Magische Propädeutik

Rah Omir-Quintscher (Friedrich Wilhelm Quintscher)

Rah-Omir_Friedrich_Wilhelm_QuintscherFriedrich Wilhelm Quintscher (Rah-Omir Quintscher) war ein deutscher Okkultist, Schriftsteller und Ordensgründer. Seiner Auffassung nach sei es für den Schüler der Magie zuerst erforderlich sich selbst und seine Absichten zu Religion, Magie, Weltbild gründlich zu hinterfragen. Er ist außerdem der Meinung, dass der Schüler im Herzen und den Gefühlen aufräumen, sowie sich von Irrlehren und Wahnglauben befreien soll, um die Geheimlehre der Magie praktizieren zu können.

 

 

Die Korrektur der eignen Persönlichkeit bildet ein Haupterfordernis in den vorbereitenden Unterricht der Magie. Die Pflege des Körpers, die Vereinigung der Gedanken und eine Aufstellung von Grundübungen, die geistige Entwicklung täglich zu fördern, sind darin einbegriffen. Ich darf vermuten, dass die meisten der geneigten Leserinnen und Leser eine möglichst eingehende Erläuterung der magischen Lehren wünschen, aus diesem Grunde wurde der Inhalt der Lehrbriefe so abgefasst, diesem Zustande gerecht zu werden. 
Die Ausübung der praktischen Magie erfordert einen geschulten Geist in einem gesunden und gepflegten Körper. Dieser soll von Krankheiten und Gebrechen frei gehalten werden, was am besten durch Abhärtung geschieht. Wer andere Menschen beherrschen will, der muss zuerst seinen eigenen Körper mit allen seinen Organen in der Gewalt behalten können. Jene freie Körperkultur mit ihrem Bestreben, den Menschen widerstandsfähig zu machen, ist so recht für die jetzigen Zeitverhältnisse geschaffen worden, denn wir sollen uns nicht nur als „Stuben-Pflanzen“ entwickeln.

Der im Sonnenlichte und in freier Natur sich tummelnde Erdenbürger braucht sich seiner Nacktheit dabei nicht zu schämen, da unsere Abstammung göttlichen Ursprunges ist. Die Meinung der Menschen gefällt sich stets darin, unterschiedlich zu sein. 
Die herrschende Sitte lehrt uns zwar immer noch den Zwang gewisser Anstandsregeln auf und wem diese lästig fallen, der kann seine Körperpflege in einem abgelegenen Zimmer bei weit geöffneten Fenstern vornehmen. Je öfter der ganze Körper der Luft und dem Sonnenschein ausgesetzt wird, umso besser zirkuliert das Blut in unseren Adern und die Nervenpartien vibrieren in gleichmäßigen Schwingungen. 
Haben wir an den abgeschiedenen Orten noch störende fremde Augen zu befürchten, dann verrichtet ein Vorhang aus leichtem dünnmaschigem Gewebe gute Dienste. 
Körperpflege bleibt Hauptaufgabe und da alle Menschen aus dem gleichem Stoffe geformt sind, kann von einem verletzten Schamgefühl wohl überhaupt nicht gesprochen werden, dasselbe wird sich ja auch im direkten Sinne nur auf geschlechtliche Reizung beziehen, die hier aber außer Betracht zu lassen ist. 
Je ein Bad des Morgens und des Abends wird seinen Zweck erfüllen, früh schafft es die Erfrischung und Abends bildet dieses den Übergang zum Vollen Ausruhen, die Tätigkeit der Seele, des Geistes während der Nacht günstig zu beeinflussen. 
Nach einer Ganzwaschung wird die Haut am besten in freier Luft trocken gerieben, eine kreisförmige Massage hat sich dabei als sehr geeignet herausgestellt. Das Abtrocknen mittels Tücher ist nicht so vorteilhaft, als die Verreibung mit den eigenen Händen, vom Standpunkte der Sparsamkeit muss diese Art auch begrüßt werden, weil viel gespart wird. Sobald nun die Haut sich trocken anfühlt, ist es ratsam, dieselbe mit einem balsamischen Öl einzureiben, gleichmäßig gegen Kälte und Hitze geschützt zu sein. 
Die äußeren Geschlechtsteile bedürfen einer besonderen Pflege um alle Ausscheidungen aus den Talgdrüsen zu entfernen. 
Eine regelmäßige Pflege schafft, dass Jeder seinen eignen Körper kennen und achten lernt; die schädlichen Wirkungen der „Onanie“ kommen bei solchen Menschen dann nicht auf.

Des Weibes Körperpflege kann an den Tagen der monatlichen Reinigung unbesorgt fortgesetzt werden, die Blutungen verstärken sich dadurch keinesfalls, der Körper muss aber die tägliche Pflege gewohnt sein. 
Viele Krankheiten haben ihren Ursprung in der Unreinlichkeit der Geschlechtsorgane und darum sollte, was wohl allenthalben geschieht, auf die Reinigung derselben ganz besonders Wert gelegt werden.

Von frühester Kindheit an muss die Behandlung der Sexualorgane einsetzen, dann wird dem Heranwachsenden Geschlechte eine prüde Heuchelei der falschen Scham unbekannt bleiben. 
Die dem letzten Jahrhundert entstammenden Menschen sind wohl in Hinsicht bis auf verschiedene Ausnahmen nicht gut gehärtet worden, denn der Zwang in dichten Kleidern, im Winter sogar in Pelzsachen eng verschnürt zu gehen, verhindert die Entwicklung der Haut unter Einwirkung der Luftströmung und der Sonnenstrahlen. Als eine Folge solcher Erziehungsmethoden sind die schwächlichen Menschen zu bezeichnen, die fast von jedem starken Luftzuge ungünstig beeinflusst werden.

Das Bedecken des Körpers während der Nachtruhe wäre auch besser abzugewöhnen. Gerade in der Zeit des Ausruhens braucht der Körper sehr viel Luft, um ausgiebig den Sauerstoff durch die Hautporen den Nerven zuzuführen. Bei den Alten der Vorzeit bestand in den Priesterschulen der Kultgemeinschaften ein Gesetz, welches jede Bedeckung des Körpers während der Ruhe untersagte. Die Spannkraft der Nerven wird dadurch erhöht, die Energie des Willens vermehrt. 
Den Abschluss der täglichen Körperpflege bilden die Anrufungen der Gottheit am Morgen und Abend, verwende dazu die Gebete an Adonay und Dido, sie sind in den Lehrschriften, als auch im Buche „Adonismus“ niedergeschrieben. 
Falls nach einem so folgerichtigen Plane der Einwand erhoben würde, dass keine Zeit zur Ausführung vorhanden sei, dann wirst Du bei Befolgung der angegebenen Sätze die Erfahrung gewinnen, dass Freizeit geschaffen werden kann, eben durch den Erhalt des Vollbesitzes der Kräfte vermittels der übergebenen Lehren.

