83. Begräbnis Jesu

1. Da nun der Abend gekommen war, kam Joseph von Arimathia, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich Gottes wartete. Er wagte es und ging hinein zu Pilatus und erbat den Leib Jesu. (Er war ein guter und gerechter Mann und hatte den Beschluss des Rates nicht gebilligt.)

2. Und Pilatus wunderte sich, dass er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben wäre. Und als er es von dem Hauptmanne erfahren hatte, überließ er Joseph den Leichnam. Der ging und nahm den Leichnam Jesu ab.

3. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war. Er brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfunde. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und hüllten ihn in leinene Tücher mit den Kräutern nach der jüdischen Begräbnissitte.

4. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in welchem noch niemand war. Da hinein legten sie Jesus, und es war zu Beginn der zweiten Wache, da sie ihn begruben, um des Rüsttages der Juden willen, weil das Grab in der Nähe war.

5. Und Maria Magdalena und die andere Maria und Maria, die Mutter des Joses, sahen sich das Grab an, in das er gelegt worden war.

6. Und auch die Frauen, die mit ihm von Galiläa gekommen waren, folgten nach, trugen Lampen in den Händen, besahen das Grab und wie sein Leib gelegt war und begannen zu weinen und zu klagen.

7. Und sie kehrten zurück und bereiteten Kräutermischungen und Salben und warteten auf das Ende des Sabbats.

8. Am nächsten Tage nun, der dem Rüsttag folgte, kamen die Hohepriester und Pharisäer zu Pilatus und sagten: „Herr, wir erinnern uns, dass dieser Verführer, da er noch lebte, sprach: ‚Nach drei Tagen werde ich auferstehen`.

9. Befiehl darum, dass man das Grab sichere, bis der dritte Tag vorüber ist, damit nicht seine Jünger kommen bei Nacht und ihn stehlen und zum Volk sagen: ‚Er ist auferstanden vom Tode`, und der letzte Betrug ist schlimmer als er erste.“

10. Pilatus sprach zu ihnen: „Da habt ihr eine Wache, geht eures Wegs und macht es so sicher, wie ihr könnt.“ So gingen sie hin und sicherten das Grab, versiegelten den Stein und stellten eine Wache davor, bis der dritte Tag vorbei wäre.