95. Die Himmelfahrt

1. Nach seiner Auferstehung zeigte sich Jesus seinen Jüngern als Lebender und verbrachte mit ihnen neunzig Tage. Er lehrte und sprach über das Reich Gottes und das, was dieses betrifft, und führte alles zu Ende, was er zu tun hatte. Dann ließ er die Zwölf mit Maria Magdalena und Joseph, Seinem Vater, und Maria, seiner Mutter, und die anderen getreuen Frauen nach Bethanien auf den Ölberg gehen, den er ihnen genannt hatte.

2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Seht, ich habe euch aus den Menschen erwählt und habe euch das Gesetz und das Wort der Wahrheit gegeben.

3. Ich habe euch als das Licht der Welt gesetzt und als eine Stadt, die nicht verborgen sein kann. Doch die Zeit kommt, dass Finsternis die Erde bedecken wird und große Dunkelheit die Völker. Die Feinde der Wahrheit und der Gerechtigkeit werden herrschen in meinem Namen und eine Herrschaft dieser Welt errichten. Sie werden die Völker unterjochen und den Feind zur Lästerung veranlassen, indem sie meine Lehren durch die Ansichten der Menschen ersetzen und in meinem Namen lehren werden, was ich nicht gelehrt habe, und mit ihren Traditionen verdunkeln, was ich gelehrt habe.

4. Doch seid frohen Mutes; denn auch die Zeit wird kommen, dass die Wahrheit, die sie verborgen haben, offenbar werden wird; und das Licht wird strahlen, und die Finsternis wird verschwinden und das wahre Reich aufgerichtet, das in der Welt, doch nicht von der Welt sein wird. Das Wort der Gerechtigkeit und Liebe wird ausgehen von der Mitte, der Heiligen Stadt auf dem Berge Zion, und der Berg, der im Lande Ägypten ist, wird erkannt werden als ein Altar zum Zeugnisse des Herrn.

5. Und nun gehe ich zu meinem und eurem Vater, zu meinem und eurem Gott. Doch ihr, bleibt in Jerusalem und haltet an am Gebet, und nach sieben Tagen werdet ihr Kraft empfangen von oben, und das Versprechen des Heiligen Geistes wird in Erfüllung gehen an euch, und ihr werdet aus Jerusalem hinausgehen zu allen Stämmen Israels und in die fernsten Teile der Erde.“

6. Und als er dieses gesagt hatte, erhob er seine reinen und heiligen Hände und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, wurde er von ihnen getrennt, und eine Wolke, die glänzte wie die Sonne, nahm ihn von ihren Augen hinweg. Und da er emporstieg, hielten ihn einige an den Füßen, und andere beteten und fielen auf ihr Angesicht zu Boden.

7. Während sie ihm nachsahen gen Himmel, siehe, da standen bei ihnen zwei in weißen Kleidern und sprachen: „Ihr Männer Israels, was steht ihr und sehet zum Himmel? Dieser Jesus, welcher in einer Wolke von euch genommen wurde, wird ebenso wiederkommen aus einer Wolke. Und so, wie ihr ihn zum Himmel fahren gesehen habt, so wird er wiederkommen auf die Erde.“

8. Da kehrten sie zurück nach Jerusalem von dem Ölberge, welcher von der Stadt einen Sabbatweg entfernt ist. Und da sie zurückkamen, vermissten sie Maria Magdalena, und sie suchten sie und fanden sie nicht. Und einige der Jünger sagten: „Der Meister hat sie mit sich genommen“, und sie staunten sehr und gerieten in große Ehrfurcht.

9. Und es war Mittsommer, da Jesus in den Himmel aufstieg, und er hatte noch nicht sein fünfzigstes Jahr erreicht; denn es war notwendig, dass sieben mal sieben Jahre in seinem Leben erfüllt werden.

10. Ja, auf dass er vollkommen werde durch das Erleiden aller Erfahrungen und ein Beispiel werde für alle, die Kinder wie die Eltern, die Verheirateten wie die Ledigen, die Jungen wie die Alten, ja, in allen Zeiten und in allen Lagen des irdischen Lebens.