87. Jesus erscheint seinen Jüngern

1. Am Abend dieses Tages, des ersten Tages der Woche, waren die Jünger versammelt und hatten die Türen verschlossen aus Furcht vor den Juden. Da kam Jesus und stand mitten unter ihnen und sprach zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Aber sie erschraken und glaubten, sie würden einen Geist sehen.

2. Und er sprach zu ihnen: „Sehet, ich bin es selbst, wie ihr mich ehedem gesehen habet. Ein Geist kann wahrlich erscheinen in Fleisch und Bein, wie ihr seht, dass ich sie habe. Sehet meine Hände und Füße, greift sie an und sehet!“

3. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße. Da waren die Jünger erfreut, als sie den Herrn sahen.

4. Thomas aber, genannt Didymus, einer der Jünger, sagte zu ihnen: „Es sei denn, dass ich in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in sein Herz stoße, sonst will ich es nicht glauben.“ Da sprach er zu Thomas: „Sieh meine Hände, mein Herz und meine Füße; reiche deine Hand und lege deinen Finger an das Mal der Nägel und lege deine Hand an mein Herz und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“

5. Und Thomas sagte zu ihm: „Mein Herr und mein Gott!“ Und Jesus spricht zu ihm: „Thomas, weil du mich gesehen hast, so hast du geglaubt: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

6. Dann sprach Jesus wieder zu ihnen: „Friede sei mit euch! Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Und da er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist; predigt das Evangelium und verkündet allen Völkern die Auferstehung des Sohnes Gottes.

7. Lehret sie das heilige Gesetz der Liebe, das ich euch gegeben habe. Denen, die ihren Sünden absagen, seien sie vergeben, und denen, die weiterhin sündigen, bleiben sie erhalten.

8. Tauft die, die glauben und bereuen, segnet und salbet sie, und bringet dar das reine Opfer der Früchte der Erde, das ich eingesetzt habe zu meinem Gedenken.

9. Siehe, ich habe meinen Leib und mein Blut am Kreuze geopfert zur Erlösung der Welt von den Sünden gegen die Liebe, und von den Blutopfern und Festen der Vergangenheit.

10. Und ihr sollt das Brot des Lebens und den Wein der Erlösung in einer reinen Gabe mit Weihrauch opfern, wie es geschrieben stehet von mir, und ihr sollt essen und trinken davon zum Gedenken, dass ich alle, die an mich glauben, befreit habe von der alten Knechtschaft eurer Vorväter.

11. Denn diese hatten ihren Bauch zu einem Gott gemacht und opferten diesem Gotte die unschuldigen Geschöpfe der Erde anstatt der fleischlichen Natur in ihnen selbst.

12. Und sie aßen das Fleisch und tranken das Blut zu ihrem eigenen Verderben, zerstörten ihre Körper und verkürzten ihr Leben ebenso wie die Heiden, die die Wahrheit nicht kennen, oder die sie kannten und zu einer Lüge umgebogen haben.

13. So wie euch sende, so sollt auch ihr andere senden, auf dass sie diese Dinge tun in meinem Namen“, und er legte ihnen seine Hände auf.

14. Und in der gleichen Weise wie die Apostel, so setzte er auch Propheten und Evangelisten und Pastoren ein, eine Heilige Priesterschaft, und er legte seine Hände auf alle, die sie zu Diakonen wählten, jedem einzelnen der vier mal Zwölf.

15. Und diese sind für die Leitung und Führung der universellen Gemeinde, damit alle untadelig seien, jeder an seinem Platze in der Einheit des Leibes Christi.