18. Die Aussendung der Zweiundsiebzig

1. Danach ernannte der Herr noch zweiundsiebzig Jünger und sandte sie je zwei und zwei voraus in alle jene Städte und Orte der Stämme, in die er selbst kommen wollte.

2. Deshalb sprach er zu ihnen: „Die Ernte ist wahrlich groß, aber es sind wenig Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er sende Arbeiter in seine Ernte .

3. Gehet eure Wege, sehet ich sende euch fort wie Schafe mitten unter den Wölfen. Traget weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßet niemand auf dem Weg.

4. Und wann immer ihr in ein Haus tretet, so sprechet zuerst: Friede sei in diesem Hause! Und wenn dort ein Geist des Friedens sein wird, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er wieder zu euch zurückkommen.

5. Und in welche Stadt ihr auch kommen werdet, und sie empfangen euch, esset das, was euch vorgesetzt wird, außer von Lebendigem. Und heilt die Kranken, die dort sind, und sprechet zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

6. Und in dem Hause bleibt und esset und trinket, was man euch vorsetzt ohne Blutvergießen; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht von Haus zu Haus.

7. Und wo ihr aber in einer Stadt nicht aufgenommen werdet, so geht eures Weges durch die Straßen und sagt: „Selbst den Staub, der sich von eurer Stadt an uns gehängt hat, schütteln wir ab auf euch; dennoch seid sicher dies, dass das Reich Gottes nahe zu euch gekommen ist.

8. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Wären solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen als bei euch geschehen sind, sie hätten vor Zeiten in Sack und Asche Buße getan. Aber ihnen soll es erträglicher ergehen am Gerichtstage als euch.

9. Und du Kapernaum, die du erhoben bist bis an den Himmel, du wirst in die Hölle hinab gestoßen werden. Die, welche euch hören, hören auch mich. Und sie, die euch verachten, verachten auch mich und den, der mich gesandt hat. Doch lasset alle in ihrem eigenen Geiste zur Erkenntnis kommen.“

10. Und Jesus sprach abermals zu ihnen: „Seid barmherzig, so werdet ihr Barmherzigkeit erlangen. Vergebt, so wird es euch vergeben werden. Mit welchem Maße ihr messt, mit dem werdet auch ihr gemessen werden.

11. Und wie ihr den anderen tut, so wird auch euch getan werden. Und wie ihr gebt, so wird auch euch gegeben werden. Und wie ihr richtet, so werdet auch ihr gerichtet werden. Und wie ihr anderen dienet, so soll auch euch gedient werden.

12. Denn Gott ist gerecht und lohnt jedem nach seinen Werken. Was ihr säet, das werdet ihr ernten.“