19. Jesus lehrt beten

1. Als Jesus zum Beten auf einem Berg war, kamen einige seiner Jünger zu ihm und einer sagte von ihnen: „Herr, lehre uns beten.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Wenn du betest, so gehe in deine geheime Kammer. Und wenn du die Türe geschlossen hast, bete zum Vater-Mutter, der über dir und in dir ist. Und dein Vater-Mutter, der alles was geheim ist sieht, wird dir offen antworten.

2. Doch wenn ihr beisammen seid und gemeinsam betet, so plappert nicht; denn eure himmlischen Eltern wissen, was ihr Not habt, noch bevor ihr sie gefragt habt. Deshalb sollt ihr in dieser Weise beten:

3. Unser Vater-Mutter, der du über uns bist und in uns,

geheiligt werde dein Name in zweifacher Trinität.

Dein Reich komme in Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit zu allen.

Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.

Lass uns täglich teilhaben an deinem heiligen Brot und gib uns die Frucht des lebendigen Weinstockes.

Und wie du uns vergibst unsere Schulden,

so mögen auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Gieße deine Güte aus auf uns, damit wir dies auch den anderen tun.

In der Stunde der Versuchung erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit: von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jetzt und in alle Ewigkeit.

Amen.

5. Und wo immer sieben in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen; ja, selbst wenn es drei oder zwei nur sind. Und selbst, wenn einer nur im Stillen betet, so bin ich mit diesem einen.

6. Hebt den Stein empor, und ihr werdet mich finden. Spaltet das Holz, und ich bin dort. Denn im Feuer und im Wasser, ebenso wie in jeder Lebensform ist Gott offenbar als dessen Leben und Substanz.“

7. Und der Herr sprach: „Wenn dein Bruder gesündigt hat in Worten sieben Mal am Tag und sieben Mal am Tag bereut hat, nimm ihn auf.“ Da fragte ihn Simon: „Sieben Mal am Tage?“

8. Der Herr antwortete und sagte zu ihm: „Und ich sage dir, auch sieben Mal sieben; denn sogar bei den Propheten, nachdem sie vom Heiligen Geist gesalbt worden waren, fand man noch Äußerungen von Sünde.

9. Seid rücksichtsvoll, gütig, mitfühlend und freundlich nicht allein mit euresgleichen, sondern auch mit aller Kreatur, die in euerer Obhut ist; denn ihr seid für sie wie Götter, zu denen sie aufblicken in ihrer Not. Hütet euch vor dem Zorn, denn viele sündigen im Zorn und bereuen es, wenn ihr Zorn vergangen ist.“

10. Und da war ein Mann, dessen Hand verdorrt war, er kam zu Jesus und sprach: „Herr, ich war ein Maurer und verdiente meinen Lebensunterhalt mit meinen Händen. Ich flehe dich an, gib mir meine Gesundheit zurück, damit ich nicht mit Scham um mein Brot betteln gehen muss.“ Und Jesus heilte ihn und sprach: „Es gibt ein Haus, welches nicht mit Händen gebaut ist, sieh zu, dass auch du darinnen wohnst.“