Yochai zusammen mit seinem Sohn Rabbi Elazar die Höhle verlassen hatte. Ging um ihn zu treffen. Er sah, dass er sich völlig verändert hatte, denn sein Körper war voller Narben und Wunden. Er weinte zugleich und sagte: „Weh, dass ich dich so gesehen habe!“ Oh wie glücklich ist mein Los, dass du mich so gesehen hast. Denn wenn du mich nicht so „vernarbt“ gesehen hättest, wäre ich nicht so gewesen. Rabbi Schimon eröffnet das Gespräch über die Gebote der Torah mit den Worten: „Die Gebote der Torah, die Israel durch den Heiligen, gesegnet sei Er, gegeben wurden, sind alle in der Torah allgemein niedergeschrieben.“

189. „Im Anfang erschuf ELOHIM“ (BRASchYTh BRA ALHYM). Dies ist das erste und das von allen herausragende Gebot. Denn dieses Gebot heißt „die Furcht vor HASCHEM“, die der „Anfang“ genannt wird. Wie geschrieben steht: „Die Furcht vor HASCHEM ist der Anfang der Weisheit (ChKMH)“ (Psalm 111,10), „Die Furcht vor HASCHEM ist der Anfang des Wissens (DOTh)“ (Sprüche 1,7). Denn diese Furcht (oder Ehrfurcht) wird Anfang genannt. Und sie ist das Tor, durch welches man in die Welt des Glaubens eintritt. Auf diesem Gebot gegründet, kann die ganze Welt bestehen.

190. Die Furcht unterteilt sich in drei Arten. Zwei von diesen haben keinen grundlegenden Ursprung, und eine ist die eigentliche Quelle der Furcht. Es gibt jemanden, der den Heiligen, gesegnet sei Er, fürchtet und respektiert, sodass seine Söhne leben werden und nicht sterben, oder weil er Furcht davor hat körperlich oder durch seinen Wohlstand bestraft zu werden. Dieser Mensch ist daher immer in Furcht vor Ihm. Aber wir können erkennen, dass die Furcht, die er vor dem Heiligen, gesegnet sei Er, hat, keinen tatsächlichen Ursprung hat. Dann gibt es einen anderen, der den Heiligen, gesegnet sei Er, fürchtet, weil er Furcht vor der Strafe hat, die ihn in der anderen Welt erwartet und vor den Qualen von Gehinnom. Diese beiden Arten der Furcht, sind weder die Grundlage der tatsächlichen Furcht, noch ihre echte Quelle!

191. Die wahre Furcht tritt auf, wenn ein Mensch seinen Meister fürchtet, weil er allmächtig ist, alles regiert und die wichtigste Quelle und die Essenz aller Welten ist. Und alles, was besteht, ist wie Nichts verglichen mit Ihm. So wie geschrieben steht, „und alle Bewohner der Erde sind wie Nichts anzusehen“ (Daniel 4,32) und der Mensch sollte seine Wünsche auf diesen Ort konzentrieren, der als „Furcht“ bezeichnet wird.

192. Rabbi Schimon fing an zu weinen und sagte: „Wehe, wenn ich spreche und wehe, wenn ich nicht spreche. Wenn ich spreche, dann werden die Bösen wissen, wie sie ihrem Meister dienen. Und wenn ich nicht spreche, werden die Freunde es verlieren. Denn an dem Ort, wo die „heilige Furcht“ zu finden ist, findet sich darunter eine „böse Furcht“, die quält, peitscht und dann bestraft. Dies ist eine Peitsche, die für das Auspeitschen der Sündhaften verwendet wird.“

193. Deshalb hat derjenige, der sich vor der Strafe, gefoltert und verfolgt zu werden fürchtet, wie bereits gesagt wurde, nicht die „Furcht vor HASCHEM“. Diese wird als die „Furcht vor HASCHEM“ (Psalm 111,10), die zum Leben führt, bezeichnet. Denn welche Furcht wohnt einer solchen Person inne? Es ist die „böse Furcht“. Und so wird sie von dieser schlagenden Peitsche beherrscht, nämlich der „bösen Furcht“ und nicht der „Furcht vor HASCHEM“.

