Die geheime Bedeutung der 22 grossen Arkana des Tarot

Harriet Felkin

Die Schlüssel der kleinen Arkana repräsentieren für uns die Schwingungen der Zahlen, Farben und Elemente, das heißt die Ebene, auf welcher Zahl und Farbe wirken. Bei der Zehn der Münzen haben wir es also mit der Zahl 10 und den Mischfarben Zitrin, Oliv und Rotbraun zu tun, die in Malkuth, der materiellen Ebene, wirksam sind. Bei der Zehn der Stäbe haben wir es mit der Zahl 10 und den Mischfarben zu tun, die in der reinen Energie wirksam sind. Bei diesen Karten wird durch die Färbung der Wolken auf die betreffende Sephirah hingedeutet, auf die Ebene durch die Färbung der Symbole. In ihrer abstrakten Bedeutung werden die vier Hofkarten einer jeden Farbe folgendermaßen interpretiert:

Der König ist potentielle Kraft.
Die Königin ist schwebende Kraft.
Der Ritter ist handelnde Kraft.
Der Knappe ist Empfangsbereitschaft und Vermittlung.

Diese Karten sind nach dem Element und der Sephirah gefärbt, zu welcher sie gehören. Jede von ihnen stellt eine individuelle Kraft dar, die unabhängig zu betrachten ist. Es darf nie vergessen werden, dass die Trümpfe in sich Zeichen der kosmischen und nichtmenschlichen Mächte sind. Es folgen die 22 Trümpfe:

0. Der Narr
Wie diese Karte gewöhnlich dargestellt wird, zeigt sie einen Mann in der Kleidung eines Narren, der weitergeht, ohne den Hund zu bemerken, welcher an seinen Kleidern reißt und ihn anzugreifen droht. Darin sieht man nur den niederen Aspekt der Karte, die keinen Hinweis auf die göttliche Torheit zulässt, von welcher der heilige Paulus spricht. Im Deck des Ordens ist jedoch ein Versuch gemacht worden, die tiefere Bedeutung zu enthüllen. Ein nacktes Kind steht unter einem Rosenbaum mit gelben Rosen, den goldenen Rosen der Freude wie auch jenen des Schweigens. Während er zu den Rosen hinaufreicht, hält er einen grauen Wolf an der Leine, die weltliche Weisheit, die von der vollendeten Unwissenheit in Schach gehalten wird. Die Farben sind blassgelb, blassblau, grüngelb: Sie erinnern an die irdische Morgendämmerung eines Frühlingstages.

1. Der Magier
Dieser Schlüssel repräsentiert die Einheit und Ausgewogenheit der Elementarkräfte, die vom Geist kontrolliert werden. Der Adept weiht die kleineren Werkzeuge auf dem Altar. Die Pfade von Beth und Merkur verbinden Kether, die Krone, mit Binah, der Aimah Elohim. Der Magier wird deshalb im Intellekt gespiegelt, welcher das Wissen sammelt und speichert und in das Haus des Lebens, Binah, ausgießt. Die Zahl dieses Pfades, 12, weist auf die Synthese des Tierkreises hin, wie Merkur die Synthese der Planeten ist. Die Farben Gelb, Violett, Grau und Indigo deuten auf das geheimnisvolle Astrallicht hin, welches den großen Adepten umgibt. Die Erde steht mit dem Namen Tahuti und Hermes in Verbindung, so wie die vorige mit Krishna, Harparkrat und Dionysos.

2. Die Hohepriesterin
Sie gebietet über den langen Pfad, welcher Kether mit Tiphareth verbindet und die entgegenlaufenden Pfade von Venus und Löwe kreuzt. Sie ist die große weibliche Kraft, welche die eigentliche Lebensquelle beherrscht, die in sich selbst alle energetisierenden Kräfte sammelt und sie in der Auflösung lässt, bis die Zeit gekommen ist, sie freizugeben. Ihre Farben sind blassblau, das sich zum Himmelblau hin vertieft, silberweiß und Silber, die von einem Hauch Orange und Flammen durchzogen werden. Diese Farben sind Ausdruck der obengenannten Vorstellungen.

