62. Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen

1. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam entgegen. Und fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren töricht.

2. Die Törichten nahmen ihre Lampen, sie nahmen aber kein Öl mit sich. Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen.

3. Da nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber wurde laut gerufen: ‚Seht, der Bräutigam kommt! Gehet hinaus, ihm entgegen!‘ Da standen die Jungfrauen alle auf und richteten ihre Lampen.

4. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: ‚Gebet uns von eurem Öle, denn unsere Lampen sind ausgegangen!` Die Klugen aber antworteten und sprachen: ‚Nein, sonst reicht es nicht für uns und euch: Gehet lieber zum Krämer und kaufet für euch selbst.`

5. Und während sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam und die, die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit. Und die Türe wurde verschlossen.

6. Danach kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: ‚Herr, Herr, tue uns auf.` Er antwortete und sprach: ‚Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.`

7. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Haltet eure Lampen brennend.“