48. Jesus speist tausend Menschen und heilt am Sabbat

1. Und es geschah, als Jesus die Menschenmengen lehrte und sie hungrig geworden waren und unter der Hitze des Tages litten, dass eine Frau des Weges kam mit einem Kamel, das mit Melonen und anderen Früchten beladen war.

2. Und Jesus erhob seine Stimme und rief: „Oh, ihr, die ihr dürstet, suchet das lebendige Wasser, welches vom Himmel kommt; denn das ist das Wasser des Lebens, und wer es trinket, der wird niemals mehr durstig sein.“

3. Und er nahm fünf Melonen und verteilte sie unter dem Volke, und sie aßen, und ihr Durst wurde gelöscht. Und er sprach zu ihnen: „Wenn Gott die Sonne scheinen und das Wasser diese Früchte der Erde füllen lässt, soll dann nicht er selbst die Sonne eurer Seelen sein und euch mit Wasser des Lebens erfüllen?

4. Suchet die Wahrheit und lasset eure Seelen zufrieden sein. Die Wahrheit Gottes ist das Wasser, welches vom Himmel kommt, ohne Geld und ohne Preis, und die es trinken, werden befriedigt sein.“ Und die er satt machte, waren tausend Menschen – Männer, Frauen und Kinder -, und niemand ging hungrig oder durstig nach Hause. Und viele, die Fieber hatten, wurden geheilt.

5. Zu dieser Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder, und seine Jünger waren hungrig und begannen, Ähren abzureißen und zu essen.

6. Aber als die Pharisäer dieses sahen, sagten sie zu ihm: „Siehe, Deine Jünger tun etwas, was sich nach dem Gesetze am Sabbat nicht geziemt.“

7. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Habet ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und seine Gefährten hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die nur die Priester allein essensollten, aber nicht David und die mit ihm waren?

8. Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetze, dass an den Sabbattagen die Priester im Tempel ungestraft Arbeit tun? Aber, ich sage euch, dass an diesem Orte einer ist, der größer ist als der Tempel.

9. Doch, wenn ihr erkennen würdet, was dies bedeutet: Ich will Mitleid und kein Opfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Der Menschensohn ist der Herr auch über den Sabbat.“

10. Er ging weiter und kam in ihre Synagoge. Und da war ein Mensch, dessen Hand war verdorrt. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fragten ihn: „Ist es nach dem Gesetz erlaubt, an einem Sabbat zu heilen?“ Dass sie ihn anklagen könnten.

11. Und er sprach zu ihnen: „Ist einer unter euch, welcher nur ein einziges Schaf besitzt, und dieses fällt an einem Sabbat in eine Grube, und er lässt es darin liegen und holt es nicht heraus? Und wenn ihr einem Schafe helft, warum sollt ihr nicht einem Menschen helfen, der in Not ist?

12. Deshalb ist es nach dem Gesetze, Gutes zu tun am Sabbat.“ Dann sprach er zu dem Manne: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder wie die andere.

13. Und die Pharisäer gingen hinaus und berieten sich gegen ihn, wie sie ihn vernichten könnten. Aber als Jesus es bemerkte, ging er mit seinen Jüngern fort; und eine große Menschenmenge folgte ihm, und er heilte ihre Kranken und Hinfälligen, und er trug ihnen auf, dass sie es nicht bekannt machten.

14. Und es erfüllte sich, was Jesaja gesprochen hatte: „Sehet meinen Knecht, den ich erwählt habe, meinen Geliebten, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist über ihn ausgießen, und er wird Gerechtigkeit bringen den Ungläubigen.

15. Er soll nicht rufen noch schreien, noch soll irgendjemand seine Stimme hören in den Straßen. Ein geknicktes Rohr soll er nicht brechen, und brennenden Flachs soll er nicht löschen, bis er Gerechtigkeit und Sieg verbreitet hat. Und seinem Namen werden die Heiden vertrauen.“