33. Über Blutopfer und Sündenvergebung – Heilung am Teich Bethesda

1. Jesus lehrte seine Jünger im äußeren Hofe des Tempels, und einer von ihnen sagte zu ihm: „Meister, es wird gesagt von den Priestern, ohne Vergießen von Blut gebe es keine Vergebung von Sünden. Können denn die gesetzlichen Blutopfer die Sünden hinwegnehmen?“

2. Und Jesus antwortete: „Kein Blutopfer von Tier oder Vogel oder Mensch kann Sünden hinwegnehmen. Denn wie kann eine Schuld durch das Vergießen von unschuldigem Blut getilgt werden? Nein, es wird die Schuld noch vergrößern.

3. Die Priester empfangen sehr wohl solche Opfer zur Versöhnung von den Gläubigen für die Vergehen gegen das Gesetz des Moses, aber für die Sünden gegen das Gesetz Gottes gibt es keine Vergebung, es sei denn durch Reue und Besserung.

4. Steht nicht geschrieben in den Propheten: Nehmt eure Blutopfer und eure Brandopfer und weg mit ihnen! Höret auf, Fleisch zu essen; denn ich sprach darüber nicht zu euren Vätern noch habe ich es ihnen befohlen, als ich sie aus Ägypten führte. Aber dies habe ich befohlen:

5. Gehorcht meiner Stimme und wandelt die Wege, die ich euch befohlen habe, und ihr werdet mein Volk sein, und es wird euch wohl ergehen. Doch sie waren nicht geneigt und horchten nicht.

6. Und was befiehlt euch der Ewige anders, als Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu üben und demütig zu wandeln mit eurem Gott? Steht nicht geschrieben, dass Gott am Anfange die Früchte der Bäume und die Samen und Kräuter zur Nahrung für alles Fleisch bestimmte?

7. Aber sie haben das Bethaus zu einem Haus von Dieben gemacht, und an Stelle des reinen Opfers mit Weihrauch haben sie meine Altäre mit Blut besudelt und das Fleisch der geschlachteten Tiere gegessen.

8. Ich aber sage euch: Vergießt kein unschuldiges Blut, noch esset das Fleisch. Seid aufrichtig, liebt die Barmherzigkeit und tut recht, und eure Tage werden lange währen im Lande.

9. Das Korn, das aus dem Erdreich wächst mit dem anderen Getreide, wird es nicht durch den Geist verwandelt in mein Fleisch? Die Beeren des Weinberges und die anderen Früchte, werden sie nicht verwandelt durch den Geist in mein Blut? Lasset dieses mit euren Körpern und Seelen euer Denkmal an den Ewigen sein.

10. Darin ist die Gegenwart Gottes sichtbar als Substanz und als das Leben der Welt. Davon sollt ihr alle essen und trinken zur Vergebung der Sünden, und für das ewige Leben für alle, die meinen Worten gehorchen.“

11. Nun ist aber zu Jerusalem bei dem Schafmarkt ein Teich, der heißt Bethesda. In fünf Hallen lag eine große Menge gebrechlichen Volkes von Blinden, Lahmen, Verdorrten und warteten, dass sich das Wasser bewege.

12. Denn zu einer bestimmten Zeit kam ein Engel herab in den Teich und bewegte das Wasser. Wer nun als erster, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward geheilt von jeglicher Krankheit, von der er befallen war. Da war auch ein Mann, welcher von Geburt an lahm war.

13. Und Jesus sprach zu ihm: „Bringen dir die Wasser keine Heilung?“ Er sagte zu ihm: „Doch, Herr, aber ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt. Und wenn ich es versuche, so steigt ein anderer vor mir hinein.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Steh‘ auf, nimm dein Bett und wandle.“ Und sogleich stand er auf und ging. Und an diesem Tage war Sabbat.

14. Und die Juden sagten zu ihm: „Es ist heute Sabbat, und es ist gegen das Gesetz, dass du dein Bett trägst.“ Und der Geheilte wusste nicht, dass es Jesus war. Und Jesus war hinweggegangen, denn auf dem Platze waren viele Menschen.