3. Die Kaiserin
Sie ist ein Aspekt der Isis, die kreative und positive Seite der Natur. Die ägyptische Trilogie, Isis und Hathor und Nephthys, die von der Mondsichel, dem Vollmond und dem Dreiviertelmond repräsentiert werden, erscheint im Tarot als die Hohepriesterin, Hathor; die Herrscherin, Isis, hat entweder die Mondsichel oder Venus als ihr Symbol; die Gerechtigkeit, Nephthys, nimmt den Dreiviertelmond.
Isis und Venus bringen den Aspekt der Liebe, während Hathor eher die mystische Seite ist, der Vollmond, der in Jesod die Sonne von Tiphareth reflektiert und die Strahlen der Sonne auf ihrem Pfade Gimel übermittelt. Bei der Deutung im praktischen Tarot ist es oft zulässig, die Herrscherin als für Okkultismus stehend zu betrachten. Die Hohepriesterin steht für die Religion, die Kirche, im Unterschied zum Orden. Die Herrscherin, deren Buchstabe Daleth ist, bildet die Tür zu den inneren Mysterien, wie Venus die Tür des Gewölbes ist. Ihre Farben sind Smaragd, Himmelblau, Blau-grün und Kirschrot oder Rosa, Pink.

4. Der Kaiser
Hier haben wir es mit starken, energieliefernden Kräften zu tun, worauf die verschiedenen Rotschattierungen hinweisen. Es müsste hier angemerkt werden, dass die roten Pfade auf allen Ebenen rot bleiben und nur in der Schattierung schwanken. Darum ist Widder, der Herrscher, der Pionier, der General, blutrot und dunkel-purpur, rot, reines Zinnober oder feurig-leuchtendes Rot. Eroberer, hitzig, leidenschaftlich, heftig, die Apotheose des Mars, ob in der Liebe oder im Krieg. Er ist das positiv Männliche, wie die Herrscherin das positiv Weibliche ist.

5. Hierophant
Der Hohepriester ist das Pendant zur Hohepriesterin. So wie Widder das Haus des Mars und die Erhöhung der Sonne ist, so ist Stier das Haus der Venus und die Erhöhung des Mondes. Er stellt den reflektiven oder mystischen Aspekt des Männlichen dar. Er ist der Denker, wie der Herrscher der Macher ist. Anders als diejenigen des Herrschers ändern sich seine Farben erheblich. Rot, Orange, Kastanienrot, Dunkelbraun und Kastanienbraun deuten auf verschleierte Gedanken und innewohnende Kraft hin, auf Ausdauer, Kontemplation und Versöhnung. Diese Karte deutet häufig auf eine verborgene Wächterschaft der Meister hin.

6. Die Liebenden
Der Impuls der Inspiration und der Intuition, der zur Erleuchtung und zur Befreiung führt, das Schwert, welches die Fesseln der Gewohnheit und des Materialismus durchschlägt, Perseus, der Andromeda vom Drachen der Furcht und den Wassern der Stagnation errettet. Die Farben sind Orange, Lila, Violettgrau und Perlgrau. Die blitzende Farbe zu Orange ergibt ein tiefes leuchtendes Blau, für Lila ist sie Goldgelb. Die blitzenden Farben können immer mit hineingebracht werden, wenn sie die wesentliche Farbbedeutung klarer herausstellen. In der Praxis zeigt diese Karte gewöhnlich mitfühlendes Verständnis an.

7. Der Wagen
Hier haben wir es mit einem Symbol des menschlichen Geistes zu tun, der die niederen Prinzipien, die Seele und den Körper kontrolliert. Auf diese Weise fährt er triumphierend durch die Astralebene, erhebt sich über die Wolken der Illusion und dringt zu den höheren Sphären durch. Die Farben Bernstein, Silbergrau, Blaugrau und das tiefe Blauviolett des Nachthimmels erhellen dieses Symbol. Es ist die Sublimation der Psyche.

8. Die Stärke
Auch diese Karte repräsentiert die Meisterung des Niederen durch das Höhere. Doch in diesem Fall handelt es sich um die Seele, welche die Leidenschaften in Schach hält, obwohl ihre Füße noch auf der Erde stehen und ein dunkler Schleier um ihren Kopf schwebt und sie umschlingt. Die Farben, ein blasses Grüngelb, Schwarz, Gelbgrün und Rot-Bernstein, deuten auf die erforderliche Beständigkeit und Kraft hin; aber die dunkelrote Rose, welches die blitzende Farbe zum Grüngelb ist, verleiht dem Motiv Macht.

