07. Die Predigt von Johannes dem Täufer

1. Im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes ein Tetrarch in Galiläa, (Kaiphas der Hohepriester und Annas das Haupt der Sanhedrim), erging das Wort Gottes an Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wildnis.

2. Und Johannes kam in die Landschaften am Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Wie geschrieben steht bei den Propheten: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereitet. Es ist eine Stimme eines Prdigers in der Wildnis: Bereitet den Weg des Heiligen und machet gerade die Pfade der Gesalbten.

3. Alle Täler sollen aufgefüllt werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade werden, und die rauen Wege sollen eben gemacht werden. Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“

4. Johannes aber hatte ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ebensolchen Gürtel um die Lenden, und seine Nahrung waren die Früchte des Erbsenbaumes und wilder Honig. Und es gingen zu ihm Jerusalem und ganz Judäa und alle aus dem Land entlang dem Jordan und wurden getauft von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.

5. Da sprach er zu dem Volke, das herauskam, um von ihm getauft zu werden: „O, du ungehorsames Geschlecht! Wer hat euch gewarnt, vor dem Zorn zu fliehen, der kommen wird? Bringt deshalb rechtschaffene Früchte der Buße und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater.

6. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. Und schon ist die Axt gelegt an die Wurzel der Bäume, und jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“

7. Und die Reichen fragten ihn und sprachen: „Was sollen wir denn tun?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Wer zwei Röcke hat, der komme zu geben dem, der keinen hat, und wer Speise hat, tue dies ebenfalls.“

8. Es kamen aber auch einige Zöllner, um getauft zu werden, und sagten zu ihm: „Meister, was sollen wir tun?“ Und er sprach zu ihnen: „Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist, und seid gnädig mit eurer Macht.“

9. Ebenso fragten ihn die Soldaten: „Was sollen wir tun?“ Und er sprach zu ihnen: „Tut niemand Gewalt noch Unrecht und begnüget euch mit euren Löhnen.“

10. Und er sprach zu allen und sagte zu ihnen: „Haltet euch fern vom Blut der Erwürgten und von den toten Körpern der Vögel und Tiere und hütet euch vor allen Taten der Grausamkeit und allem Unrecht. Glaubt ihr denn, das Blut der Tiere und der Vögel kann Sünde abwaschen? Ich sage euch: Nein. Sprecht die Wahrheit! Seid gerecht, seid barmherzig zueinander und zu allen Geschöpfen, die da leben, und wandeln demütig vor eurem Gott.“

11. Und wie das Volk in Erwartung war und alle Menschen nachdenklich in ihren Herzen, ob Johannes der Messias wäre oder nicht, antwortete Johannes und sprach zu allen: „Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, den Riemen dessen Schuhe aufzulösen ich nicht wert bin.

12. Er wird euch taufen mit Wasser und mit Feuer. In seiner Hand ist die Schaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, aber die Spreu wird er mit unlöschbarem Feuer verbrennen.“ Und viele andere Dinge predigt er dem.