Kapitel 06

Das Gesicht, welches Jesaja, der Sohn des Amoz, sah

1. Im zwanzigsten Jahre der Herrschaft Hiskias, des Königs von Juda, kamen Jesaja, der Sohn des Amoz, und Jasub, der Sohn Jesajas, von Gilgal nach Jerusalem zu Hiskia.

2. Und (nachdem er (Jesaja) eingetreten war,) setzte er sich auf das Bett des Königs, und (obwohl) man ihm einen Sessel brachte, wollte er sich nicht darauf niederlassen.

3. Da fing Jesaja an, mit dem König Hiskia Worte des Glaubens und der Gerechtigkeit zu reden, während alle Fürsten Israels (herum)saßen samt den Eunuchen und Räten des Königs. Und es waren daselbst 40 Propheten und Prophetensöhne, die waren aus den Nachbarbezirken, aus den Bergen und von den Feldern gekommen, als sie hörten, Jesaja würde aus Gilgal zu Hiskia kommen.

4. Und sie waren gekommen, ihn zu begrüßen und seine Reden zu hören,

5. und dass er seine Hand auf sie legen sollte und dass sie weissagten und er ihre Weissagung höre; und sie alle waren vor Jesaja.

6. Dann redete Jesaja mit Hiskia Worte der Wahrheit und des Glaubens, und alle hörten [die Tür, die jemand geöffnet hatte, und] die Stimme des Geistes.

7. Da rief der König alle Propheten und das ganze Volk, das sich daselbst vorfand, und sie kamen (herein) und Micha und Arlunia, der Alte, und Joel und Jasub setzten sich zu seiner Rechten (und zu seiner Linken).

8. Und es geschah, als sie alle die Stimme des Heiligen Geistes hörten, fielen sie alle anbetend auf ihre Knie und priesen Gott der Gerechtigkeit, den Höchsten in der höchsten Welt, der als Heiliger hoch oben seinen Sitz hat und unter den Heiligen ruht.

9. Und sie gaben Ehre dem, der so(lch) eine Tür (Slav.: Vortrefflichkeit der Worte) in der fremden Welt verliehen hat, einem Menschen verliehen hat.

10. Und während er durch den Heiligen Geist redete, indem alle zuhörten, schwieg er (plötzlich) still, und sein Bewusstsein ward von ihm genommen, und er sah die Männer nicht (mehr), die vor ihm standen;

11. und seine Augen waren geöffnet, aber sein Mund war stumm, und das Bewusstsein seiner Körperlichkeit war von ihm genommen,

12. aber sein Odem war (noch) in ihm, denn er sah ein Gesicht.

13. Und der Engel der entsandt war, ihn schauen zu lassen, gehörte nicht zu diesem Firmament und nicht zu den Engeln der Herrlichkeit dieser Welt, sondern er war aus dem siebenten Himmel gekommen.

14. Und das Volk, welches herumstand mit Ausnahme des Kreises der Propheten, meinte (nicht), dass der heilige Jesaja hinaufgenommen sei.

15. Und das Gesicht, das er sah, war nicht von dieser Welt sondern aus der Welt, die (allem) Fleisch verborgen ist.

16. Und nachdem Jesaja dieses Gesicht geschaut hatte, teilte er es dem Hiskia, seinem Sohn Jasub und den übrigen Propheten, die gekommen waren, mit.

17. Aber die Obersten die Eunuchen und das Volk hörten nicht zu, mit Ausnahme von Sebna dem Schreiber Jojakim und Asaph, dem Chronisten, denn die waren Hüter der Gerechtigkeit, und der Wohlgeruch des Geistes war in ihnen. Das Volk aber hörte nicht zu, denn Micha und Jasub, sein Sohn, hatten es hinaustreten lassen, als das Wissen um diese Welt ihm genommen und er wie ein Toter war.