09. Die vier Versuchungen

1. Dann wurde Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. Und die wilden Tiere der Wüste waren um ihn und waren ihm untertan. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

2. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: „Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden; denn es steht geschrieben: Ich will dich nähren mit dem besten Weizen und mit Honig und aus dem Fels will ich dich sättigen.“

3. Aber er antwortete und sprach zu ihm: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes ging.“

4. Dann stellte der Teufel vor ihn ein Weib von außergewöhnlicher Schönheit und Anmut und feinem Geist und beweglichem Verstand und sprach zu ihm: „Nimm sie, wenn du willst, denn ihr Wunsch steht nach dir, und du sollst Liebe und Glück genießen all dein Leben lang und deine Kindeskinder sehen. Ja, ist es nicht geschrieben, es ist nicht gut für den Mensch sei, dass er allein sei?“

5. Und Jesus sprach: „Geh hinweg! Denn es steht geschrieben: Lass dich nicht von der Schönheit des Weibes verführen; denn alles Fleisch ist wie Gras und wie die Blumen auf dem Felde; das Gras verdorrt, und die Blumen welken dahin, aber das Wort des Ewigen währet ewiglich. Meine Aufgabe ist, die Menschenkinder zu belehren und zu heilen, und der, der aus Gott geboren ist, behält seinen Samen in sich.“

6. Und der Teufel führte ihn bis in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels. Und er sprach zu ihm: „Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinunter, denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln befehlen, dass sie dich bewahren und auf ihren Händen tragen, auf dass du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.“

7. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Es steht auch geschrieben: Du sollst nicht versuchen den Herrn deinen Gott.“

8. Da führte ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg inmitten einer großen Ebene, und ringsum lagen zwölf Städte mit ihren Völker. Von da aus zeigte er ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblicke. Und der Teufel sprach zu ihm: „All diese Macht will ich dir geben, und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben. Und ich gebe sie, wem ich will; denn es steht geschrieben: Du sollst herrschen von Meer zu Meer, so sollst du dein Volk regieren in Rechtschaffenheit und die Armen mit Barmherzigkeit und aller Unterdrückung ein Ende machen. So du mich nun verehren willst, so soll all dies dein sein.“

9. Und Yeshua antwortete und sprach zu ihm: „Hebe dich hinweg von mir, Satan; denn es steht geschrieben: Du sollst deinem Gott und ihm allein dienen. Ohne die Macht Gottes kann das Ende des Bösen nicht kommen.“

10. Und da der Teufel mit allen Versuchungen am Ende war, wich er von ihm für einige Zeit. Und siehe, es kamen die Engel Gottes und dienten ihm.