10. Joseph und Maria bereiten Jesus ein Fest

1. Und als Jesus aus der Wüste zurückgekommen war, machten ihm seine Eltern am selben Tag ein Fest. Sie überreichten ihm die Gaben, welche die Weisen ihm in seiner Kindheit vorgelegt hatten. Und Maria sprach: „Diese Gaben haben wir für dich aufbewahrt bis zu diesem Tag.“ Und sie gaben ihm das Gold, den Weihrauch und die Myrrhe. Und er nahm von dem Weihrauch, das Gold aber gab er seinen Eltern und für die Armen, und von der Myrrhe gab er Maria, genannt Magdalena.
2. Nun, diese Maria war aus der Stadt Magdala in Galiläa. Und sie war eine große Sünderin und hatte viele durch ihre Schönheit und Anmut verführt. Und sie kam des Nachts zu Jesus und gestand ihm ihre Sünden, und Jesus streckte seine Hand aus und heilte sie. Und sieben Dämonen trieb er aus ihr aus und sprach zu ihr: „Gehe hin in Frieden; deine Sünden sind dir vergeben!“ Und sie stand auf und verließ alles und folgte ihm nach und diente ihm mit ihrer Substanz, während der Tage seines Dienstes in Israel.
3. Am nächsten Tage sah Johannes Jesus zu sich kommen und sprach: „Siehe das Lamm Gottes, welches durch die Gerechtigkeit hinwegnimmt die Sünden der Welt. Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Er war vor mir. Und ich kannte ihn nicht, aber auf dass er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.“
4. Und Johannes legte Zeugnis ab und sprach: „Ich sah den Geist herabkommen vom Himmel gleich einer Taube und er ruhte auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber er der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, ist der gleiche, der mit Wasser und mit Feuer und sogar mit dem Geiste taufen wird. Und ich sah es und bezeuge, dass dies der Sohn Gottes war.“
5. Am Tage danach stand Johannes am Jordan mit zwei seiner Jünger. Und als er Jesus wandeln sah, sprach er: „Sehet den Christus, das Lamm Gottes!“ Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus.
6. Jesus drehte sich und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: „Was suchet ihr?“ Sie aber sagten zu Ihm: „Rabbi (das heißt übersetzt: Meister), wo wohnst du?“ Er sprach zu ihnen: „Kommet und sehet.“ Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war aber um die zehnte Stunde.
7. Einer der beiden, die von Johannes hörten und Jesus nachfolgten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Er findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden (welches heißt: der Christus).“ Und er führte ihn zu Jesus. Und als ihn Jesus sah, sprach er: „Du bist Simon Bar Jona, du sollst Kephas heißen (das heißt: ein Fels).“
8. Am nächsten Tage geht Jesus nach Galiläa und findet Philippus und spricht zu ihm: „Folge mir!“ Philippus aber war von Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael, genannt Bar Tholmai, und sagt zu ihm: „Wir haben ihn gefunden, von dem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus von Nazareth, der Sohn des Josephs und der Maria.“ Und Nathanael spricht zu ihm: „Kann denn aus Nazareth eine gute Sache kommen?“ Philippus sagte zu ihm: „Komm und sieh!“
9. Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Falsch ist!“ Nathanael sagt zu ihm: „Woher kennst du mich?“ Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaume warst, sah ich dich.“ Nathanael antwortete und sprach zu Ihm: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel. Ja, unter dem Feigenbaume fand ich dich.“
10. Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Nathanael Bar Tholmai, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Feigenbaume gesehen habe, glaubst du? Du wirst noch Größeres denn das sehen.“ Und er spricht zu ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn.“