65. Die letzte Salbung durch Maria Magdalena – Die Vorbereitung des Verrats

1. Und am Abend des Sabbats vor dem Passahfeste war Jesus in Bethanien und ging in das Haus Simons, des Aussätzigen, wo man ihm eine Abendmahlzeit bereitete. Und Martha bediente, während Lazarus einer von denen war, welche mit ihm bei Tische saßen.

2. Und es kam Maria, genannt Magdalena, die hatte ein Alabastergefäß mit einer sehr köstlichen und teuren Salbe von Nardenöl. Sie öffnete das Gefäß und goss das Salböl Jesus auf das Haupt und salbte seine Füße und trocknete sie mit ihrem Haupthaar.

3. Da sagte einer von seinen Jüngern, Judas Ischariot, welcher ihn verraten sollte: „Wozu diese Verschwendung von Salböl? Man hätte es teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können.“ Dieses sagte er aber nicht aus Sorge für die Armen, sondern weil er von Eifersucht und Habgier erfüllt war und er den Beutel hatte und das Geld verwaltete. Und sie murrten über Magdalena.

4. Jesus aber sprach: „Lasset sie in Frieden! Was beunruhigt ihr sie? Sie hat alles getan, was sie konnte. Sie vollbrachte ein gutes Werk an mir. Arme habet ihr allezeit bei euch, mich aber habet ihr nicht allezeit. Sie hat meinen Leib gesalbt zu meinem Begräbnis.

5. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird auch das berichtet werden zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

6. Da trat Satan in das Herz des Judas Ischariot, und er ging seinen Weg und beriet vertraulich mit den Hohepriestern und Ältesten, wie er ihn verraten könne. Und sie waren froh und vereinbarten mit ihm dreißig Silberlinge, den Preis für einen Sklaven. Er versprach es ihnen und suchte eine Gelegenheit, ihn zu verraten.

7. Und zu dieser Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Predigt allen in der Welt und saget: Strebet danach, die Geheimnisse des Lichtes zu empfangen und in das Reich des Lichtes einzugehen, denn jetzt ist die Zeit dafür gekommen, und jetzt ist der Tag der Erlösung.

8. Schiebt es nicht auf von einem Tag zum andern, von einem Umlauf (des Wiedergeburtsrades) zum anderen und von Äon zu Äon, im Glauben, dass es euch bei der Rückkehr in diese Welt dann gelingt, die Geheimnisse zu gewinnen und einzutreten in das Reich des Lichtes.

9. Denn ihr wisset nicht, wann die Zahl der vollkommenen Seelen erfüllt sein wird. Denn dann werden die Tore des Lichtreiches geschlossen werden, und von da an wird niemand mehr in der Lage sein, hineinzugehen, noch wird jemand herausgehen.

10. Bemühet euch, dass ihr eintretet, solange der Ruf ertönet, bevor die Zahl der Vollendeten besiegelt und vollständig ist und das Tor geschlossen wird.“