71. Die Reinigung des Tempels

1. Das Passahfest der Juden war nahe, und Jesus zog wieder von Bethanien hinauf nach Jerusalem. Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten und auch die Geldwechsler.

2. Da machte er eine Geißel aus sieben Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus. Er ließ die Schafe und Ochsen und die Tauben frei, schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um.

3. Und er sprach zu ihnen: „Schafft all das hinaus und macht nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus. Steht es nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Diebeshöhle daraus gemacht und es mit allem möglichen Gräuel erfüllt.“

4. Und er duldete nicht, dass einer eine Schüssel voll Blutes durch den Tempel trug oder dass Tiere getötet würden. Und seine Jünger dachten daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.“

5. Da hielten die Juden ihm entgegen: „Welches Zeichen zeigst du uns, wenn wir sehen, dass du Derartiges tust?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Abermals sage ich euch: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“

6. Da entgegneten die Juden: „Sechsundvierzig Jahre lang ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

7. Als er auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

8. Die Schriftgelehrten und Priester aber sahen und hörten dies und waren erschrocken und suchten, wie sie ihn vernichten könnten; denn sie fürchteten ihn, da sie sahen, dass das Volk seine Lehren anhörte.

9. Wenn es Abend wurde, ging er aus der Stadt hinaus. Denn bei Tag lehrte er im Tempel, und bei Nacht ging er hinaus auf den Ölberg. Das Volk kam früh am Morgen, um ihn in den Höfen des Tempels zu hören.

10. Als er jetzt zu Jerusalem war zum Passahfest, glaubten viele an ihn, da sie die Wunder sahen, die er tat.

11. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, denn er erkannte sie alle. Und er bedurfte nicht, dass jemand für einen anderen Zeugnis gebe; denn er wusste wohl, was in einem Menschen war.

12. Da das Passahfest bevorstand, sandte er zwei seiner Jünger, dass sie den oberen Raum herrichteten, wo er mit seinen Zwölf essen wollte, und alles einkaufen, was nötig war für das Fest, das er mit ihnen feiern wollte.