84. Auferstehung Jesu


1. Am Ende des Sabbats, als es in der Morgenfrühe des ersten Wochentages zu dämmern begann, kam Maria Magdalena zum Grabe und trug die Spezereien, die sie bereitet hatte, und mit ihr kamen noch andere.

2. Und da sie so gingen, sprachen sie zueinander: „Wer wälzt uns den Stein vom Eingang des Grabes?“ Denn er war groß. Und als sie an die Stelle kamen und hinsahen, gewahrten sie, dass der Stein hinweggewälzt war.

3. Denn siehe, es war ein großes Erdbeben. Der Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, wälzte den Stein weg vom Eingang und saß darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiss wie Schnee. Die Wächter aber erschraken so sehr, dass sie wie tot zu Boden fielen.

4. Und der Engel sprach zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, so wie er sagte.

5. Kommt, seht die Stelle, da der Herr lag! Und geht schnell hin und saget es seinen Jüngern, dass er vom Tode auferstanden ist. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, da werdet ihr ihn sehen; siehe, ich habe es euch gesagt.“

6. Und sie gingen hinein und fanden den Leichnam Jesu nicht. Dann liefen sie fort und kamen zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagten zu ihnen: „Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

7. Und sie liefen und kamen zu dem Grabe, blickten hinein und sahen die leinenen Tücher liegen und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei den Leinentüchern, sondern beiseite zusammengelegt an einer besonderen Stelle.

8. Und es geschah, dass sie sehr aus der Fassung gerieten; denn siehe, zwei Engel standen neben ihnen in glitzernden, weissen Gewändern und sprachen zu ihnen: „Warum suchet ihr den Lebendigen unter den Toten? Er ist nicht da, er ist auferstanden, und seht, er geht euch voran nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.

9. Erinnert ihr euch nicht, wie er zu euch sprach, da er noch in Galiläa war, dass er, der Menschensohn, gekreuzigt werde und dass er auferstehen werde nach dem dritten Tage?“ Und sie erinnerten sich seiner Worte. Sie gingen eilends hinaus und flohen vor dem Grabe, denn sie zitterten und waren bestürzt. Auch sprachen sie zu keinem darüber, denn sie fürchteten sich.

10. Aber Maria stand weinend vor dem Grabe. Und als sie weinte, beugte sie sich hinab und blickte in das Grab hinein und sah zwei Engel in weißen Gewändern, einen am Kopfende und den anderen am Fußende, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und sie sprachen zu ihr: „Frau, was weinest du?“

11. Sie sagte zu ihnen: „Weil sie meinen Herrn weggenommen haben und ich nicht weiß, wohin sie ihn gelegt haben.“ Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sah Jesus stehen und erkannte nicht, dass es Jesus sei.

12. Jesus sprach zu ihr: „Frau, was weinest du? Wen suchest du?“ Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: „Herr, hast du ihn weggetragen, sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen.“ Jesus sprach zu ihr: „Maria!“ Da wandte sie sich um und sagte zu ihm: „Rabboni“, das heißt Meister.

13. Jesus sprach zu ihr: „Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“

14. Maria Magdalena ging und erzählte den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er solches zu ihr gesagt und ihr den Auftrag gegeben habe, seine Auferstehung von den Toten zu berichten.