Vielen Menschen ist ein unruhiger Blick eigen. Sie können das ruhige Betrachten nicht durchführen. Um solche Beeinträchtigung zu beheben, muss eine Blickschulung vorgenommen werden. Bediene Dich zu diesem Zwecke eines Spiegels der allgemeinen Art und wähle als Anschauungspunkt die Gegend der Nasenwurzel, zwischen den Augenbrauen und sieh solange dahin, als Du es aushalten kannst. Anfangs werden sich Ermüdungserscheinungen einstellen und die Augen beginnen zu tränen, steigere dann nicht ins Ungemessene, sondern brich ab und setze die Einstellung später fort, der Blick wird an Schärfe und Kraft zunehmen. Den Studierenden der alten Wissenschaften Ernährungsvorschriften zu geben, halte ich für unberechtigt. Er wird in seinem Lernen den Hauptwert erblicken und an Nahrung nicht mehr als nötig aufnehmen, eben sein Wohlbefinden auszubauen und die Arbeitskraft zu erhalten.

Auch die Genussmittel verrichten ihren Zweck, und hierbei wird es sich im besonderen zeigen, ob der Suchende ein Herr oder ein Sklave seines Leibes ist. Nach dieser äußerlichen Aufbauarbeit setzt nun die innere, geistige ein. Zur Anwendung kommt das Gebot der „Adonistischen Gesellschaft“, nach dem die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei oder sonstigen Verbindungen religiöser Richtung, von der Aufnahme ausschließt. Solche einschneidende Massnahmen aber müssen begründet sein. Die Erklärung gibt als Ursache der jetzigen herrschenden Zustände die Weltbesessenheit an, welche vom Anderen geschaffen wurde. In Organisationen, die dem Anderen unterstellt sind, kann daher eine Befreiung nicht erfolgen. Das Stammesgefühl, die Betonung der Nationalität und das Herausstreichen des Klassenbewusstseins sind Brücken, die auch nicht zur geistigen Freiheit führen können, denn wir sind die Glieder eines Planeten und unterscheiden uns nicht dadurch, dass wir mehrere Nationen mit vielen Konfessionen bilden.

Den wahren Glauben beginnt der Adonismus zu verkünden und sobald die Reformen überall Eingang gefunden haben, wird die Zeit anbrechen, in der es nur noch ein Vaterland und eine Gemeinde geben wird, den wahren Herrn der Welt zu loben! Alles, was nun Sitte und Moral lehrten, ist daraufhin zu prüfen, welche Zusätze von dem Anderen eingegeben worden sind. 
Der Adonismus gibt seine Anschauung unzweideutig bekannt, einer Anlehnung bedarf es darum nicht. Die Gesetze, besonders welche die Liebes- und Ehefragen der Jetztzeit zu lösen versuchen, bedürfen eingehend der Erörterung. Es kommt nicht auf die Verbindungen an, die nach außen den Schein des Himmelslichtes, des Rechtes bewahren, aber nach innen jedem Augenblick auseinander zu springen drohen.

Duldsamkeit ist der Adonistischen Gesellschaft eigen; sie lässt es sich angelegen sein, keinen Menschen zu zwingen, ihr als Mitglied anzugehören. Abwarben muss sie, bis es dem Einzelnen klar wird, dass ein Anschluss zu seinem eigenen Vorteil dient.

Stellt die als heilig gepriesene Eheverbindung in ihrer weiteren Entwicklung eine Fessel dar, so kann dieselbe nur schwer gelöst werden. Da aber in der Zeit der Weltbesessenheit die wenigsten Verbindungen halten können, was auch versprochen sein möge, werden sich viele Menschen gegen jede Bindung auflehnen. Nur die wahre Bruder- oder Schwesterseele wird Dir als ihrem Zugehörigen Teile volles Verstehen entgegen bringen. Richte darum nicht das Beginnen der vielen Freigebliebenen als Sünde, wenn eine Vereinigung ohne dauernde Verpflichtung eingegangen wird: ungünstig sich auswirkende Fälle bleiben stets als die Schuld des Anderen bestehen, und erst im goldenen Zeitalter wird die grobe freie Liebe den wahren Segen erhalten. Die Menschen geben im Götterkampfe nur die Figuren des Schachbrettes ab, sie werden oft in heftiger Weise herüber und hinüber geschickt; der rechtmäßige Herr der Welt bleibt dauernd bemüht seinen Getreuen das beste Teil zu retten.

„Wer herrschen will, muss dienen!“
Hier ist darum, zuerst der Dienst an sich selbst zu vollziehen und der Ausbau der Persönlichkeit vorzunehmen. Jegliche Schulung kann ohne Lehrgeld nicht gegeben werden!

Energie und Ausdauer verdienen angewohnt und beibehalten zu werden. Die Denkformel: „Meine Magische Kraft ist täglich stärker!“ wird, täglich angewendet, ihre Umwertung spüren lassen. Das Tragen der magischen Stirnbinde, während des Schlafes, zur Konzentrierung der unsichtbaren Kräfte auf Dich, beweisen die vorteilhafte Verwendung, wie Niederschriften über die Praktik dartun. Der Nutzen dürfte sich aber erst nach und nach einstellen, sei darum nicht ungeduldig! Oder suche den wachsenden Erfolg durch solche Betrachtungen unwirksam zu machen. Alle Ungeduld bedeutet eine Schwäche die überwunden werden muss. Ein Jedes hat seine Zeit, die sichtbare Welt ist auch nicht in einem Augenblick entstanden. Der Mensch muss die Zeit des Werdens ableisten; eine Verkürzung kann nicht eintreten, in der Natur haben Ausnahmen keine Gültigkeit!
Zum Lernen im Leben brauchst Du Kraft und manchmal dürfte Unklarheit herrschen, wodurch diese ständig erneuere wird.

Das Luftmeer, welches Dich umgibt, enthält Deine Lebenskraft, und es bedarf einer bewussten Einstellung in der entsprechenden Handlung, Dich für die Aufnahme bereit zumachen. 
Zur Anwendung kommt die magnetische Übung, erforderlich ist die Magusbinde (magische Stirnbinde). Nachdem du des Abends deine Körperpflege beendet und Du der Gottheit den Tribut gezollt hast, stelle Dich unbekleidet, mit dem Gesicht nach Westen, mit erhobenen ausgebreiteten Armen auf, und bleibe in dieser Haltung stehen. Nach ganz kurzer Zeit wirst Du ein prickelndes Gefühl in den Händen verspüren welches in dem Arm entlang, dem Herzen zu läuft. So blad die Arme ermüden, brich die Übung ab, behalte sie aber in der weiteren Zeit bei, um eine Ansammlung der Kräfte zu ermöglichen. Durch diese Handlung wird die verborgene Kraft der Energien des Ätherstoffes aufgesogen. „Magnetismus“ ist der andere Name dafür.

Die Energien zeigen sich in drei verschiedenen Kraftstärken. Sie kommen in der Wärme, im Magnetismus und in der Elektrizität zum Ausdruck. Wärme verspüren wir allenthalben, der Magnetismus wird durch Übung fühlbar die Elektrizität aber setzt dem damit Arbeitenden, in der Auswirkung regelrecht Widerstand entgegen. Als ruhend, beweglich und fließend sind die drei Strömungen schon von mir bezeichnet worden. Da es nun sieben Kräfte gibt, die sich verschiedentlich äußern, müssen wir dieselben genau kennenlernen, sie unterscheiden zu können. Durch Gedankeneinstellung wird die Umwandlung der beweglichen in fließende Kraft bewirkt. Eine solche Umwandlung zeitigt oft überraschende Resultate. Ist es versäumt worden, die Kleidung mit allen metallenen Gegenständen abzulegen, so wird diese magnetisch. Taschenuhren haben damit ihren Wert als Zeitmesser verloren. Kein Uhrmachermeister dürfte imstande sein, die Verklemmung der Räder zu beheben, welche durch die Stromwirkung hervorgerufen wird.

