50. Christus, das Licht der Welt

1. Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: „Ich bin das Licht der Welt: Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

2. Die Pharisäer aber sagten zu ihm: „Du zeugest von dir selbst; Dein Zeugnis ist nicht gültig.“

3. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Wenn ich auch von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis doch gültig. Denn ich weiß, woher ich kam und wohin ich gehe; ihr aber wisset nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.

4. Ihr richtet nach dem Fleische, ich richte niemand. Wenn ich aber richte, ist mein Urteilsspruch gültig: Denn ich bin nicht allein, sondern ich komme von meinem Vater, der mich gesandt hat.

5. Auch steht in eurem Gesetze geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis gültig sei. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge. Johannes zeugte von mir, und er ist ein Prophet. Und der Geist der Wahrheit, welcher mich sandte, zeuget von mir.“

6. Darauf sagten sie zu ihm: „Wo ist Dein Vater?“ Jesus antwortete: „Ihr kennet weder mich noch meinen Vater: Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen.“

7. Und einer sagte: „Zeige uns deinen Vater, und wir wollen dir glauben.“ Und er antwortete und sprach: „Wenn du deinen Bruder erkannt und seine Liebe gefühlt hast, so hast du den Vater gesehen, und ebenso, wenn du deine Schwester erkannt und ihre Liebe gefühlt hast.

8. Nahe und fern kennt der Allerheiligste die seinen, ja, in jedem von euch kann die Vaterschaft erkannt werden; denn der Vater ist der eine Gott.“

9. Diese Worte sprach Jesus in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte. Und niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: „Ich gehe meinen Weg, und ihr werdet mich suchen und in euren Sünden sterben. Wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen.“

10. Da sagten die Juden: „Will er sich denn selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, da könnet ihr nicht hinkommen?“ Und er sprach zu ihnen: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.

11. Deshalb habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubet, dass ich von Gott bin, so werdet ihr sterben in euren Sünden.“

12. Darauf sagten sie zu ihm: „Wer bist du denn?“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Kein anderer, als ich euch von Anfang an gesagt habe.

13. Ich habe euch viel zu sagen, was euch richten wird: Der heilige Eine, der mich sandte, ist wahrhaftig; und ich rede zu der Welt, was ich von oben gehört habe.“

14. Dann sprach Jesus zu ihnen: „Wenn ihr des Menschen Sohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich von Gott gesandt bin und dass ich nichts von mir selber tue; sondern wie mich der All-Heilige gelehrt hat, so spreche ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir: Der All-Heilige lässt mich nicht allein. Denn ich tue allezeit, was dem Ewigen gefällt.“

15. Da er solches redete, glaubten viele an ihn, und sie sprachen: „Er ist ein Prophet, den Gott gesandt hat. Lasset uns ihn hören.“