15. Die Heilung eines Aussätzigen, eines Gelähmten und eines Tauben

1. UND es begab sich, als Jesus in einer Stadt war, dass sich ein Mann voll Aussatz vor ihm niederwarf und zu ihm sagte: „Herr, so du willst, kannst du mich reinigen!“ Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: „Gesegnet bist du, der du glaubst; Ich will, sei gereinigt!“ Und sogleich wich der Aussatz von ihm.

2. Und Jesus schärfte ihm ein und sprach: „Sage es keinem Menschen, aber gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie es Moses befohlen hat, als Zeugnis für ihn.“ Aber sein Ruf verbreitete sich immer mehr, und große Volksmengen kamen zu ihm, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Und er zog sich in die Wüste zurück und betete.

3. Es begab sich eines Tages, als er lehrte, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten dabei saßen, um ihn zu sehen. Sie waren aus jeder Stadt gekommen, aus Galiläa und Judäa und von Jerusalem, und die Macht Gottes war anwesend, um zu heilen.

4. Und siehe, da brachten sie einen Mann auf einem Bett, der war gelähmt, und sie versuchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. Und da sie wegen der großen Volksmenge keinen Weg fanden, um ihn hindurchzubringen, stiegen sie auf das Haus. Sie ließen ihn durch die Dachziegel hernieder mit dem Bette mitten vor Jesus. Und da er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: „Mann, deine Sünden sind dir vergeben.“

5. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und sagten: „Wer ist er, der solche Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?“ Da aber Jesus ihre Gedanken wahrnahm, antwortete er und sprach zu ihnen: „Was denket ihr in eurem Herzen? Kann sogar Gott Sünden vergeben, wenn der Mensch sie nicht bereut? Wer hat gesagt: Ich vergebe dir deine Sünden? Sagte ich nicht vielmehr: Deine Sünden sind dir vergeben?

6. Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und geh umher? Auf dass ihr aber wisst, dass des Menschensohn Macht hat auf Erden zu beurteilen und die Vergebung der Sünden auszusprechen“; Er sprach zu dem Gelähmten: „Ich sage zu dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe nach Hause.“

7. Und alsbald stand er vor ihnen auf und hob das Bett, auf dem er gelegen war, und ging heim und verherrlichte Gott. Und sie erstaunten alle und priesen Gott und wurden von dem Geist der Ehrfurcht erfüllt und sprachen: „Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.“

8. UND wie Jesus in ein Dorf kam, begegnete er einem Mann, der taub war von Geburt an. Und dieser glaubte nicht an den Klang des rauschenden Windes oder den Donner oder an die Schreie der Tiere oder die Stimmen der Vögel, die von ihrem Hunger oder Verletzung klagten, oder daran, dass andere dies hörten.

9. Und Jesus hauchte in seine Ohren, und sie waren geöffnet, und er hörte. Und er erfreute sich mit Frohlocken Freude an den Tönen, die er früher geleugnet hatte. Und er sagte: „Jetzt höre ich alles!“

10. Doch Jesus sprach zu ihm: „Warum sagst du, du hörest alles? Kannst du etwa die Seufzer der Gefangenen oder die Sprache der Vögel oder der Tiere hören, wenn sie miteinander reden, oder die Stimmen der Engel und der Geister? Denke daran, wie viel du nicht hören kannst, und sei demütig in deinem Mangel an Wissen.“