38. Über das Töten von Tieren – Auferweckung des Jünglings von Nain

1. Und einige seiner Jünger kamen zu ihm und erzählten ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, dass es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe.

2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso wenig können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.

3. Gott gibt die Körner und die Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper.

4. Der Räuber, der in ein Haus einbricht, das von Menschen gebaut ist, ist schuldig; aber selbst die geringsten von denen, die in ein Haus einbrechen, das von Gott gebaut ist, sind die größeren Sünder. Deshalb sage ich zu allen, die meine Jünger werden wollen, haltet eure Hände frei vom Blutvergießen und lasst kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Samen der Erde.

5. Aber wenn ein Tier sehr leidet, so dass sein Leben ihm eine Qual ist, oder wenn es gefährlich wird für euch, so erlöset es von seinem Leben rasch und mit so wenig Schmerz, als ihr könnt. Schicket es hinüber in Liebe und Barmherzigkeit und quält es nicht, und Gott, euer Vater, wird euch Barmherzigkeit zeigen, ebenso wie ihr Barmherzigkeit gezeigt habt denen, die in eure Hände gegeben sind.

6. Und was auch immer ihr tut dem geringsten meiner Kinder, das tut ihr mir. Denn ich bin in ihnen, und sie sind in mir. Ja, Ich bin in allen Geschöpfen, und alle Geschöpfe sind in mir. An allen ihren Freuden erfreue ich mich auch, und an allen ihren Schmerzen leide ich auch. Darum sage ich euch: Seid gütig miteinander und mit allen Geschöpfen Gottes.“

7. Es begab sich am nächsten Tage, dass er in eine Stadt mit Namen Nain ging. Und viele seiner Jünger gingen mit ihm und viel Volk.

8. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter; sie war eine Witwe. Und viele Menschen aus der Stadt gingen mit ihr.

9. Da sie der Herr sah, hatte er Mitleid mit ihr und sprach zu ihr: „Weine nicht! Dein Sohn schläft!“ Und er trat hinzu und rührte den Sarg an, und die ihn trugen, hielten an. Er sprach: „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“

10. Und er, der für tot gehalten wurde, richtete sich auf und fing an zu reden. Und Jesus gab ihn seiner Mutter. Da überkam sie alle eine Furcht, und sie priesen Gott und sagten: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott ist zu seinem Volke gekommen.“