Nachman von Bratslav

1772 – 16.10.1810

Rabbi Nachman war ein chassidischer Zaddik. Er war der Urgroßenkel des Kabbalisten Baal Schem Tow, dem Begründer des Chassidismus. Nachman wuchs in der chassidischen Atmosphäre seines Elternhauses auf. Obwohl Nachman die Bedeutung der Tradition betonte und sich als letztes Glied einer Kette sah, die von Shimon bar Jochai über Isaak Luria bis zu seinem Urgroßvater Baal Schem Tow reichte, enthalten seine Lehren zahlreiche Neuerungen. Gemäß Nachman wurde die Welt durch Ain Sof (‚das Unendliche‘) erschaffen, und wird nach dem absoluten göttlichen Willen beherrscht. Göttlichkeit ist überall enthalten, auch im Bösen, und zwar in Form von Klippot (‚Schalen‘).

Nachmans Zaddik-Theorie ist einzigartig, dann darin behauptet er, es gebe nur einen einzigen echten Zaddik für welchen eine Bestimmung als Messias vorgesehen ist. Ähnlich wie Moses verleihe der Zaddik den Gebeten der Gemeinschaft erlösende Kraft. Die Bedeutung des Niggun, des gesungenen Gebets, ist nach Nachman nicht zu überschätzen. Nach dem Tode von Rabbi Nachman wurden seine Anhänger unter der Bezeichnung Bratslaver Chassidim bekannt.