43. Der Reiche und das Himmelreich – Die Reinigungsgebote

1. Und siehe, da kam einer zu ihm und sprach: „Guter Meister, was soll ich Gutes tun, auf dass ich das ewige Leben erlange?“ Und er sprach zu ihm: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn Gott. Doch willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Da sagte er zu Ihm: „Welche sind es?“

2. Jesus sprach: „Was lehrt Moses? Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen; du sollst Vater und Mutter ehren; du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Da sagte der Jüngling zu ihm: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an. Was fehlt mir noch?“

3. Jesus sprach zu ihm: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du im Überfluss hast, und gib es denen, die nichts haben, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Dann komm und folge mir nach.“

4. Da der Jüngling aber diese Worte hörte, ging er betrübt von ihm; denn er hatte große Güter, ja, mehr als er benötigte.

5. Daraufhin sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich gelangen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Tor des Nadelöhrs gehe, denn dass ein Reicher in das Reich Gottes gelange.“

6. Als das seine Jünger hörten, wunderten sie sich sehr und sagten: „Wer kann dann selig werden?“ Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: „Für den leiblichen Sinn ist es unmöglich, aber für den geistigen sind alle Dinge möglich.

7. Und ich sage euch, macht euch nicht zu Freunden des Mammons der Ungerechtigkeit, dass er euch nicht, wenn ihr umkommt, in seinen irdischen Behausungen vereinnahmt. Machet euch lieber zu Freunden des wahren Reichtums, welcher ist die Weisheit Gottes, auf dass ihr aufgenommen werdet in den Wohnstätten, die ewig währen.“

8. Da sagte Petrus zu ihm: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, dass ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, in der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch sitzen werdet auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Aber die Dinge dieser Welt zu geben, ist nicht meine Sache.

9. Und wer Güter, Häuser oder Freunde verlässt um des Himmelreiches und seiner Gerechtigkeit willen, der wird hundertfältig empfangen im kommenden Leben und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da die Ersten sind, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein.“

10. Und es kamen zu ihm Schriftgelehrte und Pharisäer, welche einen von seinen Jüngern mit ungewaschenen Händen hatten essen sehen.

11. Und sie nahmen Ärgernis daran; denn die Juden essen nicht, bevor sie nicht ihre Hände gewaschen haben, und sie befolgen zudem eine Menge anderer Gebräuche beim Waschen der Becher, Gefäße und Tische.

12. Und sie sagten: „Warum folgen nicht alle deine Jünger der Überlieferung der Alten? Wir sahen, wie sie mit ungewaschenen Händen aßen.“

13. Und Jesus sprach: „Gewiss hat Moses euch befohlen, euch zu reinigen und euren Körper und eure Gefäße rein zu halten, aber ihr habt Dinge hinzugefügt, welche oftmals nicht von allen zu allen Zeiten und an allen Orten befolgt werden können.

14. Hört mich also: Nicht allein unreine Sachen, welche in den Körper eingehen, verunreinigen den Menschen, sondern vielmehr die üblen und unreinen Gedanken, welche aus ihren Herzen strömen, verunreinigen den inneren Menschen und ebenso andere. Darum achtet auf eure Gedanken und reinigt eure Herzen und lasset eure Nahrung rein sein.

15. Dies sollt ihr tun und dabei die anderen Gesetze nicht unterlassen. Wer die Gesetze der Reinheit bricht, weil es unvermeidlich ist, ist frei von Tadel, denn er tut es nicht aus Eigenwillen, noch, um das Gesetz zu missachten, das gut und gerecht ist. Denn Reinlichkeit in allen Dingen ist ein großer Gewinn.

16. So übernehmt nicht die schlechten Bräuche der Welt, auch nicht zum Schein. Denn viele werden zum Übel geführt durch den äußeren Anschein und die Verkleidung des Bösen.“