9. Der Eremit
Drei Trümpfe sollten im Studium zusammengehalten werden, denn sie repräsentieren die drei Stufen der Initiation. Ein Mann ist in Kapuze und Umhang gehüllt und trägt eine Laterne, seinen Pfad zu erleuchten, sowie einen Stock, seine Schritte zu stützen. Er ist der ewige Sucher, die pilgernde Seele. Kapuze und Umgang sind erdbraun, und über ihm befindet sich der Nachthimmel. Aber die feinen gelbgrünen und blaugrünen Töne des Frühlings sind um ihn herum; und Frühling ist es in seinem Herzen.

10. Das Schicksalsrad
Auf dem Lebensbaum wird das Schicksalsrad auf den Pfeiler der Gnade gelegt, wo es die Hauptsäule bildet, die Netzach mit Chesed verbindet, den Sieg mit der Gnade. Es ist die Umdrehung von Erfahrung und Fortschritt, die Stufen des Tierkreises, die sich drehende Treppe, die durch die abwechselnden Einflüsse von Licht und Dunkelheit, von Zeit und Ewigkeit an ihrer Stelle gehalten wird. Darüber gebietet der plutonische Cynocephalus darunter und die ägyptische Sphinx darüber, das ewige Rätsel, welches nur gelöst werden kann, wenn wir die Befreiung erlangen. Die Grundfarben dieses Trumpfes sind Blau, Lila, Tiefviolett und Blau mit gelben Strahlen. Aber die Tierkreisspeichen des Rades sollten in den Spektralfarben gehalten sein, der Affe in jenen von Malkuth und die Sphinx in den Primärfarben und Schwarz.

11. Die Gerechtigkeit
Nephthys, der dritte Aspekt von Luna, die Zwillingsschwester von Isis. Gerechtigkeit im Unterschied zur Liebe. Ihre Embleme sind Schwert und Waagschale. Wie ihre Schwester ist sie in Grün gekleidet, aber in ein schärferes, kälteres Grün als das reine Smaragd der Isis. Die Begleitfarben sind Blau, Blaugrün, Blassgrün. Nur durch Gebrauch der blitzenden Farben können wir die verborgene Wärme und Beständigkeit finden.

12. Der Gehängte
Ein vielsagendes und zutiefst bedeutungsvolles Symbol. Es ist das Opfer, das Hineinverschmelzen des Höheren in das Niedere, um das Niedere zu sublimieren. Es ist der Abstieg des Geistes in den Stoff, die Inkarnation Gottes im Menschen, die Unterwerfung der materiellen Fesseln, damit das Materielle transzendiert und verwandelt werden kann. Die Farben sind Dunkelblau, Weiß und Schwarz, vermischt, aber nicht verschmolzen mit Oliv, Grün und Beige-Grün.

13. Der Tod
Das Zeichen der Wandlung und Auflösung. Nur das Skelett, welches die zerstörende Kraft der Zeit überlebt, kann als die Grundlage betrachtet werden, auf welcher sich Struktur aufbaut. Der Typus, der die Wandlungen der Zeit und des Traumes überdauert, der sich den Erfordernissen der Evolution anpasst und doch in der Wurzel unverändert bleibt. Es stellt die verwandelnde Kraft der Natur dar, die von unten aufwärts arbeitet, wie der Gehängte, der die verwandelnde Kraft des Geistes repräsentiert, die von oben abwärts arbeitet. Die Farben sind Blaugrün, sowohl dunkel als auch blass, die beiden dominanten Farben der sichtbaren Welt und die blitzenden Farben Orange und Rotorange.

14. Die Mässigkeit
Hier haben wir es mit dem Gleichgewicht nicht der Waagschalen der Waage des Tierkreises, sondern mit dem Impuls des Pfeiles des Schützen zu tun, der sich seinen Weg durch die Luft mittels der Kraft bahnt, die ihm durch den festen Zug des Bogens mitgeteilt wurde. Es bedarf der abwechselnden Kräfte des Feuers und des Wassers, Shin und Qoph, die von der einschränkenden Kraft des Saturn gehalten und von den Energien des Mars konzentriert werden, um diesen Impuls einzuleiten. Diese alle werden in der Symbolik einer zwischen Erde und Wasser stehenden Figur zusammengefasst, die zwei Amphoren mit ihren Strömen lebenden Wassers hält. Im Hintergrund befindet sich ein Vulkan. Die Farben sind Hellblau, Blaugrau, Schieferblau und Fliederfarben-Grau.