194. Aus diesem Grund wird der Ort mit dem Namen die „Furcht vor HASCHEM“ (Psalm 111,10)  „Anfang des Wissens“ (Sprüche 1,7) genannt. Dieses Gebot ist hier enthalten. Dies ist die Quelle und das Hauptprinzip aller anderen Gebote der Torah. Wer das Gebot der „Furcht“ befolgt, befolgt auch alle anderen. Und wer das Gebot der „Furcht“ nicht befolgt, befolgt auch keines der anderen Gebote der Torah. Denn dies ist das Tor zu allem.

195. Aus diesem Grund, steht geschrieben: „Im Anfang (BRASchYTh),“ was „Furcht“ ist, als „ELOHIM erschuf die Himmel und die Erde.“ Denn wer dieses übertritt, übertritt die Gebote der Torah. Und die Strafe für den, der übertritt, ist, dass die grausame und böse Peitsche ihn auspeitschen wird. Daher „Und die Erde war formlos und leer, und es war finster auf der Tiefe. Und der Geist von ELOHIM (RVCh ALHYM)“ sind die vier Bestrafungen für die Bösen.

196. „Formlos“ (THV) (1.Mose 1,2) bedeutet Erhängen, wie geschrieben steht, „eine Linie der Unordnung (THV)“ (Jesaja 34,11), die „eine Messschnur“ (Sacharja 2,5) ist. „Leer“ bedeutet Steinigen und bezieht sich auf die Steine, die in der großen „Tiefe“ zum Zweck der Bestrafung der Bösen versunken sind. Und „finster“ bedeutet Verbrennen. Wie geschrieben steht: „Und es begab sich, als Sie die Stimme aus der Mitte der Finsternis hörten, während der Berg im Feuer brannte“ (5.Mose 5,23). Und das heftige Feuer „wird auf den Kopf der Bösen niedergehen“ (Jeremia 23,19), um sie zu verbrennen.

197. Und der „Geist“ (RVCh) bedeutet erschlagen durch das Schwert. Denn der Gewittersturm ist ein flammendes, gewetztes (scharfes) Schwert. Wie geschrieben steht, „und die blitzende Klinge eines sich drehenden Schwertes“ (1.Mose 3,24). Und dies wird auch der Geist genannt. Das ist also die Strafe für denjenigen, der die Gebote der Torah überschreitet. Denn er erscheint nach der „Furcht“, die der Anfang ist und alles beinhaltet. Von hier an folgen die restlichen Gebote der Torah.

198. Das zweite Gebot ist, dass das Gebot der „Furcht“ stark mit dem Gebot der Liebe zusammenhängt und niemals davon getrennt ist. Ein Mensch soll seinen Meister wahrhaftig und vollkommen lieben. Und was ist vollkommene Liebe? Es ist „große Liebe“, wie es geschrieben steht, „wandle in meinem Angesicht und sei vollkommen“ (1.Mose 17,1). Das Wort bedeutet vollkommen und voll mit Liebe zu sein. Deshalb steht geschrieben: „Und ELOHIM sprach, es werde Licht“ (1.Mose 1,3). Diese „vollkommene Liebe“ heißt die „große Liebe“. Und hier erscheint sie als ein Gebot, so dass ein Mensch seinen Meister richtig liebt.

199. Rabbi Elazar sagte: Mein Vater, ich habe die Bedeutung von „vollkommener Liebe“ gehört. Er sagte zu ihm: „Sage sie, mein Sohn, vor Rabbi Pinchas, da er wirklich auf dieser Ebene ist und entsprechend lebt.“ Rabbi Elazar sagte: „Große Liebe bedeutet vollkommene Liebe, vollkommen von beiden Seiten – Güte und Urteil. Und wenn sie nicht beide enthält, dann ist sie keine echte „vollkommene Liebe“!“

200. Deshalb haben wir gelernt, dass die Liebe des Heiligen, gesegnet sei Er, auf zwei Arten erklärt wird. Es gibt den, der Ihn liebt, weil er reich ist, ein langes Leben hat, seine Kinder um ihn herum sind, er seine Feinde regiert und ihm seine Vorhaben gelingen. Wegen all dem liebt er Ihn. Aber wenn es das Gegenteil wäre, wenn der Heilige, gesegnet sei Er, das Rad des Schicksals gegen ihn wenden und dies durch das harte Urteil ersetzen würde, würde er Ihn hassen und komplett ablehnen. Daher ist diese Liebe keine Liebe, die ein Fundament hat.

