85. Der auferstandene Jesus erscheint zwei Jüngern in Emmaus

1. Am selben Tage gingen zwei Jünger in das Dorf Emmaus, das drei Stunden von Jerusalem liegt. Und sie sprachen zusammen von all dem, was geschehen war.

2. Und während sie miteinander sprachen, geschah es, dass Jesus selbst sich ihnen näherte und mit ihnen ging. Doch ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkennen konnten.

3. Und er sprach zu ihnen: „Worüber sprecht ihr miteinander, dass ihr so traurig daherkommt?“

4. Und der eine von ihnen, der Kleophas hieß, antwortete: „Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem und hast noch nicht erfahren, was in diesen Tagen hier geschehen ist?“ Und er sprach zu ihnen: „Was?“

5. Und sie sprachen zu ihm über Jesus von Nazareth, der ein Prophet gewesen war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volke, und wie die Hohepriester und ihre Obrigkeit ihn auslieferten, damit er zum Tode verurteilt werde, und wie sie ihn dann ans Kreuz geschlagen haben. „Doch wir vertrauten darauf, dass er es sei, der das Land Israel hätte erlösen sollen. Und trotzdem sind in diesen letzten drei Tagen all diese Dinge hier geschehen.

6. Ja, und mehrere Frauen, auch von den unsern, überraschten uns. Sie waren in der Frühe am Grab und fanden den Leichnam nicht. Und sie kamen und erzählten uns, dass ihnen Engel erschienen seien, die sagten, er sei auferstanden.

7. Und einige von den Unsrigen waren zu dem Grabe gegangen und fanden alles so vor, wie es die Frauen gesagt hatten. Doch ihn sahen sie nicht.“

8. Darauf sprach er zu ihnen: „Oh, ihr seid Toren und trägen Herzens und glaubt nicht, was die Propheten gesagt haben! Musste nicht Christus all dies leiden, um in seine Herrlichkeit einzugehen?“

9. Und beginnend mit Moses und all den Propheten, belehrte er sie über alle Schriften, die ihn selbst betrafen.

10. Und sie kamen in die Nähe des Dorfes, in das sie gingen. Und er tat so, als ob er weitergehen wollte. Doch sie drangen ihn und sagten: „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag ist fast zu Ende.“ Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.

11. Und es geschah, als er mit ihnen am Tische saß: Er nahm Brot und die Frucht des Weinstockes, sagte Dank, segnete, brach das Brot und gab es ihnen. Und ihre Augen wurden geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er entschwand ihren Blicken.

12. Und sie sagten zueinander: „Brannten uns nicht unsere Herzen, während er auf dem Wege zu uns sprach und uns die Schrift deutete?“ Und sie erhoben sich sogleich und kehrten nach Jerusalem zurück, und dort fanden sie die Elf versammelt mit ihren Anhängern. Und diese sagten: „Der Herr ist wirklich auferstanden, und er ist dem Simon erschienen.“

13. Und sie erzählten, was ihnen auf ihrem Wege begegnet war und wie sie ihn am Brotbrechen erkannten.

14. Während sie nach Emmaus gegangen waren, kamen einige von der Wache in die Stadt und meldeten dem Kaiphas, was geschehen war.

15. Und sie versammelten sich mit den Ältesten und berieten und sagten: „Seht, während die Soldaten schliefen, kamen mehrere von seinen Jüngern und trugen seinen Leichnam hinweg. Und ist nicht Joseph von Arimathia einer seiner Jünger?

16. Deshalb hat er Pilatus um den Leichnam gebeten, damit er ihn in seinem Garten in seiner eigenen Gruft begraben könne. Lasst uns daher den Soldaten Geld geben, damit sie sagen, seine Jünger wären des Nachts gekommen und hätten den Leichnam gestohlen, während sie geschlafen hätten. Und wenn diese Kunde dem Statthalter zu Ohren kommt, so wollen wir ihn überzeugen und euch schützen.“