15. Der Teufel
Diese Karte sollte in Verbindung mit der Nummer 15 studiert werden. Diese beiden stellen die zwei großen kontrollierenden Kräfte des Universums dar, die zentrifugale und die zentripetale, die zerstörende und die erzeugende, die dynamische und die statische. Die niedere Natur des Menschen fürchtet und hasst den Wandlungsprozess. Deshalb binden Ketten die niederen Figuren und tierischen Gestalten ihrer niederen Glieder. Und doch ist gerade diese Angst vor Veränderung und Auflösung notwendig, um die Lebenskraft zu stabilisieren und die Kontinuität zu wahren. Die Farben sind Indigo, flammendes Braun, Goldbraun und Grau.

16. Der Turm
Rot bleibt wie immer durch alle vier Ebenen hindurch gleich, obwohl es in der Tönung modifiziert wird. Deshalb finden wir hier lebhaftes Scharlachrot, das bis zu tief düsterem Rot und mit Bernstein durchzogenem Zinnoberrot getönt ist. Die dazu kontrastierenden Grünschattierungen dienen dazu, das Rot deutlicher hervorzuheben. Der ungeheuer zerstörende Einfluss des Blitzes zerreißt die verfestigten Formen, um den Weg für neue Gestalten hervortreten zu lassen. Hier handelt es sich um Revolution im Unterschied zur Wandlung oder Sublimation, Zerstörung im Gegensatz zum Erhaltenden, Energie im Angriff auf die Trägheit. Der heftige Hinauswurf derjenigen, die sich in den Wänden der Bequemlichkeit und Tradition einschließen.

17. Der Stern
Diese Karte zeigt den siebenstrahligen Stern der Venus, der über den Wassern des Wassermannes scheint, der führenden Kraft der Liebe in all ihren Gestalten und Aspekten, welche die Seele in ihrem Eintauchen in die Menschlichkeit erleuchtet. Die Fesseln des Saturn werden darum im läuternden Wasser der Taufe aufgelöst. Die Taube des Geistes schwebt über dem Baum des Wissens und bringt die Verheißung des letzten Zieles — und auf der anderen Seite einen Schimmer vom Lebensbaum. Blasse Farben deuten auf das Morgengrauen und den Morgenstern — Amethyst, Blassgrau, Beige, Taubengrau und Weiß mit dem blassem Gelb des Sternes.

18. Der Mond
Auch hier ist ein Fluss, aber es handelt sich um die aufgewühlten Wasser der Nacht, in welchen wir eines Krebses gewahr werden, dem Pendant zum Skarabäus. Vom Ufer des Wassers aus windet sich ein dunkler Pfad der Mühe, der Arbeit und des möglichen Versagens. Er wird von bedrohlichen Wachhunden behütet, die die Wandernden einschüchtern, während in der Ferne die kahlen Hügel von finsteren Burgen gekrönt sind, die den Weg zur Erfüllung zusätzlich hüten. Dieses ist der Pfad des Blutes und der Tränen, auf welchem Angst, Schwäche und Schwanken überwunden werden müssen. Die Farben sind dunkles Purpur, Rotbraun, Braunpurpur und Pflaumenfarben. Aber ihre düstere Tönung wird durch das durchscheinende Hellgrün aufgehellt und durch die gelben Farben, die in ihrem Gegenüber zu finden sind.

19. Die Sonne
Die wässrigen Pfade der Prüfungen und Versuchungen werden durch die feurigen Pfade des Maßes, des Urteils und der Entscheidung aufgewogen. In heftigem Kontrast zu der dunklen Färbung des Wassermannes und der Fische werden wir mit den blendenden Tönen der Sonne und des Feuers konfrontiert. Ein zu ehrgeiziger Ikarus könnte seine wächsernen Flügel des Ehrgeizes und der Neugier unter den feurigen Strahlen der Sonne und der Hitze des Feuers schrumpfen und schmelzen fühlen. Nähert man sich ihr mit Demut und Achtung, so wird die Sonne zur wohlwollenden Lebensquelle.
Von einem umschließenden Reif geschützt und an den Wassern der Reue stehend, kann sich der Pilger demütig und ohne Angst dem suchenden Licht unterwerfen und seine Wärme und Vitalität aufnehmen, um für den Kampf gerüstet zu sein, der vor ihm liegt. Die Farben sind klares Orange, Goldgelb, rotdurchzogenes Bernstein und im Kontrast dazu Blau und Lila.