201. Die Liebe, die als „vollkommene Liebe“ bezeichnet wird, beinhaltet beide Seiten, sowohl die des strengen Urteils als auch der Güte und des Erfolgs. Er sollte den Heiligen gesegnet sei Er, lieben, so wie wir gelernt haben; sogar wenn er deine Seele nehmen würde. Dies ist die „vollkommene Liebe“ die beide Aspekte enthält. Und aus diesem Grund, wurde das Licht des Schöpfungsaktes offenbart und dann versteckt und bewahrt. Als es verborgen war, kam das strenge Urteil hervor und beide Seiten wurden verbunden und erreichten Vollkommenheit. Dies ist wahre und richtige Liebe.

202. Rabbi Schimon umarmte und küsste ihn. Dann kam Rabbi Pinchas und küsste und segnete ihn. Dann sagte er: Gewiss hat mich der Heilige, gesegnet sei Er, hierher geschickt. Dies ist der winzige Lichtstrahl, wie man mir sagte, der in meinem Haus scheint, und der später die ganze Welt erleuchten soll.“ (Passage 186) Rabbi Elazar sagte: Gewiss darf bei den Geboten nicht auf die „Furcht“ verzichtet werden, insbesondere bei diesem einen. So sollte „Furcht“ daran angebunden sein. Wie ist sie angebunden? Durch die Liebe, die das Gute von einer Seite bringt. So, wie erklärt wird: Wenn der Heilige Eine, gesegnet sei Er, einem Menschen Reichtum und alles Gute, ein langes Leben, Kinder und Lebensunterhalt gibt, dann sollte dieser Mensch in sich die „Furcht“ wecken. Und er sollte sich davor fürchten, was die Sünde über ihn bringen könnte. Darüber steht geschrieben: „Glücklich ist der Mensch (ADM), der sich immerwährend fürchtet“ (Sprüche 28,14), denn die „Furcht“ (PChD) ist jetzt in der „Liebe“ enthalten.

203. Genau so soll die „Furcht“ geweckt werden, nämlich aus der Sicht des strengen Gerichts. Denn sobald ein Mensch erkennt, dass das strenge Gericht über ihn kommt, soll er die „Furcht“ in sich wecken und sich vor seinem Meister fürchten. So wird sich nicht „sein Herz verhärten“. Dies ist, was mit dem Vers gemeint ist: „derjenige, dessen Herz verhärtet ist, wird in das Böse fallen“ (Sprüche 28,14), was sich auf die „Andere Seite“ bezieht, die als „böse“ bezeichnet wird. Daraus ergibt sich, dass die „Furcht“ angebunden ist und beides beinhaltet. Dann ist sie die wahre und echte, vollkommene Liebe.

204. Das dritte Gebot lautet: zu wissen, dass es einen allmächtigen HASCHEM gibt, der die Welt regiert, um Seine Einheit jeden Tag ordnungsgemäß zu verkünden. Indem die überirdischen sechs Punkte verwendet werden, um sie zu einem Ganzen zu vereinen mit den sechs Wörtern des „Schema Israel“ und unseren Wunsch geistig darauf auszurichten. Deshalb sollten wir die Aussprache von „achad“ (AChD) in die Länge ziehen, entsprechend der Aussprache der sechs anderen heiligen Worte.