Wie wichtig aber diese Energien zu bewerten sind, das ist aus den Lehrbriefen über den Verkehr mit den Unsichtbaren zu ersehen. 
Bisher glückte es noch keinem Forscher vermittels einer technischen Vorrichtung die Elektrizität der Luft aufzusaugen, sie dadurch speziell irdischen Zwecken dienstbar zu machen. Die maschinell erzeugte Elektrizität ist nur eine Abart; der Wissenschaftler kann aber nicht erklären was die Kraft eigentlich befähigt die oft großartigen Leistungen auszuführen.

Es bestehen Organisationen, welche ihren Mitgliedern die Verwendung von Stromenergien Lehren, die Beeinflussungen auslösen, einen gewünschten Abschluss zu erzielen. 
Jeder Mensch bildet einen Umformer dieser Kräfte. Durch seine Denkkraft wird Sender und das Gehirn ist so beschaffen, auch fremde Ausstrahlungen wahrzunehmen. So kommt eine Verständigung unter Gleichgesinnten zustande. Entfernungen, die sich über noch so viele Meilen erstrecken mären und selbst Meere geben dabei kein Hindernis ab.

Tiefsinnig heißt es: „Die Gedanken sind frei!“
Das unglaubliche wird dem Lernenden bald klar werden, gibt es doch so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die der Entdeckung harren. Das Ganze Geheimnis der Telepathie liegt in der Vereinbarung des Anrufes, ein Verstehen des freigehaltenen Gehirns wird sich dann ergeben. Störungen könnten hin und wieder entstehen die Einstellung der Gedanken auf die bewusste Tätigkeit wird aber auch diese aushalten.

Der zusammengeschlossene Kreis meiner Freunde pflegt solchen Problemen nachzugehen, die praktische Seite zu erproben. In den ersten Jahren der Versuche benutzten wir als Kennzeichen und Anhaltspunkt eine blau gefärbte Kristallkugel; das Mittel erwies sich aber für den Einzelnen als zu schwer. Heute bedienen wir uns eines zusammengesetzten Spiegels und einer Kraftwirbelplatte. Das verborgene Wissen um Gedanken-Übertragung bezeichnet man auch als „Mentalismus“. Den Einzelnen nützt es wenig, nur eingetragenes Mitglied einer großen Bewegung zu sein; deren Schriften zu lesen und im übrigen sich der naiven Anschauung hinzugeben, die magischen Kräfte der Gesellschaft würden nun das Ihre tun, dem fast Teilnahmslosen zu einem ruhigen Leben zu verhelfen.

Eine solche irrige Auffassung wird sich nur zu bald als trügerisch herausstellen, denn nur durch die Schulung des praktischen Gebrauches in der Anwendung, wird die Bereicherung um vieles geboten. 
Die magische Wissenschaft ist nicht in einem Kursus zu erlernen und eine kurze Arbeitsweise macht nicht bereit zu Verwendung.

Von Grund auf muss die Arbeit geleistet werden, ein zu rasches Üben bringt ebensolche Nachteile, wie ein übereiltes Handeln. Jenes beginnt in der Mitte, dieses am Ende der einführenden Arbeiten. 
Zu den vorbereitenden Grundübungen gesellt sich dann später das geschulte Denken. Fast Jeder wird meinen, er könne richtig denken aber es handelt sich hier nicht um spielerische Dressuren, sondern um das Gebiet des magischen Denkens, bei welchem es darauf ankommt, den eigenen Willen zur Tat umzuformen und durch plastisches Denken die Tat zu vollbringen. Bei den Meisten versagt wohl der entscheidende Wille und der ganze Denkprozess wird damit hinfällig. 
Um das magische Denken richtig aufnehmen zu können, ist es erforderlich eine Denkruhe, die Ruhe des erregten Gehirnes herzustellen und der Wert muss darauf gelegt werden, Herr der eigenen Gedanken zu bleiben! Das dürfte aber eine schwierige Aufgabe für den sein, der im Beruflichen, Lebenskampfe steht und vielerlei zu überdenken hat. Mag nun aber das Hindernis noch so groß erscheinen, es muss doch überwunden werden!
Als irrige hat sich auch die Auffassung erwiesen, die eine völlige Gehirnleere vorschlug. Schriftsteller dieser Richtung scheinen wohl die Sache nicht ganz erfasst zu haben, denn eine völlige Ruhe der Gehirntätigkeit tritt nur dann ein, wenn den Betreffenden der Schlaf übermannt und in seine Rechte zieht. Ich halte es deswegen für geraten, einen bestimmten Gedanken als Formel immer wieder zwischen das Chaos der Gedankenfülle etwa das Wort: „Kraft“ zu werfen, die sich ständig meldenden neuen Vorstellungen in die bestimmte Richtung zu bringen. Nachdem das Wort: „Kraft“ in das Denken übergegangen ist, wird der Wert desselben erkannt.

Vorstellung und Wille

Der Titel verzeichnet zwei verschiedene Tätigkeiten, die aber mit einender verbunden sind. Zur Vorstellung braucht man den Willen und zum Willen die Vorstellung. 
Das magische Denken heißt auch noch das verborgene Denken und das plastische Denken verbindet mit der Vorstellung.

Um eine Vorstellung zu ermöglichen braucht man nur ein Stichwort, welches eine Sache oder ein Ding bezeichnet. Nennen wir das Wort: Apfel, so bildet sich anschließend die Vorstellung von der Frucht des Apfelbaumes. Es werden sich dazu noch Erweiterungen bemerkbar machen, die auf einzelne Sorten hinzielen, usw. Dies ist jedoch noch nicht die richtige Vorstellung von dem plastischen Denken. In diesem Falle muss der Gegenstand durch den Willen die feste Form, Farbe und das Leben erhalten, dann erst ist die richtige Vorstellung durchgeführt worden.

Betrachten wir uns jetzt den Willen. Er umschließt etwas Hohes und darum werden die Meinungen gern zum Ausdruck gebracht, einen starken Willen als Eigentum in den Vordergrund der Selbstachtung zu stellen. Eine kleine Probe wird leicht, eventuell von dem Gegenteil überzeugen. Wir bedienen uns zu diesem Zwecke eines siderischen Pendels und wählen am besten ein solches der Ausgabe von Dr. Musallam, da diese Pendel nach den Vorschriften der Geheimlehre gefertigt werden. An einem Gestell wird das Pendel freischwebend aufgehängt und abgewartet, bis es in seine natürliche Ruhelage zurückgekehrt ist.

In der Entfernung von einem Meter setzen sich die Prüflinge, einzeln und befehlen nach einander, durch die Willenskraft der Gedanken, das Pendel zum Kreisen. Anfangs wird es nicht möglich sein das Pendel auch nur in die leiseste Schwingung zu versetzen. Aber nach mehrmaligen Wiederholungen gelingt es dann zunächst einen kleinen Kreis zu erzwingen, der bald. darauf immer schneller umschrieben wird.

