86. Jesus erscheint im Tempel, und die Blutopfer hören auf


1. Es war am selben Tag zur Zeit des Opfers im Tempel. Da erschien unter den Tier- und Vogelhändlern einer in weissen Kleidern, strahlend wie Licht, und er hatte in der Hand eine Geißel mit sieben Schnüren.

2. Und bei seinem Anblicke flohen die Händler und die Käufer voll Schrecken, und etliche fielen wie tot zu Boden; denn sie erinnerten sich, wie Jesus vor seinem Tode sie in gleicher Weise aus dem Innern des Tempels gejagt hatte.

3. Und einige erklärten, sie hätten ein Gespenst gesehen, und andere, sie hätten sen gesehen, der gekreuzigt war, und er sei vom Tode auferstanden.

4. Und die Opfer hörten an diesem Tage im Tempel auf; denn alle fürchteten sich, zu verkaufen oder zu kaufen; und sie ließen ihre Gefangenen frei.

5. Und die Priester und Ältesten ließen ein Gerücht umgehen, dass die, die es erzählt hatten, betrunken gewesen und nichts gesehen hätten. Doch viele versicherten, dass sie ihn mit eigenen Augen gesehen und auf dem Rücken die Geißel gespürt hätten; doch seien sie nicht fähig gewesen, sich zu wehren. Denn wenn einige von den Kühneren unter ihnen ihre Hände ausstreckten, konnten sie nicht die Gestalt greifen, die sie sahen, noch die Geißel erhaschen, die sie schlug.

6. Und von diesem Tage an glaubten sie an Jesus, dass er von Gott gesandt sei, die Unterdrückten zu befreien und zu erlösen, die gebunden waren. Und sie wendeten sich um und sündigten nicht länger.

7. Er erschien auch anderen in Liebe und Mitleid und heilte sie durch seine Berührung und befreite sie aus den Händen des Verfolgers. Und viele ähnliche Dinge wurden über ihn berichtet, und viele sprachen: „Wahrlich, das Reich Gottes ist gekommen.“

8. Und einige von denen, die gestorben waren und aufstanden, als Jesus vom Tode auferstand, erschienen und wurden gesehen von vielen in der Heiligen Stadt, und große Furcht befiel die Bösen, während Licht und Freude die Herzen der Gerechten erfüllte.