91. Die Ordnungen für die Gemeinde (1. Teil)

1. Nach seiner Auferstehung vom Tode war Jesus noch neunzig Tage mit Maria, seiner Mutter, und Maria Magdalena, die seinen Körper gesalbt hatte, und Maria Kleophas und den Zwölfen und ihren Anhängern, lehrte sie und beantwortete ihre Fragen über das Reich Gottes.

2. Und wie sie bei der Abendmahlzeit saßen, fragte ihn Maria Magdalena: „Meister, willst du uns nun die Ordnung im Reiche Gottes erklären?“

3. Und Jesus antwortete und sprach: „Wahrlich, ich sage dir, o Maria, und jedem meiner Jünger, das Himmelreich ist inwendig in euch. Doch die Zeit wird kommen, da das, was innen ist, im Äußeren offenbar wird zum Heile der Welt.

4. Ordnung ist wahrlich gut und nützlich; über allem aber ist die Liebe. Liebt einander und alle Geschöpfe Gottes, und daran sollen alle Menschen erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“

5. Da fragte ihn einer: „Meister, willst du, dass die Kinder aufgenommen werden in die Gemeinschaft durch die Beschneidung, so wie es Moses befohlen hat?“ Und Jesus antwortete: „Für die, welche in Christus sind, gibt es weder Beschneidung noch Blutvergießen.

6. Bringt das Kind nach acht Tagen mit Danksagung und Gebet dem Vater, der im Himmel ist. Lasset ihm einen Namen geben von seinen Eltern und den Ältesten reines Wasser auf seinen Scheitel gießen, wie es geschrieben ist in den Propheten. Lasset die Eltern darauf sehen, dass es in Rechtschaffenheit erzogen werde, dass es weder Fleisch esse noch starke Getränke trinke, noch Geschöpfe verletze, die Gott dem Menschen zum Schutze in die Hand gegeben hat.“

7. Und ein anderer fragte ihn: „Meister, was willst du, wenn sie heranwachsen?“ Und Jesus sprach: „Nach sieben Jahren oder wenn sie anfangen, das Böse vom Guten zu unterscheiden, und lernen, das Gute zu suchen, lasset sie zu mir kommen: den Segen empfangen von den Händen des Ältesten oder des Engels der Gemeinde mit Danksagung und Gebet, und ermahnet sie, Fleischessen und starke Getränke und das Jagen unschuldiger Geschöpfe Gottes zu unterlassen; denn stehen sie etwa auf niedrigerer Stufe als die Pferde oder die Schafe, denen solches wider die Natur ist?“

8. Und er fragte weiter: „Wenn einer zu uns kommt, der Fleisch isst und starke Getränke trinkt, sollen wir ihn aufnehmen?“ Und Jesus sprach zu ihm: „Lasset solche im Vorhof bleiben, bis sie sich gereinigt haben von den gröberen Fehlern; denn bevor sie diese nicht begreifen und bereuen, sind sie nicht fähig, die höheren Weisungen aufzunehmen.“

9. Und ein anderer fragte ihn: „Wann willst du, dass sie die Taufe empfangen?“ Und Jesus antwortete: „Nach abermals sieben Jahren oder wenn sie die Lehre kennen und tun, was gut ist, und ein Handwerk erlernt haben, von dem sie leben können, und auf dem rechten Wege festen Schrittes gehen. Dann lasst sie um die Einweihung bitten und lasst sie prüfen durch den Engel oder den Ältesten der Gemeinde und sehen, ob sie würdig sind, und lasst sie Dank sagen und beten und in dem reinigenden Wasser untertauchen, auf dass sie zu neuem Leben emporsteigen und Gott als ihren Vater bekennen und geloben, dass sie das heilige Gesetz beachten werden und sich dem Bösen dieser Welt fernhalten.“

10. Und wieder ein anderer fragte ihn: „Meister, zu welcher Zeit sollen sie die Salbung empfangen?“ Und Jesus antwortete: „Wenn sie das Alter der Reife erlangt und sich in ihnen die siebenfältigen Gaben des Geistes geoffenbart haben, dann lasset den Engel für sie beten und danksagen und ihnen das Siegel der Salbung geben. Es ist gut, dass alle in jedem Grade sieben Jahre lang erprobt werden. Doch lasset es bei jedem entsprechend seines Wachstums geschehen, in der Liebe und in der Weisheit Gottes.“