Zuletzt genügt ein kurzer Gedankenbefehl, und das Pendel wird die gewünschten Kreise schlagen. An einem Tage aber ist diese Fertigkeit nicht zu erzielen. 
Eine andere Willensprobe besteht darin, zwei vermeintlich Willensstarke gegen einander zu prüfen. Das geschieht in der Weise, dass sich die Partner einen Meter vom Pendel entfernt gegenüber setzen und nun beeinflusst der Eine das Pendel zum Schwingen, während der Andere sucht die Ruhelage zu erhalten. Hier entsteht eine Kraftprobe besonderer Art, da es bei dem Einen nicht darauf ankommt das Pendel in Schwingungen zu versetzen, sondern vorerst noch die hemmende Kraft des Gegners zu neutralisieren. Bei solchen Versuchen dürfte der Beweis genügen von der Willensstärke zu überzeugen.

Sorgsame Pflege ist dem schwach entwickelten Willen angedeihen zu lassen. Die so oft beschriebenen Übungen, wie das Heben von Zündhölzern, sowie das Fortbewegen von einem Quadratzentimeter Papier erscheinen etwas überspannt, sie bleiben aber denen vorbehalten, die des plastischen Denkens fähig sind. Grobstoffliche Teile sind im Allgemeinen schwerer zu dirigieren als lebende Formen. Der Wille ist doch die Ausstrahlung der in konzentrierte Form gebrachten Gedankenwellen, deshalb sind Wesen und Formen, da diese ebenfalls einen Funken des Ur-Lebens in sich tragen, leichter zu beherrschen.

„Ich will“ das sind Schöpferworte dem nur das „Es werde“ angehängt zu werden braucht, um das Erreichen zu garantieren, so wir einen geschulten Willen besitzen und die richtige Vorstellung von dem Gewollten. Unserem Willen aber ist in der Auswirkung eine zeitliche und materielle Grenze gesetzt, denn wir vermögen nicht einer Figur aus Ton oder Stein den Lebensodem einzuleben, noch den Geist eines Toten gegen das Schicksal zurück zu rufen. 
Einen toten Körper können wir in rhythmischem Gleichklang mit dem Willen des Schicksals noch eine kurze Zeit, nach dem Verscheiden, wieder zu beleben: doch geht die Wirkung zurück, wenn das Urgesetz die Auflösung beschlossen hat.

Die Schulung des eigenen Willens muss in der Anwendung ständig ausgebaut werden. Die Konzentrierung der Gedanken auf eine Sache, gewissermaßen auf einen Punkt hinzuleiten, erfordert genaue Beobachtung. Wenn die überlegende Einstellung mit aller Faser des Körpers einsetzt, wird sich auch der Erfolg bemerkbar machen. So mancher Fehlschlag und sonstige Hindernisse gibt es zu überwinden. Die oft zutage tretende Erscheinung, dass mit dem Erreichen des Nullpunktes der Entwicklung ein Versagen der Kräfte sich drohend bemerkbar macht, die ein vollständiges Versagen aber in letzten Augenblick den Vorbeil bringe, ist wohl zu beachten. Der Körper pflegt dann zuerst zu revoltieren und lehnt sich mit Macht gegen die großen Spannungen auf, das ungewohnte Arbeiten beim Umwandeln der Energien wird ihm lästig. Zu Zeiten stellt das Gefühl, als ob tausend Insekten den Körper peinigten, an die Spannkraft hohe Anforderungen. Die Überwindung dieser Körperrevolte beschließt die Opferung des Leibes. Die ägyptischen Priesterschulen erwähnen dieselbe schon in den Hysterien der Kultstätten.

Die Oberkontrolle über die „Opferung des Leibes“ muss durch Eingeweihte vorgenommen werden, um eine Schädigung des Körpers auszuschließen. Dem Willen liegt das Zusammenfassen aller Gedankenwellen zugrunde, das dazu erforderliche Kraftmaß erzielen wir durch die Umformung der Welt-Energien, welche wir durch die geschulte Vorstellung aus der uns umgebenden Luft entnahmen. Befinden wir uns nämlich im Dunklen und schließen wir plötzlich die Augenlider, so ziehen vor uns viele Funken und Sterne vorüber. Das sind jene Elektronen oder Energiebestandteile, die uns überall umgeben.

Durch Einstellung der Gedanken auf diese ziehen sie sich zusammen und bilden Sterne, Kugeln und Wellen, letztere werden mit Recht die Ätherwellen genannt. 
Die Aufnahmeflächen dieser Elektronen bilden im menschlichen Körper die inneren Handflächen, die Zirbeldrüsen, das Sonnengeflecht und das Geschlechtsfeld.

Das Sonnengeflecht steht in engster Verbindung mit dem Nabel. Diese Stelle ist aber auch die Austrittsfläche beim „Wandern“. Ein Geschulter würde neben Einen mit der Aufnahmehandlung Beschäftigten stehend, an den angegebenen Stellen flackernde hellblaue Flammen leuchten sehen. Das Geschlechtsfeld reagiert am schnellsten auf die einströmenden Elektronen, was in Wohlgefühlen zum Ausdruck kommt, ohne dass erotische Gedanken auftauchen.

Die Zirbeldrüse ist neben beiden Händen die hauptsächlichste Sendestelle. Wäre dieser aufgesogene Kraftstrom en den verschiedenen Körperstellen zu messen, so würde sich ergeben, dass durch den Eintritt desselben in den Körper positiver und negativer Strom entsteht, die Umwandlung findet sofort statt. Mit Hilfe der gedanklichen Vorstellung kann nun der Einzelne mehr von der einen Stromart aufspeichern oder durch die Umwandlung in sich erzeugen. Den Lebensstrom selbst können wir nicht vollkommen selbständig entstehen lassen, weil dazu der unsichtbare Leib und das hohe Schöpferwort gehören. Der Versuch würde das Zerspringen der irdischen Hülle im Gefolge haben und das Erdendasein fände ein gewaltsames Ende.