20. Das Urteil
Die drei Trümpfe, die den Elementepfaden zugeordnet sind, sind vielleicht am schwersten zu verstehen. Sie stellen die Wirkung von Kräften dar, die außerhalb des menschlichen Erfahrungsbereichs liegen, die nicht auf dem Einfluss der Umgebung beruhen, sondern auf den Impulsen des Himmlischen auf die sublunare Welt.
In der Luft haben wir den reinen Geist, der die Fleischeslust gezügelt hält. Im Wasser die sublimierende Kraft des Opfers. Im Feuer werden uns hier die kosmischen Kräfte gezeigt, die sich von allen Seiten her auf den Pilger konzentrieren. Das Jüngste Gericht wird über ihm verkündet. Er ist weder der Richter noch liegt die Entscheidung in seinen Händen. Lazarus kann von seinem Grabe nicht aufstehen, bevor die Stimme ihn ruft: „Tritt heraus!“ Und er kann auch die Totenkleider nicht wegwerfen, bis der Befehl kommt: „Löst ihn!“ Der Mensch selbst ist hilflos. Der Impuls zum Aufstieg muss von oben kommen, aber durch dessen Kraft kann er das Grab der Umwelt transzendieren und die Fesseln der Gebirge beiseite werfen. Ein weiteres Mal brennt hier die feurige Kraft des Rot durch die Ebenen. Es wird durch passive Grüntöne betont.

21. Die Welt
Beachte, dass diese Karte nicht die Erde, sondern das Universum, die Welt darstellt. Wir sollten daran denken, dass Saturn für unsere Vorfahren die Begrenzung des Sonnensystems repräsentierte. Sie konnten weder Uranus noch Neptun messen. Der spiralförmige Pfad des Saturns durch den Tierkreis, der an den Kardinalpunkten durch die cherubinischen Symbole in der Form eines Kreuzes markiert ist, war für sie eine verständliche Glyphe des Ganzen. In dieser Karte finden wir deshalb eine Zusammenfassung des gesamten Taro oder Rota. Die Figur in der Mitte sollte als Hathor, Athor oder Ator angesehen werden, weniger als Isis, und zeigt so das verborgene Anagramm an, was man vielleicht folgendermaßen übersetzen könnte: ORAT — der Mensch betet. ATOR – zur großen Mutter. TARO – sie dreht. ROTA – das Rad des Lebens und des Todes. Wie beim Schicksalsrad umfassen die Farben das gesamte Spektrum und die Elementefarben, aber sie sind hier gegen das Indigo und das Schwarz des Saturn gestellt, mit dem weißen Schimmer der Sterne in der Dunkelheit und der nebelhaften Gestalt der Aimah Elohim der Mitte. Im praktischen Tarot wird diese Karte als der in Frage stehende Gegenstand gedeutet, das Thema also einer jeden gestellten Frage.

Nachdem der Studierende die 22 großen Arkana oder Trümpfe der Reihenfolge nach überschaut hat, wird es für ihn klug sein, den Verlauf umzukehren und dem Pfad des Pilgers von unten her aufwärts zu folgen, um auf diese Weise den inneren Prozess der Einweihung und Erleuchtung zu verstehen. Das ganze Universum ist bereit, an diesem Prozess teilzunehmen, denn der Mensch selbst ist der Mikrokosmos des Makrokosmos und das Kind der Götter. Der Makrokosmos muss selbst wiederum einen entsprechenden Prozess durchlaufen, in welchem die Erfahrung nicht nur der Menschheit, sondern eines jeden einzelnen Menschen einen Anteil haben muss. Die Brocken werden in Körben aufgesammelt, damit nichts verlorengehe; und von der Speisung der Menge bleibt nicht weniger, sondern mehr als die ungebrochenen Brote und Fische, in passenden Symbolen der Erde und des Wassers.

Höre Tag und Nacht nicht auf, die läuternden Mysterien zu suchen.