205. Das ist der Grund, weshalb geschrieben steht: „Die Wasser unter den Himmeln sollen sich an einem Ort sammeln“ (1. Mose 1,9). Das bedeutet: alle Stufen des Wassers, die unter den Himmeln sind, sollen sich an einem Ort sammeln, um vollkommen und ganz zu werden, indem alle sechs Punkte in der richtigen Weise einbezogen werden. Auch wenn dies alles zusammengefügt wurde, sollte dennoch während der Verkündigung Seiner Einheit „Furcht“ hinzugefügt werden. Deshalb sollte man die Aussprache des Buchstaben DALETH im Wort achad verlängern, darum ist der Buchstabe DALETH größer als die anderen Buchstaben. Deshalb steht geschrieben, „damit das Trockene sichtbar werde“ (1. Mose 1,9); das bedeutet, lasst den Buchstaben DALETH, welcher das „Trockene“ ist, sichtbar werden und der Verkündigung Seiner Einheit hinzugefügt werden.

206. Nachdem Sie oben in der Höhe angefügt wurde, sollte Sie dann mit all Ihren Aspekten auch unten zu den anderen sechs Punkten, die unten sind, angefügt werden, gemäß dem Vers: „Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit Seines Königreichs für immer und ewig“. Das ist die Litanei, welche dem „Schema“ (SchMO) folgt und die im Hebräischen sechs zusätzliche Wörter enthält, welche diese Einheit ausdrücken. Und dann wird, was trockenes Land war, fruchtbare Erde, die Früchte und Blumen hervorbringen kann und in welcher Bäume gepflanzt werden können.

207. Dies ist in dem Vers angedeutet: „Und ELOHIM nannte das Trockene Erde“ (1. Mose 1,10). Dies wurde vollendet, als die Einheit unten durch die Worte verwirklicht wurde, welche in die sechs hebräischen Worte (Baruch Schem Kevod Malchuto Le-Olam Vaod (BRVK ShM KBVD MLKVTV L-OVLM VOD) übersetzt bedeuten, wie das Trockene Erde wird, ein ordnungsgemäßer vollständiger und vollkommener Wunsch. Deshalb erscheint der Ausdruck „dass es gut war“ zweimal, einmal für die obere und einmal für die untere Einheit. So wurde vereinigt und zu beiden Aspekten angefügt. Deswegen steht geschrieben: „die Erde soll Vegetation hervorbringen“ (1. Mose 1,10), denn ab jetzt war Sie dazu bereit, Früchte und Blumen ordnungsgemäß hervorzubringen!

208. Das vierte Gebot ist, zu wissen, dass YHVH ELOHIM ist. Wie es in den heiligen Schriften geschrieben steht: „So sollst du den Tag berücksichtigen und es dir zu Herzen nehmen, dass HASCHEM ELOHIM ist.“ (5. Mose 4,39). Der Name ELOHIM ist im Namen von HASCHEM enthalten und als Eins ohne Trennung gewürdigt.

209. Und das ist das Geheimnis des Verses: „Sie sollen Lichter am Firmament der Himmel sein, um auf die Erde zu scheinen.“ (1. Mose 1,15), bedeutet, dass beide Namen eins und ohne Trennung sein sollen. Es bedeutet, dass das hebräische Wort für Lichter, ohne VAV geschrieben, im Wort „Himmeln“ enthalten sein soll, weil sie wie eins und ohne Trennung sind. Schwarzes Licht wird durch das weiße Licht umfasst. Beide sind wie eins und ohne Trennung. Und dies ist die „weiße Wolke“ bei Tag und die „Wolke des Feuers“ [Feuersäule] in der Nacht, die auf den Aspekt des Tages, und den Aspekt der Nacht anspielen, so wie sie zusammen abgestimmt (reguliert) werden sollen, um die Erde zu beleuchten. Wie geschrieben steht, „um auf die Erde zu scheinen“.

210. Das ist die Sünde der Ur-Schlange, die sich unten vereint, aber oben trennt. Aus diesem Grund verursachte sie, was sie an der Welt verursachte. Denn was unten ist, soll getrennt werden, und was oben ist, soll vereint werden. Deswegen sollte das schwarze Licht oben zu einem einheitlichen Ganzen vereint werden. Und dann werden sie zusammen mit Ihren eigenen Legionen vereint und von der „bösen Seite“ getrennt.

Passagen 1-70

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Passagen 141-210

Passagen 211-260