14. Die Berufung des Andreas und Petrus

1. Nun aber fügte Herodes, der Tetrarch, zu allen anderen Übeltaten, die er bereits begangen hatte, noch diese hinzu: er ließ Johannes den Täufer ins Gefängnis werfen, nachdem dieser ihn wegen der Herodia, seines Bruders Philippus Frau, zur Rede gestellt hat.

2. Jesus begann zu predigen und sprach: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe.“ Und als er am galiläischen See entlang ging, sah er Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und er sagte zu ihnen: „Folgt mir, und ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Und alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm.

3. Und während er von dort weiterging, begegnete er zwei anderen Brüdern, Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, und Johannes, dessen Bruder in einem Schiffe ihres Vaters Zebedäus, die Netze flickten. Er rief sie und sie verließen sogleich ihre Netze und das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.

4. Und Jesus ging umher in ganz Galiläa und lehrte in den Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte allerlei Seuche und viele Krankheiten unter den Menschen. Und der Ruf seiner Wundertaten drang durch ganz Syrien, und sie brachten viele Kranke zu ihm mit mancherlei Seuchen und Qual, und solche, die Mondsüchtige waren, und diejenigen, die die Lähmung hatte, und er heilte sie.

5. Und es folgten ihm große Menschenmengen aus Galiläa und von Dekapolis, aus Jerusalem, aus Judäa und von jenseits des Jordan.

6. Uns als Jesus mit einigen seiner Jüngern ging, begegnete er einem Manne, der Hunde trainierte andere Tiere zu jagen; und er sprach zu dem Manne: „Warum tust du das?“ Und der Mann entgegnete: „Weil ich davon lebe. Was für einen Nutzen haben diese Tiere denn? Diese Tiere sind schwach, die Hunde aber sind stark.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Dir mangelt es an Weisheit und Liebe. Siehe, jedes Geschöpf, welches Gott erschaffen hat, hat seinen Zweck, und wer kann sagen, was Gutes in ihm ist zu was sie nützen für dich oder die Menschheit?

7. Und für dein Leben: Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die Frucht tragenden Bäume und die Kräuter! Was brauchst du mehr als diese, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe den Jägern, denn sie sollen selbst gejagt werden!“

8. Und der Mann staunte und ließ davon ab, die Hunde zur Jagd zu trainieren, und lehrte sie, Leben zu retten und nicht, es zu verderben. Und er lernte die Lehre Jesu an und wurde sein Jünger.

9. Und siehe, da kamen zu ihm zwei Reiche, und der eine sagte zu ihm: „Guter Meister!“ Er aber sprach zu ihm: „Nenne mich nicht gut, denn allein Einer ist der Allgütige, und der ist Gott.“

10. Und der andere sagte zu ihm: „Meister, welches gute Werk soll ich tun, um zu leben?“ Jesus sprach: „Befolge das Gesetz und die Propheten.“ Er antwortete: „Ich habe sie befolgt.“ Jesus antwortete und sprach: „Gehe hin und verkaufe alles, was du hast, teile es mit den Armen und folge mir nach.“ Aber diese Worte gefielen ihm nicht.

11. Und der Herr sprach zu ihm: „Warum sagtest du, dass du das Gesetz und die Propheten befolgt hast? Siehe, viele deiner Mitbrüder sind mit schmutzigen Lumpen bekleidet, sie sterben vor Hunger, und dein Haus ist voll mit sehr vielen Gütern, und jene bekommen nichts davon.“

12. Und er sprach zu Simon: „Es ist schwierig für die Reichen in das Himmelreich einzugehen; denn die Reichen sich um sich selbst und verachten die, die nichts haben.“