46. Jesu Verklärung – Die zwölf Gebote

1. Nach sechs Tagen, als das Laubhüttenfest nahe war, nahm Jesus die Zwölf zu sich und führte sie mit sich auf einen hohen Berg. Und als er dort betete, veränderte sich das Aussehen seiner Gestalt, und er wurde vor ihnen verwandelt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider waren weiss wie das Licht.

2. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias und redeten mit ihm und sprachen von dem Gesetze und von seinem Hinscheiden, das in Jerusalem geschehen sollte.

3. Und Moses sprach: „Dieser ist es, von dem ich euch vorhersagte: Einen Propheten aus der Mitte deiner Brüder, mir ähnlich, wird der Ewige zu euch entsenden, und was der Ewige ihm sagt, das wird er euch sagen, und ihn sollt ihr anhören, und die, die ihm nicht gehorchen wollen, bereiten sich ihren eigenen Untergang.“

4. Petrus sprach zu Jesus: „Herr, hier ist es gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten bauen: dir eine, Moses eine und Elias eine.“

5. Und da er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und zwölf Strahlen gleich der Sonne brachen hinter den Wolken hervor, und eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Höret auf ihn.“

6. Da die Jünger dieses hörten, fielen sie auf ihr Angesicht nieder und erschraken sehr. Jesus trat zu ihnen, berührte sie und sprach: „Stehet auf und fürchtet euch nicht!“ Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesus allein. Und die sechs Strahlen waren auf ihm zu sehen.

7. Und Jesus sprach zu ihnen: „Siehe, ich gebe euch ein neues Gesetz, welches aber nicht neu ist, sondern alt. Ebenso wie Moses die Zehn Gebote gab dem Volk Israel dem Fleische nach, so will Ich euch die zwölf Gebote geben für das Reich Israel dem Heiligen Geiste nach.

8. Wer ist dieses Israel Gottes? Alle aus jedem Volk und jedem Stamme, welche Gerechtigkeit üben, Liebe und Barmherzigkeit und meine Gebote befolgen, diese sind das wahre Israel Gottes.“ Und sich erhebend, sprach Jesus:

9. „Höre, o Israel, JHVH, dein Gott, ist der Eine. Ich habe viele Seher und Propheten. In mir leben und bewegen sich alle und haben ihr Dasein.

10. Ihr sollt nicht das Leben nehmen irgendeinem Geschöpfe aus Vergnügen oder zu eurem Vorteil, noch es quälen.

11. Ihr sollt nicht das Gut eines anderen stehlen, auch nicht für euch selbst Länder und Reichtümer sammeln, mehr, als ihr bedürfet.

12. Ihr sollt nicht das Fleisch essen noch das Blut eines getöteten Geschöpfes trinken, noch etwas anderes, welches Schaden eurer Gesundheit oder eurem Bewusstsein bringt.

13. Ihr sollt keine unreinen Ehen schließen, wo keine Liebe und Reinheit sind, noch euch selbst verderben oder irgendein Geschöpf, das von dem Heiligen rein geschaffen worden ist.

14. Ihr sollt kein falsches Zeugnis geben gegen euren Nächsten, noch willentlich jemand täuschen durch eine Lüge, um ihm zu schaden.

15. Ihr sollt niemandem tun, was ihr nicht wollt, dass man euch tue.

16. Ihr sollt anbeten den einen, den Vater im Himmel, von dem alles kommt, und ehren Seinen heiligen Namen.

17. Ihr sollt ehren eure Väter und Mütter, welche für euch sorgen, ebenso alle gerechten Lehrer.

18. Ihr sollt lieben und beschützen die Schwachen und Unterdrückten und alle Geschöpfe, welche Unrecht erleiden.

19. Ihr sollt mit euren Händen alles erarbeiten, was gut und geboten ist. So sollt ihr essen die Früchte der Erde, auf dass ihr lange lebt in dem Land.

20. Ihr sollt euch reinigen alle Tage und am siebenten Tage ausruhen von eurer Arbeit und den Sabbat und die Feste eures Gottes heilig halten.

21. Ihr sollt den anderen das tun, was ihr wollt, das man euch tue.“

22. Und als die Jünger diese Worte hörten, schlugen sie an ihre Brust und sagten: „Vergib uns, o Gott, wenn wir gefehlt haben, und möge deine Weisheit, deine Liebe und Wahrheit in uns unsere Herzen geneigt machen, deine heiligen Gebote zu lieben und zu befolgen.“

23. Und Jesus sprach zu ihnen: „Mein Joch ist gleichmäßig und meine Last ist gering, und wenn ihr sie tragen wollt, so wird sie euch leicht werden. Leget denen, die in das Reich Gottes eintreten, keine weiteren Lasten auf außer denen, welche notwendig sind.

24. Das ist das neue Gesetz für das Israel Gottes, und das Gesetz ist in ihm; denn es ist das Gesetz der Liebe und ist nicht neu, sondern alt. Achtet wohl, dass ihr diesem Gesetze nichts Neues hinzufügt noch etwas davon wegnehmet. Wahrlich, ich sage euch, alle, welche glauben und dieses Gesetz befolgen, werden erlöst werden, und die es kennen und nicht befolgen, werden verloren sein.

25. Doch ebenso wie alle in Adam sterben, also werden alle in Christus lebendig gemacht werden. Und die Ungehorsamen werden durch viele Feuer geläutert werden; und die, die hartnäckig bleiben, werden hinuntersteigen und verloren sein für einen Äon.“

26. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: „Ihr sollt von dieser Erscheinung zu niemand sprechen, bis des Menschen Sohn wieder von den Toten auferstanden ist.“

27. Und seine Jünger fragten ihn: „Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Elias soll wahrhaftig zuvor kommen und alles wiederherstellen.

28. Doch ich sage euch: Es ist Elias schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen.“ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.