Die Schulung der Vorstellungskraft führt in das magische Gebiet der Suggestion. Zuerst kommt die Autosuggestion, die Selbstbeeinflussung in Frage, später folgt dann die eigentliche Suggestion, der Beeinflussungen. Das ganze Gebiet ist in Unterteile zerlegt. So gibt es Wort- und Schriftbeeinflussungen der Massen durch die Tat. Sie sind in der Folge nichts anderes als die Wirkung der Vorstellung mit dem Willen. 
In jedem Gebiete muss man stets mit der eignen Persönlichkeit beginnen und sich immer selbst als Versuchsperson betrachten und darin erst, wenn die Erfolge befriedigen weitere Personen in Kenntnis setzen. 
Ein Beispiel der Selbstbeeinflussung ist in der Gewohnheit zu sehen, die für den nächsten Morgen bestimmte Zeit des Erwachens kurz vor dem Einschlafen mit des Fußes großer Zehe an den Bettpfosten anzuschlagen. Das Resultat gibt niemals ein Verschlafen der Zeit auf. 
Dem gleichen Zwecke dient auch, sich bei geschlossenen Augen das Zifferblatt der Uhr vorzustellen und in Gedanken, mit Hilfe der Vorstellungskraft, den Zeiger auf die Stunde des gewünschten Erwachens zu rücken. Sobald dieses Bild scharf genug geprägt erscheint, genügt ein kurzer Befehl: „In dieser Stunde wache ich auf!“ Wenn du auch im tiefsten Schlummer liegen würdest zur eingerückten Zeit geht ein plötzliches Zucken durch den Körper, Du wachst auf und erblickst die Uhr, welche die vorbestimmte Stunde anzeigt. 
Solche und ähnliche Fälle wären doch Wert allenthalben verwendet zu werden, eine Prüfung ist von den Spöttern mindestens zu verlangen. Eine Willensschulung wird die Vorstellungskraft verstärken. Es ist durchaus nicht angebracht, irgendwelche überlieferte Erscheinungszustände als wahr hinzunehmen, nur zu leicht werden Phantome durch die Phantasie erschaffen, die dann als Hemmungen in den Weg treten. Die Phantasie bezeichnet die Gedankenspiegelung, Schein- oder Nebelbilder, die schemenhaft an unseren Augen vorüber gleiten. Bild auf Bild entrollt sich hier, Gestalten an Gestalten reihen sich an und wie Nebelschwaden wogt das Ganze. Phantome sind immer Schattengestalten, immer wiederkehrend, uns verfolgend in andauernder Begleitung. Die zum Phantom verdichtete Phantasie bezeichnet auch solche Schattengestalten, die wir selbst erzeugt haben und die dadurch am Leben bleiben, weil sie unseren Gesichtskreis nicht verlassen. Sie sind Täuschungen des einseitigen Denkens, Fahrlässigkeiten im Handeln tragen auch ihren Teil dazu bei. Ein Phantom kann sich leicht zum Dämon entwickeln, der sich von unserem Matrium nährt und sich gleich einer Schmarotzerpflanze an uns klammert.

Die dämonische Bindung kann leicht da eintreten, wenn versucht wird die Charaktere der Schatten mit beliebig erdachten Formen zu bannen. Nur Unkenntnis kann dahin führen. Jedes Ereignis und alle Erscheinungen die sich uns aufdrängen müssen auf ihren Echtheitsgehalt geprüft werden; die Phantasie ist darum von wilden Gaukeleien frei zu halten. Hierher gehört auch das spielen jeglicher Zukunftsmusik, es ist nicht gut, das Fell des Bären vor seinem Fang zu verteilen.

Die magischen Handlungen, bei denen der Schwerpunkt auf den Reden liegt, die gesprochen werden müssten um überhaupt eine Wirkung zu erzielen, sind abzulehnen. 
Das Strohfeuer der Begeisterung wird verlöschen und die so Begeisterten werden mut- und kraftlos zusammen sinken. Es bleiben wenige der Menschen, die die Magie beherrschen lernen. Viele oder alle Autoren über das bezeichnete Gebiet zu lesen nützt nichts; der wahre Glaube und die rechte Erkenntnis geben als Anleitung zur Praktik die besten Stützen ab.

Wer aus persönlichen Stolz auf eigne Vorzüge sich nicht unterordnen und einfügen kann, wird besser tun, sich nicht dem Studium zu widmen, sondern möglichst unbeschwert seine Bahn zu vollenden. 
Mit seiner teilweisen Kenntnis wird er nur die Schar der Besessenen vergrößern und eine zum Phantom gewordene Phantasie richtet den Betreffenden zu bald zu Grunde.

Jene abfällig urteilenden Kritiker leiden am Wahn der Größe, sie sind von ihrer eignen Unfehlbarkeit einer gelehrsamen Anschauung überzeugt; dadurch hemmen sie sich selbst in ihrer geistigen Entwicklung und verfallen dann dem Götzendienst. Verschiedene möchten etwas erreichen, aber sie fürchten sich davor es wirklich zu tun. Übungen sind ihnen verhasste Begleiter und doch verstehen sie kaum einen richtigen Atemzug auszuführen.

Wollen wir unsere fortschreitende Erkenntnis in dem Wissen dieser Gebiete richtig aufbauen, dann darf der Grund nicht sandig sein, der fest fundierte Grund gibt Gewähr für den folgerichtigen Weg zur Höhe! Alle irrigen Vorstellungen müssen beseitigt werden und was zum Gedeihen gehört wird gereinigt. Nie „sich gehen lassen“, geboten erscheint darauf hinzuweisen, den bisher geübten Gang des Schlenderns in eine bewusst feste Haltung zu bringen.

Der eigne Wille, die Durchführungskraft des Wollens werde hart und wenn es noch so schwer fallt, gegen bestehende Schwächen anzugehen. Vielerlei Arten der hemmenden Hindernisse stellen sich ein, am meisten wird der Widerstand von den Verwandten der Lebensgemeinschaft und aus dem Kreise der Freunde sich anlassen.

Falls in Freundschaftssachen die Meinungen über das richtige Leben auseinander gehen, so mute Dir zu, fest zu bleiben, die Kraft des Willens zur Harmonie unter magischer Einstellung zu erproben. Die rechten Freunde werden geistesverwandt sein und dann Deine Einstellung verstehen.

Der eigne Wille müsste gegebenenfalls Eisen brechen, einem Feuerstrahl vergleichbar, der alles verbrennt, was in seinem Wege liegt. 
Um die Festigung des Willens zu erleichtern, da gehört nicht nur ein Vornehmen dazu, sondern das Sich-durch-setzen schon im täglichen Leben. Wie das Tagesziel erreiche wird und ob dieses oder jenes Mittel recht wäre, den Weg gangbar zu machen. 
Der große Wert liegt darin begründet das überlegte, festgesetzte Einzelziel in allen Fällen zu erreichen, um dem Größeren näher zu kommen. Zugeständnisse vertragen sich nicht mit dem Stolz des Selbstbewusstsein. Den Kopf kann der freie Mensch unbekümmert hochhalten, ist die Sendung anfangs in einem geringeren Berufe zu erfüllen, so muss sie auch ausgeführt werden, der Geist ist es der den weiteren Weg ebnen wird. 
Du brauchst Dich vor keinem Menschen zu beugen, gerade hier musst Du den Männerstolz vor Königsthronen zur Geltung bringen. Wenn Du auch keine Reichtümer Dein Eigen nennst, der Wert eines Jeden liegt in seiner geistigen Verfassung, nicht in seinem Besitztum! Wegen sich einstellenden Schwierigkeiten werde nicht mutlos, jede Behinderung dient zum Ausbau die Energie der Dauerhaftigkeit wird oft eine harte Probe bestehen müssen. 
Übe Dich im Schweigen und sprich nicht über Angelegenheiten die in Vorbereitung sich befinden. Schweigend handeln heißt die große Kunst der magischen Praktik. Ein Schwätzer wird nie ein Wissender, geschweige denn ein Eingeweihter werden, geboten ist aber den anderen Menschen auf Verlangen oder in freiem Ermessen den Weg anzuzeigen, der zur Wahrheit führt. In Worten und Taten gilt es die Richtung der Entwicklung zu weisen, die Freuden des Lebens den ernst Suchenden nicht vorenthalten. Nötig ist nur aus der Fülle der persönlichen Erfahrungen das beste zur Verbreitung weiterzugeben, die Rechtmäßigkeit der adonistischen Lehren damit zu befestigen. 
Bei Vielen wird die Zeit die rechte Helferin werden, Fehlschläge dürfen nicht ausbleiben, aber schon einige Erfolge helfen um vieles weiter, fördern uns in der selbstlosen Arbeit und sorgen für die Begeisterung zu dem Werke alle zu gewinnen. Es kommt fernerhin nicht darauf an eine Sportgemeinde der Sekten zu bilden und in Sonderorganisationen die Verwirrung zu vermehren. Alle sollen Hand anlegen und in der Tat unermüdlich den wahren Glauben verkünden, den Christen in Sonderheit, die im Glauben irre geworden sind. Warum feig zurückstehen und den wahren rechtmäßigen Herrn und Schöpfer der Welt verleugnen? Die Trägheit muss als erste Untugend bezwungen werden. Jeder überzeugte Adonist sei in seinem Bezirke an hervorragender Stelle das Licht der Erleuchtung. Als Künder der Wahrheit wollen wir im gemeinsamen wandeln die Bollwerke der Gegner und ihre Festungen stürmen, die bisherigen üblen Gewohnheiten abbrechen. Nach dem Sinn der Geheimlehren erfolge die Reformierung.

