74. Jesus bereitet seine Jünger auf das Kommende vor

1. Dies alles habe ich zu euch gesagt, um euch zu warnen. Sie werden euch aus den Synagogen stoßen, ja, es wird die Zeit kommen, da jeder, der euch tötet, denken wird, dass er dies zu Gottes Ehre tut. Und solches werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.

2. Dies alles aber habe ich euch gesagt, damit, wenn die Zeit gekommen ist, ihr euch erinnert, was ich euch darüber gesagt habe. Und ich habe euch das nicht schon zu Anfang gesagt, weil ich bei euch war. Doch jetzt gehe ich meinen Weg zu meinem Vater, der mich gesandt hat; und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Doch, weil ich euch dies alles gesagt habe, so seid ihr traurig.

3. Trotzdem sage ich euch die Wahrheit; es ist notwendig für euch, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Tröster nicht zu euch kommen; aber wenn ich fortgehe, werde ich euch meinen Geist senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt auf Sünde, Gerechtigkeit und Gericht hinweisen.

4. Auf die Sünde, weil sie nicht an mich glauben; auf die Gerechtigkeit, da ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet; auf das Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

5. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht fassen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen; denn er wird nicht aus sich selbst sprechen, sondern das, was er hören wird, das wird er sprechen. Und er wird euch zeigen, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen. Denn er wird es von mir empfangen und euch offenbaren.

6. Alles, was mein Vater hat, das ist mein. Darum habe ich euch gesagt, der Tröster wird es von mir nehmen und es euch offenbaren. Über eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen, über eine kleine Weile aber werdet ihr mich wieder sehen, denn ich gehe zum Vater.“ Da sprachen einige unter seinen Jüngern miteinander: „Was bedeutet das, dass er zu uns sagt: Über eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen und aber über eine kleine Weile werdet ihr mich wieder sehen, und: Denn ich gehe zum Vater?“

7. Da merkte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: „Ihr fragt euch untereinander wegen meiner Worte: Eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen, und: Über eine kleine Weile werdet ihr mich wieder sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen: Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude verkehren.

8. Ein Weib, wenn sie in Wehen ist, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch auf die Welt gekommen ist. Und ihr seid nun ebenfalls voll Trauer; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

9. Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr meinen Vater bitten werdet in meinem Namen, so werdet ihr es erhalten. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, dass eure Freude vollkommen sei. Dies alles habe ich zu euch in Gleichnissen gesprochen; es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr in Geheimnissen mit euch rede, sondern euch offen von meinem Vater künden werde.

10. An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: Und ich sage euch nicht, dass ich meinen Vater für euch bitten will; denn er selbst hat euch lieb, darum, dass ihr mich liebt und glaubet, dass ich von Gott ausgegangen bin. ich bin von Gott ausgegangen und in die Welt gekommen; und ich verlasse die Welt wieder und gehe zu meinem Gott.“

11. Da sprachen seine Jünger zu ihm: „Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Rätsel. Nun wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig ist, dass dich irgend jemand bittet; denn wir glauben, dass du von Gott ausgegangen bist.“

12. Jesus antwortete ihnen: „Glaubet ihr jetzt? Siehe, es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da, dass ihr zerstreut werdet und ein jeder nach Hause geht und ihr mich allein lasst: Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.

13. Solches habe ich zu euch geredet, dass ihr in mir Frieden habt. In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Kommt, lasset uns aufbrechen!“