68. Gleichnisse vom göttlichen Gericht

1. Und Jesus sagte ein anderes Gleichnis: „Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und übergab ihn Weingärtnern und zog in ein fernes Land.

2. Und da die Zeit der Reife nahe war, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, dass sie von den Weingärtnern die Früchte abholten. Die Weingärtner aber nahmen die Knechte und schlugen den einen und steinigten den zweiten und töteten den dritten.

3. Abermals sandte er zu ihnen andere Knechte, die angesehener waren als die ersten, und sie taten ebenso mit ihnen. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Meinen Sohn werden sie anerkennen.

4. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dies ist der Erbe, kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen. Und sie nahmen ihn, warfen ihn aus dem Weinberg heraus und erschlugen ihn.

5. Wenn nun der Herr des Weinberges kommt, was wird er tun mit diesen Weingärtnern?“ Sie sagten zu ihm: „Er wird diese bösen Menschen elend umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern geben, die ihm die Früchte überbringen werden, wenn sie reif sind.“

6. Jesus sprach zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Schlussstein der Pyramide geworden? Dieses ist des Herrn Tun, und es ist wunderbar in unseren Augen!

7. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerbrechen, aber auf welchen er fällt, den wird er zu Staub zermalmen.“

8. Und da die Hohepriester und Pharisäer diese Gleichnisse gehört hatten, verstanden sie, dass er von ihnen redete. Doch sie fürchteten sich vor dem Volke, als sie Hand an ihn legen wollten; denn es hielt ihn für einen Propheten.

9. Die Jünger fragten ihn danach um den Sinn des Gleichnisses, und er sprach zu ihnen: „Der Weinberg ist die Welt, die Weingärtner sind eure Priester, und die Knechte sind die Diener des guten Gesetzes und die Propheten.

10. Wenn die Früchte ihrer Arbeit von den Priestern abverlangt werden, so werden keine gegeben, doch sie misshandeln die Abgesandten, welche die Wahrheit Gottes lehren, so wie sie es von Anbeginn an getan haben.

11. Und wenn der Menschensohn kommen wird, der Christus Gottes selbst, sammeln sie sich gegen den Heiligen und schlagen ihn und werfen ihn aus dem Weingarten; denn sie haben nicht die Dinge des Geistes gewirkt, sondern suchten ihren eigenen Genuss und Gewinn, indem sie das heilige Gesetz verworfen haben.

12. Hätten sie den einen Gesalbten angenommen, welcher der Eckstein ist und der First, wäre es gut geworden mit ihnen, und das Gebäude wäre gestanden als Tempel Gottes, in dem der Geist wohnte.

13. Aber es wird der Tag kommen, da das Gesetz, das sie verwerfen, zum Schlussstein wird, den alle sehen, und die über ihn straucheln, werden zerbrochen werden; aber die im Ungehorsam verharren, werden in Stücke zerschlagen werden.

14. Denn Gott hat einigen Engeln die Herrschaft gegeben über den Lauf der Welt und hat sie beauftragt, in Weisheit, in Gerechtigkeit und in Liebe zu regieren. Aber sie haben die Gebote des Mächtigsten missachtet und gegen die guten Befehle Gottes gehandelt. So waren Grausamkeit und Leiden und Kummer in die Welt gekommen, bis dass der Meister wieder kommt und Besitz nimmt von allen Dingen und seine Diener zur Abrechnung ruft.“

15. Und er sagte ein anderes Gleichnis: „Ein Mann hatte zwei Söhne, und er kam zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberg, und dieser antwortete und sprach: Ich will nicht. Später aber bereute er es, und er ging hin. Und er kam zu dem zweiten und sprach ebenso. Und dieser antwortete und sprach: Ich gehe, Vater. Aber er ging nicht hin. Welcher von den beiden tat den Willen des Vaters?“

16. Sie sprachen zu ihm: „Der erste.“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, dass die Zöllner und Dirnen in das Reich Gottes eingehen werden vor euch. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Wege der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; doch die Zöllner und die Dirnen glaubten ihm, und ihr, als ihr es gesehen hattet, habt es nachher nicht bereut, auf dass ihr ihm glaubtet.“

17. Und der Herr sammelte alle seine Jünger um sich an einem Platz. Und er sprach zu ihnen: „Könnt ihr Vollkommenheit geben dem, was unvollkommen ist? Könnt ihr Ordnung machen aus Unordnung?“ Und sie antworteten: „Nein, Herr.“

18. Und er stellte sie auf, jeden nach seiner Ziffer in ein Viereck, an jeder Seite einen weniger als zwölf; Er tat dies, da er wusste, wer ihn verraten würde (der von den Menschen als einer der seinen gezählt werden sollte, es aber nicht war).

19. Den ersten in der siebenten Reihe von oben in der Mitte, und den letzten in der siebenten Reihe von unten, und ihn, der weder der erste noch der letzte war, machte er zum Mittelpunkte, und die übrigen stellte er auf nach einer göttlichen Ordnung, und jeder fand seinen Platz, so dass die Oberen ebenso wie die Unteren und die Unteren ebenso wie die Oberen standen, und die linke Seite gleich war der rechten und die rechte Seite gleich war der linken nach der Summe ihrer Zahlen.

20. Und er sprach: „Sehet ihr, wie ihr stehet? Ich sage euch, ebenso ist die Ordnung im Reiche Gottes, und der Eine, der alle regieret, ist in eurer Mitte, und er ist der Mittelpunkt und mit ihm sind die hundertzwanzig, die Auserwählten von Israel, und nach ihm kommen die hundertundvierundvierzigTausend, die Auserwählten der Heiden, welche ihre Brüder sind.“