Das Bekenntnis zum Adonismus ist nicht zu verleugnen, kämpfen wir darum geschlossen um unsere Sache. Mit der Gründung von Schul- und später auch Lebens- und Kultgemeinschaften erleichtern wir den Abgesandten des erhabenen Bundes die erschwerte Missionsarbeit und leisten zur Gutschrift und Anrechnung freiwillige Hilfsdienste am guten Werke. Die Feinde des Guten setzen gewiss alles in Bewegung, ihr Machtbereich zu vergrößern und hier dürfen wir nicht untätig zusehen.

Wer die Kraft in sich fühlt eine Studiengemeinschaft oder eine Ortsgemeinde zu leiten, der stelle seine Arbeitskraft vorurteilsfrei zur Verfügung und verlange von uns die Leistungsvorschriften. Sofern der in Frage kommende Ort nicht außerhalb meines Bezirkes liegt, bin ich gern bereit, durch Vorlesungen das Werk zu unterstützen. 
Das Bekenntnis zum Adonismus verlangt nach dem Gelöbnis des gesprochenen Wortes die Tat, durch die Mitarbeit sollen den Ernst zur Sache wir bekunden. Die eben erwähnten Worte seien an die gerichtet, die Jünger der praktischen Magie sein wollen. Die christlichen Freimaurer verwenden auch die magische Kette, sie ist ein Kraftfeld der Handlung, welches allen Beteiligten zugute kommt. In den von uns gegründeten Gemeinden und Gemeinschaften wäre es möglich die Kraft zum Gebrauch zu erzeugen, um unsere Verhältnisse zu fördern. 
Der geschulte Wille und die lebendige Vorstellungskraft vermögen hier das meiste. Schafft euch daher die Kraftquellen in dem Ihr die Suchenden zur adonistischen Gesellschaft führt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass jedes Sonderbündnis nur auf Abwege bringt; eine starke, in sich geeinte Organisation dagegen vermag selbst den Wünschen des Einzelnen gerecht zu werden. Anfangs sträubte ich mich auch gegen den Adonismus, und ich versuchte, mich wieder von ihm loszusagen, den eigenen Weg weiterzugehen. Die Kraft jedoch versagte, die persönlichen Angelegenheiten zu schlichten, obgleich ich schon von jeher zu den Wissenden gezählt werde. 
Meine unsichtbaren Freunde rieten mir nun zum rückhaltlosen Anschluss an die Adonistische Gesellschaft, die Schulgemeinschaft für Magismus soll nur der praktischen Belehrung im Rahmen des Ganzen dienen. (Inzwischen müsste ich den Vorsitz der Adonistischen Gesellschaft in Deutschland übernehmen. ) Ich will nun der Wegbereiter des rechtmäßigen Herrn und Schöpfers sein. Im Dienste der Chakimun von Bit Nur. 
Jeder, der sich ernstlich darum bemüht, vermag in das Haus des Lichtes zu gelangen! Von dort erfolgt die erneute Verbreitung der Geheimlehren, den Menschendes gegenwärtigen Äons zu helfen, das schwere Schicksal welches vom anderen noch verschärft wird, zu mildern. Der überzeugende Glauben muss unerschütterlich gefestigt, unbeeinflussbar sich erzeigen. Der wahre Glaube muss rein bleiben und wer sich nicht freiwillig dieser Überlegung unterwerfen kann, der gehört nicht zu uns, ihn müssen wir ablehnen und ihn damit sich selbst überlassen.

Eine ganze Nacht währte mein Gespräch mit dem „Chakim von Bit Nur“ und alle Argumente kehrte ich hervor, Einwände gegen die Wahrhaftigkeit der übernommenen Sendung zu liefern, aber nicht ein Punkt war gegen die Sache zu stellen. Die Bewegung gründet sich auf die Geheimlehren, und diese verkünden die Ur-Religion, Verschiedentlich glaubt nun der Einzelne Widersprüche heraus zu lesen, im Vergleiche mit den Schriften Dr. Musallams. Jedoch wollen wir dieselben richtig stellen. Dr. Musallam kennt nur die chaldäische Richtung, und ich kannte vor dem nur die ägyptischen Überlieferungen, wie ich dieselben durch die unsichtbaren übermittelt erhielt. Daraus erklären sich die scheinbaren Widersprüche.

Die Reinheit des Herzens, der Sinne und des Handelns wird verlangt, die Eigenschaft muss deswegen auch gewährleistet sein. Nicht die eigennützige Überlegung ein berühmter Mann zu werden veranlagten mich, sondern ich ging aus freiem Ermessen an Dr. Musallam heran und bot ihm meine Mitarbeit an. 
Den Mitmenschen gilt es ja zu dienen, das empfangene Wissen umzuwerten. Jeder Einzelne bildet ein Glied der Kette, welche das Ganze zusammenhält. In Anbetracht meiner früheren Einstellung wird gegen mich eine Gehässigkeit an den Tag gelegt, die mich wirklich unverdient trifft. Ich habe mich als Adonist eintragen lassen und lehre, schreibe für den Adonismus. Aber ich treibe keinen Personenkult oder halte auch den Gründer nicht für unfehlbar. Sollte sich irgendjemand durch mich benachteilige fühlen, so bitte ich darum, mir hiervon Erklärung zu geben. Das Irren ist menschlich, das Vergessen aber auch. Meine Bemühungen laufen jetzt dahin, nachdem ich die Bahn der rechten Erkenntnis betreten habe, die Lehren des rechtmäßigen Herrn der Welt zu verbreiten, sein Ansehen in der Welt zu festigen, ein Verdienst an den Menschen zu erarbeiten. Keiner der Erdenmenschen kann mich in meinem Wollen beeinflussen, „Es gibt nichts in der Welt, was gegen mich kann!“, diese Worte behalten ihre Bedeutung. Auch die Abtrünnigen müssen erst einen Angriffspunkt haben, ehe sie dich bezwingen können, die Menschen werden Dich nicht schädigen, wenn Du es nicht willst. Werde darum in Deinem Schaffen nicht lau und schwächer, sei immer auf dem Posten und handle nach dem Gesetze des Urgeschehens! Beachte die vorgeschriebene Bahn des Schicksals und Du wirst im Streite Sieger bleiben!

