45. Suchen nach Zeichen – Der unreine Geist – Jesu Eltern und Geschwister – Irdischer Reichtum

1. Mehrere Schriftgelehrte und Pharisäer sagten zu ihm: „Meister, wir möchten ein Zeichen von dir sehen.“ Aber er antwortete und sprach zu ihnen: „Ein böses und verdorbenes Geschlecht suchet nach einem Zeichen, und es soll ihnen kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.

2. Ja, ebenso wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Walfisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde verweilen und dann wieder auferstehen.

3. Die Männer von Ninive werden auferstehen und dieses Geschlecht richten und es verurteilen; denn sie bereuten bei der Predigt des Jona, und siehe, hier ist ein Größerer als Jona.

4. Die Königin des Südens wird auferstehen und dieses Geschlecht richten und verurteilen; denn sie kam aus den fernsten Teilen der Erde, um die Weisheit Salomons zu hören, und siehe, ein Größerer ist hier als Salomo.“

5. Und er sprach ferner: „Wenn der unreine Geist aus einem Menschen hinausgegangen ist, geht er durch dürre Stätten, um Ruhe zu finden; und da er sie nicht findet, spricht er: ‚Ich will zurückkehren in mein Haus, aus welchem ich gekommen bin.` Und wenn er dorthin gekommen ist, so findet er es leer, gekehrt und geschmückt, denn sie haben nicht den guten Geist gebeten, darin zu wohnen und ihr ewiger Gast zu sein.

6. Dann geht er fort und nimmt sieben andere Geister mit sich, die noch böser sind als er, und sie ziehen ein und wohnen dort, und der letzte Zustand von allen solchen ist schlechter als der erste. Ebenso wird es auch jenem bösen Geschlechte ergehen, welches dem Geiste Gottes den Eingang verwehrt.

7. Denn ich sage euch, dem, der den Menschensohn lästert, dem soll vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll nicht vergeben werden, weder in dieser Lebenszeit noch im nächsten Leben; denn sie widerstehen dem Lichte Gottes wegen der falschen Überlieferungen der Menschen.“

8. Während er noch zu dem Volke sprach, siehe, da standen seine Eltern und seine Brüder und Schwestern draußen und wollten mit ihm sprechen. Da sagte einer zu ihm: „Siehe, dein Vater und deine Mutter und deine Brüder und Schwestern stehen draußen und wollen mit dir sprechen.“

9. Aber er antwortete und sprach zu ihm: „Wer ist mein Vater, und wer ist meine Mutter? Und wer sind meine Brüder und Schwestern?“

10. Und er zeigte mit seiner Hand auf seine Jünger und sprach: „Sehet meinen Vater und meine Mutter, meine Brüder und Schwestern und meine Kinder! Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Vater und meine Mutter, mein Bruder und meine Schwester, mein Sohn und meine Tochter.“

11. Und es waren mehrere Pharisäer da, welche auf ihren Reichtum stolz waren, und er sprach zu ihnen: „Gebt acht und hütet euch vor der Habgier; denn des Menschen Leben bestehet nicht in der Fülle der Dinge, welche er besitzt.“

12. Und er sprach in einem Gleichnis zu ihnen: „Das Land eines reichen Mannes trug im Überfluss, und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? denn ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte aufbewahren könnte.

13. Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere erbauen. Und darin will ich alle meine Früchte und Güter unterbringen.

14. Und ich werde zu meiner Seele sprechen: Du hast viele Güter gesammelt, für viele Jahre, lasse es dir wohl ergehen, iss, trink und sei fröhlich.

15. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird dein Leben von dir gefordert werden. Wem sollen nun diese Dinge gehören, welche du gehortet hast?

16. So ergehet es denen, welche Schätze sammeln für sich selbst, aber nicht reich sind an guten Werken für die, welche Not und Mangel leiden.“