Ist vegane Kost das Allheilmittel und notwendig für die Spiritualität?

Gesunde Ernährung

Oft fragt man mich per Email oder bei Vorträgen, weshalb ich keine vegane Kost weiterempfehle, da Tiere ja lebendig seien und wir für ihr Leid verantwortlich sind.

Diese Frage ist vielschichtig, deshalb werde ich im Folgenden einige Hintergründe erläutern um eine neue Sichtweise der Thematik zu ermöglichen. Ich befürworte keine willentliche Schändung des Tierreichs oder anderweitigen Lebens – genau bei diesem zweiten Teil des Satzes, erkennen wir das heikle Thema: Tiere sind keine Sache, so wie sie per Gesetz in einigen EU-Ländern gehandhabt werden. Sie sind Lebewesen! Aber diese Angelegenheit gehört weitergedacht. Genauso wenig sind Pflanzen nur eine Sache, auch sie sind Lebewesen.

Ein Denkfehler, der bei materialistisch denkenden Menschen verwurzelt, liegt darin anzunehmen, dass alles eine mechanistische Welt sei und nur in manchen Bereichen Leben vorhanden sei. Die Wahrheit schaut selbstverständlich anders aus und allmählich tastet sich auch die wissenschaftliche Forschung dahingehend. Eine Scheinethik besagt: Du darfst beispielsweise Tiere für deine Nahrungsbeschaffung nicht töten, da sie Lebewesen seien – aber gleichzeitig schiebt man einen Riegel vor und verachtet das Leben in Pflanzen und sogar in anderen Reichen der Natur.

In der Bibel werden Nahrungsgebote beschrieben aber auch die Regeln für die Interaktion mit der Natur als auch anderen Menschen. Es gibt klare ethische Richtlinien, woran sich heutzutage und auch damals die wenigsten Menschen hielten.

Es macht hierbei nur wenig Unterschied, ob man ein Rind unter schlechten Bedingungen hält und unwürdig schlachtet oder Monokulturen mit Schädlingsbekämpfungsmitteln von „Ungeziefer“ befreit. Sind Insekten etwa keine Lebewesen? Es bedarf einer grundlegenden Veränderung in unserem Denken. Der unentwickelte Mensch hat Schwierigkeiten die Lebendigkeit von Wesen wahrzunehmen, die mehr als eine Evolutionsstufe unter ihm sind, wie beispielsweise das Bewusstsein von Pflanzen oder Mineralien. Geschweige denn ist er in der Lage Evolutionsstufen und parallele Entwicklungsphasen im Kosmos zu erkennen wie dem Bewusstsein der Sonne oder von Planeten.

Unser Leben ist eine Interaktion durch Transformation. Transformation bedeutet auch, dass die eine Form stirbt, damit eine andere Form geboren werden kann. Das eine bedingt das andere. Wenn wir andere Regeln für den Umgang mit dem Tierreich fordern, dann ist es unglaubwürdig, wenn wir gleichzeitig das Pflanzenreich durch konventionelle Landwirtschaft schänden. Auch Pflanzen werden getötet, damit wir sie essen können. Ebenso werden Tiere für die Beschaffung von pflanzlichen Nahrungsmitteln getötet. Hierbei gibt es keine Ausnahme – das was wir essen, töten wir – wir wandeln eine Form in die andere. Es ist dem Menschen unmöglich die Seele eines Wesens zu essen. Ein Stück Fleisch ist nicht das Tier. Genauso wenig wie ein Leichnam eines Menschen der Mensch sein kann. Der Mensch ist weit mehr als nur ein Körper, auch ist eine Pflanze weit mehr als nur der Pflanzenkörper, desgleichen ist ein Tier mehr als der Tierkörper. Das, was der Mehrwert ist, könnte man als das Bewusstsein oder die Seele bezeichnen.

