53. Die Heilung des Blindgeborenen – Die Frage der Sadduzäer nach der Auferstehung

1. An einem andern Tage begegnete Jesus einem Mann, der von Geburt an blind war. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: „Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“

2. Jesus antwortete: „Was besagte es, ob dieser gesündigt hat oder seine Eltern, sofern die Werke Gottes offenbar werden an ihm? Ich muss wirken die Werke meines Vaters, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“

3. Da er solches gesagt hatte, spie er auf die Erde und mischte Lehm mit dem Speichel und bestrich des Blinden Augen damit. Und er sprach zu ihm: „Gehe hin und wasche dich im Teich Siloah“ (das ist verdolmetscht: Gesandt). Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.

4. Die Nachbarn und die zuvor gesehen hatten, dass er blind war, sagten: „Ist es nicht dieser, der da saß und bettelte?“ Einige sagten: „Er ist es“, einige aber: „Er ist ihm ähnlich.“ Er selbst aber sagte: „Ich bin es.“

5. Deshalb fragten sie ihn: „Wie wurden deine Augen geöffnet?“ Er antwortete: „Ein Mann namens Jesus machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach: Geh hin und wasche dich im Teiche Siloah. Ich ging hin und wusch mich und erhielt die Sehkraft.“

6. Da fragten sie ihn: „Wo ist er?“ Er sagte: „Ich weiß nicht, wo er ist, der mich gesund machte.“

7. Da traten einige Sadduzäer zu Jesus, welche leugneten, dass es eine Auferstehung gäbe, und sie sagten zu ihm: „Meister, Moses hat geschrieben, wenn jemandes Bruder stirbt, und er besaß ein Weib und hinterlässt keine Kinder, da soll sein Bruder dieses sein Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken.

8. Nun waren da sechs Brüder, und der erste nahm ein Weib, und er starb kinderlos. Und der zweite nahm sie zum Weibe und starb auch kinderlos. Und der dritte bis zum sechsten nahmen sie alle, ohne Kinder zu hinterlassen. Zuletzt starb auch die Frau.

9. Wem wird sie nun gehören bei der Auferstehung? Denn sechs haben sie zum Weibe gehabt.“

10. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: „Ob ein Weib mit sechs Ehemännern oder ein Ehemann mit sechs Weibern, das ist gleich. Denn die Kinder dieser Welt heiraten und werden geheiratet.

11. Die aber würdig sein werden, die Auferstehung von den Toten zu erleben, werden nicht heiraten noch sich heiraten lassen, noch können sie jemals sterben, sondern sie sind wie die Engel und sind die Kinder Gottes, die Kinder der Auferstehung.

12. Aber dass die Toten auferstehen werden, bezeugte selbst Moses bei dem Busch, als er Gott anrief und Gott zu ihm sprach: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Gott ist aber nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott. Denn alle leben durch ihn.“