Schulung zum magischen Denken

Den Kernpunkt bildet das Denken. Nachdem Du Deine Gedanken und das Denken überhaupt in eine gewisse Reinheit gebracht haben wirst, indem Du daraus entfernst, was nicht hinein gehört, beginne Deine Denkweise nach den magischen Gesetzen umzuschalten. Der Denkprozess selbst stellt die praktische Verwendung der gesammelten magischen Kräfte dar und bringt sie zur Ausstrahlung. Das Hinaussenden der magischen Befehle, verbunden mit der plastischen Vorstellung durch die Persönlichkeit, schafft die Wirkung.

Magisch Denken heißt plastische Formen der Gedanken zu bilden und diese Bilder zu beleben, ein Schöpfer im Kleinen zu sein. 
Zur Verwirklichung sind, verschieden lange Zeiten nötig, bestimmt ist mehr als ein Arbeitstag darauf zu verwenden die Richtigkeit der Angaben nachzuprüfen. Mit den Jahren stellt sich die Reife in jeder Sache ein.

Es genügt nicht dem Namen nach Adonist zu sein, sondern die Fähigkeit wird verlangt als adonistischer Gläubiger zu leben. 
Du musst Deinen Vorstellungsbildern bei der Behandlung Leben zu teil werden lassen. Die Kraft ist vorhanden, das Bild fortdauernd zu nähren und groß zu ziehen, dass es Gestalt erhält. Der Wille muss zur eigenen schöpferischen Kraft entwickelt werden, die Wirkungen zu erzeugen; die Allmacht der Weltseele ist zum Teil in Dir tätig. Das magische Denken heißt weiterhin die gewonnene Erkenntnis in die Tat umwandeln, sinnlich Wahrnehmbares in reale normen zu bringen. Der Denkprozess ist mit einer Geburt zu vergleichen, der eine Zeugung vorausgegangen war, denn aus nichts kann nichts entstehen. Eine Wirkung muss stets eine Ursache zur Grundlage haben. Das Geschlechtsverhältnis bleibt hierbei außer Betracht, denn in beiden Teilen ist der schöpferische Gedanke, die schaffende Kraft vorhanden.

Mit Deinem Vorhaben musst Du Dich immer und immer wieder beschäftigen. Du bist in Deinem Körper selbst die Linse in der sich die Strahlen der umgebenden Kräfte brechen. 
Es ist notwendig, den organischen Vorgängen und die Einrichtung unseres Körpers näheres Interesse entgegen zu bringen, einen kleinen Einblick zu erhalten. Der Denkvorgang setzt im engeren Sinne fünf wichtige Nervenzentren voraus, von denen der Mensch gewöhnlich nichts oder nur sehr wenig erfährt. Diese sind: Groß- und Kleingehirn, die Zirbelpartie, die Saugnervennetze der Schläfen und die Strahlungsflächen der Stirnhaut. Außer diesen Stellen finden wir am Körper sogenannte Nebenstellen, die Saug- oder Strahlungsflächen darstellen. Beim Manne sind dies die inneren Handflächen, das Nabelfeld, die Brustwarzen und der Penis. Beim Weibe sind es ebenfalls die inneren Handflächen, die Brüste, Nabelfeld und die Vagina.

Die Handteller, Brustwarzen und Kabelfelder geben Saugflächen ab, Penis und Vagina sind Strahlungsflächen. Groß- und Kleingehirn mit der Zirbelpartie bezeichnen die Sammelstellen, Brennspiegel der Umformungsstellen aller aufgesogenen Strahlungskräfte.

Die Nervennetze der Schläfen sind die Saugpunkte und die Stirnhaut dient als Sendefläche. 
Wahrscheinlich herrscht die Meinung vor, dass wir mit dem Gehirn denken; dieses denkt aber überhaupt nicht selbständig, es kann nur das Aufgesogene sammeln und umformen, je nach dem Willen des herrschenden Geistes. Der Denkprozess selbst

ist eine rein geistige Angelegenheit und kein Organ der Hülle, des Körpers kann diese Handlung erzeugen. Den Körper haben wir als eine wunderbare Maschine und doch als vergängliche grobstoffliche Substanz zu betrachten. Das Grobstoffliche kann nur das gleiche Element hervorbringen. Das Leben und alle feinstofflichen Funktionen sind unabhängig vom Körper. 
Nach einem inspirierten Werke wird des Gehirn des Menschen als eine Anzahl Pyramiden geschildert. Deren Seitenflächen Tafeln bilden, welche von den davor stehenden Obelisken beschrieben werden, wodurch das Gehirn als Sammelstelle erklärt ist. 
Die Sinne des physischen Körpers, Gesicht, Gehör, Gefühl. Geschmack, Geruch lassen wir außer Betracht und befassen uns mit dem sechsten Sinn: des Denkens. Der sechste Sinn ist ein speziell geistiges Produkt des eigentlichen Geistkörpers. 
Es könnte nun die Frage aufsteigen: wo wohl der Sitz im Blut- und Nervenstoffe sich befindet, was den sechsten Sinn ausmachen soll. Im Astralkörper sind Teile und Organe aber immer vorhanden, die da bleiben, wenn auch der sichtbare Körper verunstaltet wurde, Hierher gehört auch die Klage der Amputierten, welche über Gliederschmerzen berichten an Teilen die gar nicht mehr vorhanden sind. Der Erdenkörper ist dem Astralkörper nachgebildet. Verwundern brauche man sich also nicht, wenn uns Gestalten begegnen, deren vergilbte Gemälde in irgendeinem Museum am verstauben sind. Das Bildnis ist anscheinend lebendig geworden, obgleich nur der Astralkörper sich auf Wanderschaft befindet. In das Erdenleben kehren wir immer wieder zurück, nur sind die Verhältnisse, die Umgebung und die Erdenkörper stets andere: der Geistkörper aber bleibt sich gleich, da er von denselben Stoffe gefertigt ist, wie alle übrigen Unsichtbaren. 
Das Denken ist damit eine rein geistige Angelegenheit des Astralkörpers. Was sind nun die Gedanken?
Die Gedanken gleichen den Wellen der Kraftfunken, welche durch die Saugflächen aus den uns umgebenden Energien aufgesogen und von den Sammelorganen aufgespeichert worden sind, um dann zu geeigneter Zeit als eine bestimmte Ordnungsform ausgestrahlt, ausgestoßen zu werden. 
Das Denken ist uns unmöglich, wenn die Sammelorgane leer sind, das richtig intensive Denken bleibt auch dann vorbehalten, falls die Sammelorgane mit wertlosen Elektronen überladen sind. resp. wurden. 
Letzteres tritt besonders ein, wenn die Seelenschwängerung durch die Besessenheit besteht. Seelenschwängerung ist vorhanden, wenn sich außer dem herrschenden Geiste noch weitere Seelen eingebürgert haben. Solche Gäste können Abgeschiedene, sogenannte Schlafwandler sein oder auch ungeborene Unsichtbare der untersten Entwicklungsstufen, die auf die Art einer direkten Inkarnation aus dem Wege gehen. 
Der Zustand stellt sich nur zeitweise ein, in vielen Fällen bildet er aber einen dauernden Hinderungsgrund. Die Besessenheit besteht solange, bis der eigentliche Herr des Erdenkleides wieder zur Macht kommt, sonst zeitigt erst der Tod die reinliche Scheidung. Die Gedanken sind formvollende Kraftfunken. Von uns wird darum die Reinigung der Sammelorgane verlangt, eine Beeinflussung unmöglich zu machen. 
Das Großhirn ist die Sammelstelle für die Sinneswerkzeuge, das Kleinhirn bezeichnet die Zentrale für das Blut und Nervensystem, die Geschlechtsorgane mit ihren vielfachen Nebenstellen gehören auch dazu. Die Zirbelfläche ist die Sammelstelle der Saug- als auch der Strahlungsflächen. Ein begrifflicher Unterschied muss aber eingeschaltet werden. Sinnliche Erregungen, welche durch die Aufnahme von Strahlen aus anders gerichteten (geschlechtlichen) Körpers aufgenommen wurden, sammeln sich in der Zirbelpartie. Die Abgabe des Sperma und der Ovarien geschieht vom Kleingehirn, als der zuständigen Sammelstelle für stoffliche Ausscheidungen. Die Zirbelfläche, fälschlich Zirbeldrüse genannt ist also die Bindungsstelle des Geistkörpers mit dem Fleischkörper. Sie ist wichtiger als das Nabelfeld, welches den Namen Sonnengeflecht führt, die Austrittsstelle des Astralkörpers beim „Wandern“ liegt hier.