Es ist eindeutig, dass es einer artgerechten Tierhaltung bedarf, ebenfalls bedarf es einer artgerechten Landwirtschaft, die in Einklang mit dem Menschen und der Natur ist. Doch sind dies nur Sekundärerscheinungen. Auch lässt sich die Frage von Pelzkleidung leicht beantworten. Artgerechte Tierhaltung und Schlachtung sollte die Norm sein. Die Gier des Menschen macht aus ihm eine gnadenlose Bestie, diese gilt es zu überwinden. Die alternative nämlich Plastikschuhe, sind für die Umwelt und nachfolgende Generationen wesentlich schädlicher als Lederschuhe. Hier bedarf es an der Basis zu hinterfragen, anstatt lediglich an der Symptomatik wie ein Kurpfuscher zu hantieren und die kommenden Generationen mit unserem Müll und Schadstoffen zu verseuchen. Wir zahlen den Preis mit unserer Gesundheit, denn beispielsweise machen Milchprodukte aus unwürdigen Massentierhaltungen als auch Getreide, Obst, Gemüse etc. aus Monokulturen den Menschen krank. Ebenso verschmutzen sie das Grundwasser und die Luft, was noch bedenklicher ist.

Wenn Tofu aus genmanipulierten Soja-Plantagen per Flugzeug geliefert wird und dann durch chemische Prozesse und Geschmacksverstärker zu „Fleischersatz“ mutiert, dann zahlen wir auch den Preis für diesen Irrsinn. Je naturbelassener die Nahrung ist, desto gesünder, das wussten schon unsere Ahnen. Wenn jemand vegetarisch oder sogar vegan sein Leben bestreiten möchte, so hat er das Recht dies zu tun. Doch die Scheinmoral beginnt dann, wenn Extremisten andere Menschen verurteilen, da sie angeblich die „guten“ seien. Denn ob ein unreifer Mensch eine Karotte köpft oder ein Lamm, macht in der Evolution keinen erheblichen karmischen Unterschied. Für diese Aussage würden mich manche Extremisten gerne steinigen.

Der Feind des Menschen ist der Tod, solange sich der Mensch vor dem großen unbekannten Sensenmann fürchtet, wird er sonderbare Thesen verbreiten, die genau auf diese Angst gründen. Im Grunde bedarf es keiner neuen Regeln, denn vor Jahrtausenden wurden jene, welche für den Menschen von Belang sind, in der Bibel formuliert. Der Wunsch ein rechtschaffener Mensch zu sein, bewirkt automatisch einen anderen Umgang mit der Natur aber auch mit anderen Menschen und vor allem mit unserem Schöpfer!

Wir sind vergleichbar mit Zellen in einem größeren lebendigen Wesen. Wir sind miteinander verbunden. Darum ist der erste Schritt seine Gedanken und Gefühle zu korrigieren, denn Hass, Neid, Gier, Wankelmut, Eifersucht, Überheblichkeit etc. sind viel bedenklicher als jeder Tiertransporter. In diesen Gefühlen, die wir hegen und pflegen, keimt das bestialische Verhalten des Menschen. Bevor wir auf andere, die Fleisch essen, „bekehren“, gilt es zu hinterfragen, ob unsere Gedanken und Gefühle gegenüber unseren Mitmenschen frei von diesen Abscheulichkeiten sind. Zuerst sollten wir vor unserer eigenen Haustür kehren. Wenn wir in uns Mitgefühl, Liebe und Weisheit integriert haben, dann können wir dies auch nach außen tragen.

Die Schandtaten, die wir in der Welt sehen, haben direkt oder indirekt mit uns zu tun. Sie machen sichtbar, was in unserem Inneren gegenwärtig ist. Diese einfache Wahrheit beantwortet die meisten Fragen im Leben. Aber solange wir uns für die „Guten“ halten, haben wir keine Chance um wirklich zu wachsen und uns zu entfalten. Dann leben wir in einer großen Lüge und geben bereitwillig die Verantwortung für unser Leben an andere ab.

„Und da Jesus hinausgegangen war auf den Weg, lief einer zu ihm, kniete, vor ihm und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott.“ (Markus 10,17-18)

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