40. Jesus enthüllt die Gleichnisse vom Himmelreich

1. Und die Jünger kamen und sagten zu ihm: „Warum sprichst du zu der Menge in Gleichnissen?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreiches zu wissen, jenen aber nicht.

2. Denn, der da hat, dem wird gegeben werden, auf dass er mehr Fülle habe; doch dem, der nichts hat, dem soll auch das genommen werden, was er zu haben scheint.

3. Darum spreche ich zu jenen in Gleichnissen, denn sie sehen nicht und hören nicht und verstehen nicht.

4. Denn in ihnen wird erfüllt die Prophezeiung des Jesaja, welcher sagt: ‚Ihr werdet hören, aber nicht verstehen, ihr werdet sehen, aber nichts bemerken; denn das Herz dieses Volkes ist verstockt geworden, und ihre Ohren sind harthörig, und ihre Augen haben sie geschlossen, bis zu jener Zeit, da sie sehen werden mit ihren Augen und hören mit ihren Ohren und verstehen mit ihren Herzen und bekehret werden und ich sie heile.

5. Gesegnet aber seien eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören, und eure Herzen, weil sie verstehen. Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Rechtschaffene haben das zu sehen gewünscht, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und das zu hören gewünscht, was ihr höret, und haben es nicht gehört.“

6. Dann sandte Jesus die Menge fort, und seine Jünger kamen zu ihm und sprachen: „Erkläre uns das Gleichnis vom Acker.“ Und er antwortete und sprach zu ihnen: „Er, der die gute Saat sät, ist der Menschensohn, der Acker ist die Welt, die gute Saat sind die Kinder des Himmelreiches, das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der das Unkraut säte, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Schnitter sind die Engel.

7. Ebenso wie das Unkraut gesammelt und verbrannt wird im Feuer, wird es am Ende der Welt geschehen. Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und alle, die Böses tun, und sie in einen brennenden Ofen werfen, und die nicht gereinigt werden, werden völlig verzehret werden. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Himmelreich.

8. Hört auch das Gleichnis vom Sämann. Der Samen, der auf den Weg fiel, gleicht jenen, die das Wort vom Himmelreich hören, es aber nicht verstehen. Dann kommt der böse Feind und stiehlt hinweg das, was in ihr Herz gesät war. Es sind die, welche den Samen am Wegrand erhielten.

9. Und die den Samen auf dem steinigen Boden empfangen haben, das sind jene, welche das Wort hören und es sogleich mit Freude aufnehmen. Doch es schlägt keine Wurzeln in ihrem Inneren, und es dauert nicht lange, denn sobald Leid und Verfolgung sich erheben wegen des Wortes, werden sie nach und nach abfallen.

10. Und auch die, welche Samen unter den Dornen empfingen, sind jene, welche das Wort hören, und die Sorgen dieser Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort, und sie werden unfruchtbar.

11. Die aber den Samen auf gutem Boden empfangen haben, sind die, welche das Wort hören und es verstehen, welche Früchte hervorbringen und tragen, etliche dreißigfältig, etliche sechzigfältig und etliche hundertfältig.

12. Dies alles erkläre Ich euch, die ihr vom inneren Kreise seid. Denen vom äußeren aber sage ich es in Gleichnissen. Lasset sie hören alle, welche Ohren haben zu hören.“