Die Knochen an den Schläfenstellen des Kopfes sind sehr dünnwandig, darunter liegen die Nervennetze der Saugflächen. Infolge unserer Kultur werden die anderen Saugflächen des Körpers meist fast mit undurchlässigen Kleidungsstücken bedeckt, und es tritt eine zeitweilige Verkümmerung ein, worunter der ganze Organismus leidet.

Die Schläfenpartien werden dann immer empfindsamer, um die Elektronen aufnehmen zu können. Wollen Wir uns aber kräftigen und vervollkommnen, so müssen Wir unseren Körper möglichst viel mit allen seinen Organen vollständig entblößt der Einwirkung des Lichtes und der Energien aussetzen. Der sechste Sinn hat davon den besten Nutzen, die Steigerung zu erwarten.

Die Stirn. bildet eine besondere Strahlungsfläche, haben wir die in Form gebrachten Kraftfunken ausgestrahlt; ein Vorgang der dem Menschen im Hellgesichte allein zu beachten möglich ist, er bliebe sonst unbewiesen. Dann gleicht die Stirnfläche einer Platte von welcher nach vorn und nach den Seiten größere und kleinere Funken abspringen.

Je geschulter der Denker nun ist, umso grösser, stärker und anhaltender wird die Strahlung sich zeigen. Die Ausstrahlungsart gibt auch jeweils die Verwendungsstärke der gegebenen Lehren ab. 
Von Natur aus kenn jeder Mensch denken, wenn auch dieses verwirrt ausfällt. Wer aber ein Wissender zu werden wünscht, der muss das richtig geordnete Denken erlernen; es bedeutet den Schlüssel zu magischen Erfolge und der möchte Jedem doch beschieden sein.

Zuerst die Reinigung der Sanmelorgane, sie wird verbunden mit der körperlichen Ruhe unter Ausschaltung der übrigen Sinne. Die Unmöglichkeit, einen Gedanken klar zu erfassen entsteht, und es erscheint ausgeschlossen, die vorherrschenden Eindrücke zum Verschwinden zu bringen. Das Wort: „Kraft“ als Konzentration besitze eine eigenartige Saugwirkung, und es wird eher als andere in dem Gedankenwirrwarr Ruhe verschaffen können. Die eindringenden Kraftfunken verstärken dieses Wort und bilden dadurch einen in Form gebrachten Gedanken. Alle Kraft wird zum Sammelorgan übergeleitet, bis die vorhandene Kraft in anderer Form wieder ausgesandt und im Nebenorgan, im Nabelfeld und in den Geschlechtsdrüsen aufgespeichert worden ist. Jedes beliebige andere Glied des Körpers kann mit dieser Kraft gefüllt werden, wenn dieses unter Zuhilfenahme der Vorstellung übertragen wird; wie auch aus beliebigen Stellen die Kraft herausgezogen und umgeleitet, gesammelt werden kann.

Unsere inneren Handflächen sind nicht umsonst als Saugflächen ausgebildet, mit ihnen können wir vorhandene Schmerzen aufsaugen und über- oder ableiten. Über alle die möglichen Übertragungsarten erfolgt die Ausführung in den Lehrschriften über die magische Praktik. Geschultes Denken heißt nun die gesammelten Kraftfunken in eine gewollte Form zu bringen, zum Unterschiede vom gewöhnlichen Denken, bei welchem die aufgesogenen Kraftfunken in zufällige Formen übertragen werden.

Die richtige Weise kann nur durch tägliche systematische Übungen geschehen, die Tageszeit in der Anwendung ist dabei gleichgültig. Nicht die Körperhaltung, sondern die Vorstellung des Willens gibt dabei den Ausschlag. Als Hilfsmittel ist dabei die Magusbinde bestens zu verwenden, sie fördert die Übungen außerordentlich. 
Ein anderes Instrument stellt die Arbeit des Herrn Müh im „Konzentrator“ dar. Er wirkt nach innen auf die Zirbelflache, die magische Stirnbinde gibt jedoch die Kraft vorteilhaft nach außen ab und schafft durch den Saturntalisman eine Ausstrahlung auf breitem Felde. Gerade für den Anfänger tritt durch die freie Stirn eine zu große Streuung der Strahlen ein, was einen zu starken Kraftverbrauch im Gefolge hat. Die gesammelten Kräfte werden fast ausnahmslos verbraucht, statt sie zu sammeln und sparsam geformt auszustrahlen.

Gedankenformeln sind unumgänglich, einmal saugend und dann ausstrahlend, die gewünschte Wirkung auszulösen. Lange Sprüche ermüden und verwirren, gefordert wird die Kürze, die alles enthält, was erreicht werden soll. Der einmal gefasste Gedanke muss unbedingt festgehalten und zur Durchführung gebracht, Erfolge bringen. Nicht heute dies und morgen jenes aufstellen, denn das führt den Zusammenbruch herbei.

Denken heißt aber euch nicht sprechen, selbst der Flüsterton ist abzulegen. Beim richtigen Denken muss von jedem gedachten Wort die plastische Vorstellung geprägt werden, als ob die Wirkung erst schwach und dann bei jeder Übung sich steigere, bis sie immer grösser werdend lebend dem geistigen Auge erscheint. Ist dieses Stadium erreicht, dann bedarf es nur eines energischen Befehles und der in Form gebrachte Gedanke verlässt das Gehirn und schafft das gewünschte Resultat. Er trifft dort auf, wohin er gerichtet ist.

Das Schließen der Augen bei den Übungen ist sehr zu empfehlen. Für den hellsehenden Menschen besteht die Möglichkeit, die immer grösser werdenden Gedankenwellen von der Zirbelpartie nach der Stirnwand branden zu sehen, wie Meereswellen müssen die geschulten Gedanken dagegen schlagen, den wuchtigen Brandungswellen vergleichbar, die bei der Flut immer heftiger gegen die Dünen angehen.

Die geformten Gedanken besitzen dann eine durchschlagende Wirkung und reißen alles Gegensätzliche nieder, je länger die Ausstrahlung stattfinden, um so stärker werden sie sich beim Auftreten bemerkbar machen.